Rheuma und das Herz: Neue S3-Leitlinie deckt unterschätzte Lebensgefahr auf
Entzündlich-rheumatische Erkrankungen belasten nicht nur die Gelenke der Betroffenen schwer. Was im klinischen Alltag oft untergeht: Das Risiko für lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist bei Rheuma-Patienten drastisch erhöht. Eine brandneue medizinische S3-Leitlinie soll nun Abhilfe schaffen und Leben retten.
Gefahr für das Herz wird oft übersehen
Wenn Patienten an entzündlichem Rheuma leiden, steht meist die Linderung von Schmerzen und der Erhalt der Beweglichkeit im Vordergrund. Doch die chronische Entzündung im Körper greift auch die Gefäße an. Laut der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh) sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine der wichtigsten Begleit- und Folgeerkrankungen von Rheuma. Das alarmierende Problem: Im stressigen Praxisalltag wird dieses Risiko oft nicht systematisch genug erfasst.
Um diese Versorgungslücke zu schließen, hat die DGRh am 19. Juni 2026 eine neue, wegweisende S3-Leitlinie im Portal der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) veröffentlicht. Sie trägt den Titel „Management kardiovaskulärer Komorbiditäten entzündlich-rheumatischer Erkrankungen“.
Ein interdisziplinärer Fahrplan für Ärzte
Experten und Leitlinienkoordinatoren betonen den praxisnahen Ansatz des neuen Regelwerks. Die Richtlinien sollen Medizinern aller Fachrichtungen eine evidenzbasierte Grundlage bieten, um gefährliche Herz-Kreislauf-Risiken frühzeitig zu erkennen und konsequent zu behandeln.
Die Leitlinie fokussiert sich dabei auf mehrere essenzielle Säulen:
- Strukturierte Risikoerfassung: Das kardiovaskuläre Gesamtrisiko der Patienten muss regelmäßig und systematisch überprüft werden.
- Kontrolle klassischer Risikofaktoren: Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes mellitus müssen streng überwacht werden. Auch Lebensstilfaktoren wie Übergewicht und Rauchen rücken stärker in den Fokus.
- Optimale Rheuma-Therapie: Eine bestmögliche Kontrolle der rheumatischen Grunderkrankung ist entscheidend, um die systemische Entzündung und damit die Gefahr für die Gefäße zu senken.
Medikamente auf dem Prüfstand
Ein weiterer, hochspannender Aspekt der neuen S3-Leitlinie ist die Bewertung der antirheumatischen Therapien selbst. Da bestimmte Medikamente weitreichende Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben, beleuchtet das Dokument detailliert, wie sich verschiedene Wirkstoffe auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Ärzte erhalten somit eine wertvolle Orientierungshilfe, um die medikamentöse Einstellung ihrer Patienten noch sicherer zu gestalten.
Gemeinsam für die Patientensicherheit
Die DGRh macht deutlich, dass die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Rheuma-Patienten eine Teamaufgabe ist. Die Leitlinie ist daher bewusst interdisziplinär angelegt und richtet sich an Hausärzte, Kardiologen und Rheumatologen gleichermaßen. Für die Betroffenen bedeutet dieser ganzheitliche Ansatz einen enormen Gewinn an Sicherheit und Lebensqualität.
Brauchen Sie Unterstützung bei der Pflege?
PflegeHelfer24 ist Ihr verlässlicher Partner. Entdecken Sie unsere Ratgeber oder lassen Sie sich kostenlos zu Pflegehilfsmitteln, Treppenliften und Zuschüssen beraten.

