Die Entscheidung, die Pflege eines geliebten Menschen in fremde Hände zu geben, gehört zu den emotionalsten und anspruchsvollsten Aufgaben, denen sich Familienangehörige stellen müssen. Wenn die eigenen Kräfte schwinden, der zeitliche Aufwand neben dem Beruf nicht mehr zu stemmen ist oder medizinische Fachkenntnisse erforderlich werden, ist ein professioneller ambulanter Pflegedienst oft die beste Lösung. Das Ziel ist dabei fast immer dasselbe: Dem pflegebedürftigen Angehörigen soll ein würdevolles, sicheres und gut versorgtes Leben in den eigenen vier Wänden ermöglicht werden.
Besonders in einer dynamischen Universitätsstadt wie Göttingen und dem dazugehörigen Landkreis stehen Familien vor einer großen Auswahl an Anbietern. Doch Quantität bedeutet nicht automatisch, dass jeder Dienstleister perfekt zu den individuellen Bedürfnissen Ihrer Familie passt. Die Suche nach dem richtigen Partner für die ambulante Pflege erfordert Zeit, Wissen und eine strukturierte Vorgehensweise. Dieser detaillierte Leitfaden (Stand 2026) bietet Ihnen eine fundierte Checkliste und alle notwendigen Hintergrundinformationen, um in Göttingen und Umgebung eine sichere und zukunftsfähige Entscheidung zu treffen.
Gute Pflege unterstützt im Alltag und fördert die Selbstständigkeit.
Bevor Sie sich auf die Suche machen, ist es wichtig zu verstehen, welche Dienstleistungen ein ambulanter Pflegedienst überhaupt anbietet. Die Leistungen lassen sich in Deutschland grundsätzlich in vier große Säulen unterteilen, die von unterschiedlichen Kostenträgern finanziert werden:
Die Grundpflege (nach SGB XI): Hierbei handelt es sich um körperbezogene Pflegemaßnahmen. Dazu zählen die Unterstützung bei der Körperpflege (Waschen, Duschen, Baden, Zahnpflege), Hilfe bei der Ernährung (mundgerechtes Zubereiten der Mahlzeiten, Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme) sowie die Förderung der Mobilität (Hilfe beim Aufstehen, Zu-Bett-Gehen, An- und Auskleiden, Umlagern). Diese Leistungen werden über die Pflegekasse abgerechnet.
Die Behandlungspflege (nach SGB V): Dies umfasst alle rein medizinischen Leistungen, die von einem Arzt verordnet werden müssen. Darunter fallen beispielsweise die Medikamentengabe, das Richten von Medikamenten-Dispensern, Wundversorgung und Verbandswechsel, das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen, Injektionen (wie Insulin), Blutzuckermessungen oder die Versorgung von Kathetern. Die Kosten hierfür trägt die gesetzliche oder private Krankenversicherung, unabhängig von einem vorhandenen Pflegegrad.
Hauswirtschaftliche Versorgung: Viele Pflegedienste bieten Unterstützung bei der Führung des Haushalts an. Dies beinhaltet die Reinigung der Wohnung, das Waschen der Wäsche, das Einkaufen von Lebensmitteln oder das Beheizen der Wohnräume.
Betreuungs- und Entlastungsleistungen (nach § 43b SGB XI): Diese Leistungen dienen der psychosozialen Betreuung des Pflegebedürftigen und der Entlastung der Angehörigen. Beispiele sind gemeinsame Spaziergänge, das Vorlesen aus der Zeitung, Gedächtnistraining bei demenziellen Erkrankungen oder einfach die Gesellschaft leisten, um Einsamkeit vorzubeugen.
Göttingen zeichnet sich durch eine besondere urbane Struktur aus. Während Stadtteile wie Weende, Geismar, Grone oder das Ostviertel vergleichsweise dicht besiedelt sind und von Pflegediensten mit kurzen Anfahrtswegen gut abgedeckt werden, sieht die Situation im Umland anders aus. Wenn Ihr Angehöriger in ländlicheren Gebieten des Landkreises wie Bovenden, Rosdorf, Gleichen oder Radolfshausen lebt, spielen Fahrtwege und die sogenannte Tourenplanung der Pflegedienste eine entscheidende Rolle.
In der Göttinger Innenstadt können Verkehr und angespannte Parksituationen (insbesondere innerhalb des Walls) dazu führen, dass Pflegedienste mehr Zeit für die Anfahrt einplanen müssen. Achten Sie bei der Auswahl darauf, ob der Pflegedienst seinen Stützpunkt in der Nähe Ihres Wohnortes hat. Kurze Wege bedeuten nicht nur geringere Fahrtkosten (die oft als Wegegeld abgerechnet werden), sondern auch eine schnellere Reaktionszeit in Notfällen.
Ein wichtiger regionaler Ankerpunkt für Angehörige ist der Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen (SPN) in Göttingen. Hier erhalten Sie neutrale und kostenlose Beratung zu allen Fragen rund um das Thema Pflege. Zudem ist die Zusammenarbeit des Pflegedienstes mit den großen lokalen Kliniken, wie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), dem Evangelischen Krankenhaus Weende (EKW) oder dem Asklepios Fachklinikum, von großer Bedeutung, wenn es um die sogenannte Überleitungspflege geht – also den nahtlosen Übergang vom Krankenhausaufenthalt zurück in die eigene Häuslichkeit.
Gemeinsam die Finanzierung der häuslichen Pflege in Ruhe planen.
Die Finanzierung der häuslichen Pflege ist ein zentrales Thema für Angehörige. Nach den umfassenden Pflegereformen der letzten Jahre (insbesondere dem Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz, PUEG) haben sich die Leistungssätze signifikant verändert. Für das Jahr 2026 gelten die nach den Erhöhungen von 2025 stabil gebliebenen Sätze. Die nächste gesetzliche Anpassung ist erst für 2028 vorgesehen. Es ist unerlässlich, diese Budgets zu kennen, um die Pflege in Göttingen finanziell solide zu planen.
1. Die Pflegesachleistungen (für den Pflegedienst) Wenn Sie einen zugelassenen ambulanten Pflegedienst beauftragen, rechnet dieser seine erbrachten Leistungen im Bereich der Grundpflege und Hauswirtschaft direkt mit der Pflegekasse ab. Dieses Budget nennt man Pflegesachleistungen. Im Jahr 2026 stehen Ihnen monatlich folgende Maximalbeträge zur Verfügung:
Pflegegrad 1: Kein Anspruch auf Pflegesachleistungen
Pflegegrad 2:796 Euro
Pflegegrad 3:1.497 Euro
Pflegegrad 4:1.859 Euro
Pflegegrad 5:2.299 Euro
2. Das Pflegegeld (für pflegende Angehörige) Wenn Sie als Angehöriger die Pflege selbst übernehmen, zahlt die Pflegekasse als Anerkennung das sogenannte Pflegegeld direkt auf das Konto des Pflegebedürftigen. Im Jahr 2026 gelten folgende monatliche Sätze:
Pflegegrad 1: Kein Anspruch auf Pflegegeld
Pflegegrad 2:347 Euro
Pflegegrad 3:599 Euro
Pflegegrad 4:800 Euro
Pflegegrad 5:990 Euro
3. Die Kombinationsleistung: Das Beste aus beiden Welten In der Praxis übernehmen oft Pflegedienst und Angehörige die Pflege gemeinsam. In diesem Fall können Sie die sogenannte Kombinationsleistung beantragen. Ein Rechenbeispiel für 2026: Herr Schmidt aus Göttingen-Nikolausberg hat Pflegegrad 3. Er nutzt den ambulanten Pflegedienst für das morgendliche Duschen und Anziehen. Der Pflegedienst stellt dafür monatlich 898,20 Euro in Rechnung. Das entspricht genau 60 Prozent seines Sachleistungsbudgets (1.497 Euro). Da er 40 Prozent der Sachleistungen nicht verbraucht hat, erhält er anteilig 40 Prozent seines Pflegegeldes (599 Euro) ausgezahlt. Das sind in diesem Fall 239,60 Euro, die Herr Schmidt zur freien Verfügung erhält.
4. Der Entlastungsbetrag Unabhängig vom Pflegegrad (bereits ab Pflegegrad 1) steht jedem Pflegebedürftigen in häuslicher Pflege ein monatlicher Entlastungsbetrag zu. Dieser liegt im Jahr 2026 bei 131 Euro. Dieses Geld wird nicht bar ausgezahlt, sondern kann für anerkannte Betreuungsleistungen, Haushaltshilfen oder die Tages- und Nachtpflege verwendet werden. Wichtig: Nicht genutzte Beträge können in die Folgemonate und sogar bis zum 30. Juni des Folgejahres angespart werden.
5. Das gemeinsame Jahresbudget für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege Seit 2025 (und fortlaufend in 2026) gibt es eine massive Erleichterung für Angehörige: Das Entlastungsbudget. Wenn die private Pflegeperson durch Krankheit, Urlaub oder Überlastung ausfällt, steht ein flexibel nutzbares Jahresbudget von 3.539 Euro (ab Pflegegrad 2) zur Verfügung. Dieses kann nach Belieben zwischen der ambulanten Ersatzpflege (Verhinderungspflege durch einen Pflegedienst) und der stationären Kurzzeitpflege aufgeteilt werden.
Achtung: Die Investitionskosten Ein häufiger Stolperstein bei der Beauftragung eines Pflegedienstes sind die sogenannten Investitionskosten. Pflegedienste dürfen Kosten für die Anschaffung von Dienstwagen, Büromiete oder IT-Infrastruktur auf die Klienten umlegen. Diese Kosten werden nicht von der Pflegekasse übernommen und müssen dem Pflegebedürftigen privat in Rechnung gestellt werden. Achten Sie im Kostenvoranschlag genau auf diesen Posten.
Weitere offizielle und stets aktuelle Informationen zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit.
Die Wahl des Pflegedienstes sollte niemals allein nach dem Preis oder der Verfügbarkeit getroffen werden. Die Qualität der Pflege entscheidet maßgeblich über das Wohlbefinden Ihres Angehörigen. Doch wie misst man Pflegequalität?
Die MD-Qualitätsprüfungen (früher MDK-Noten) Früher kannte man die sogenannten "Pflege-TÜV"-Noten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK). Inzwischen wurde das System reformiert. Der Medizinische Dienst (MD) prüft Pflegedienste nun nach strengeren, qualitätsorientierten Richtlinien (Qualitätsprüfungs-Richtlinien - QPR). Die Ergebnisse werden nicht mehr als einfache Schulnoten, sondern in detaillierten Qualitätsbereichen (z.B. pflegerische Leistungen, ärztlich verordnete pflegerische Leistungen, Dienstleistung und Organisation) dargestellt. Lassen Sie sich beim Erstgespräch den aktuellsten Transparenzbericht des MD zeigen und erklären.
Bezugspflege vs. Funktionspflege Ein herausragendes Qualitätsmerkmal ist das Konzept der Bezugspflege. Das bedeutet, dass Ihrem Angehörigen ein kleines, festes Team von Pflegekräften (in der Regel 2 bis 3 Personen) fest zugeteilt wird. Der Pflegebedürftige muss sich nicht jeden Tag an ein neues Gesicht gewöhnen, und die Pflegekräfte kennen die individuellen Vorlieben, Ängste und den genauen Gesundheitszustand. Das Gegenteil ist die Funktionspflege, bei der die Aufgaben im Vordergrund stehen und das Personal ständig wechselt. Besonders für Senioren mit beginnender Demenz ist die Bezugspflege zwingend erforderlich.
Erreichbarkeit und Rufbereitschaft Ein guter ambulanter Pflegedienst in Göttingen muss für seine Vertragspatienten im Notfall 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche erreichbar sein. Klären Sie ab, ob es eine echte 24-Stunden-Rufbereitschaft gibt, bei der im Zweifel auch nachts eine examinierte Pflegefachkraft zu Ihnen nach Hause kommen kann.
Spezialisierungen und Fachwissen Je nach Erkrankung Ihres Angehörigen sollten Sie auf Spezialisierungen achten. Benötigt Ihr Angehöriger eine aufwendige Wundversorgung (z.B. bei einem Dekubitus oder Ulcus cruris)? Dann sollte der Pflegedienst über zertifizierte Wundexperten (nach ICW) verfügen. Bei unheilbaren Krankheiten ist eine Zusatzqualifikation in der Palliativpflege (Palliative Care) von unschätzbarem Wert, um Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität am Lebensende zu erhalten.
Das Erstgespräch zu Hause ist entscheidend für die richtige Wahl.
Um im Dschungel der Anbieter nicht den Überblick zu verlieren, empfehlen wir Ihnen, systematisch vorzugehen:
Schritt 1: Die eigene Bedarfsanalyse Setzen Sie sich in der Familie zusammen und definieren Sie klar, was Sie benötigen. An welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten wird Hilfe benötigt? Geht es nur um das Anziehen von Kompressionsstrümpfen am Morgen, oder wird eine umfassende Körperpflege inklusive Duschen, Rasieren und Frühstückszubereitung gewünscht? Je genauer Sie Ihren Bedarf kennen, desto präziser kann der Pflegedienst kalkulieren.
Schritt 2: Recherche und Vorauswahl Suchen Sie gezielt nach Pflegediensten in Ihrem Göttinger Stadtteil. Fragen Sie Nachbarn, den Hausarzt oder die Mitarbeiter im Krankenhaus nach Erfahrungswerten. Erstellen Sie eine Liste mit drei bis vier potenziellen Kandidaten.
Schritt 3: Das erste Telefonat Rufen Sie die Pflegedienste an. Achten Sie bereits hier auf Nuancen: Wie freundlich werden Sie am Telefon behandelt? Nimmt man sich Zeit für Ihre Fragen oder werden Sie schnell abgewimmelt? Ein seriöser Pflegedienst wird Ihnen am Telefon keine verbindlichen Preise nennen, ohne den Patienten gesehen zu haben, sondern Ihnen zeitnah einen Termin für einen Hausbesuch anbieten.
Schritt 4: Das persönliche Erstgespräch vor Ort Dieses Gespräch findet zwingend in der Wohnung des Pflegebedürftigen statt. Die Pflegedienstleitung (PDL) macht sich ein Bild von den räumlichen Gegebenheiten (Gibt es Treppen? Ist das Bad barrierefrei?) und dem Gesundheitszustand. Dies ist der Moment, in dem Sie Ihre Checkliste (siehe unten) bereithalten sollten.
Schritt 5: Kostenvoranschlag und Vertragsprüfung Nach dem Gespräch erhalten Sie einen detaillierten Kostenvoranschlag. Dieser listet alle geplanten Leistungskomplexe auf. Prüfen Sie, ob die Summe durch Ihre Sachleistungen der Pflegekasse gedeckt ist oder ob ein privater Eigenanteil auf Sie zukommt. Unterschreiben Sie nichts unter Zeitdruck.
Drucken Sie sich diese Fragen aus und legen Sie sie zum Erstgespräch bereit. Die Antworten der Pflegedienstleitung werden Ihnen ein klares Bild davon vermitteln, ob Sie den richtigen Partner vor sich haben.
Kategorie 1: Organisation und Erreichbarkeit
Können Sie die von uns gewünschten Uhrzeiten garantieren?Hintergrund: Viele Dienste haben morgens zwischen 7:00 und 9:00 Uhr Hochbetrieb (z.B. wegen der Insulingabe bei Diabetikern). Wenn Ihr Angehöriger ein Langschläfer ist, kann eine Pflege um 10:30 Uhr entspannter sein. Klären Sie, wie flexibel der Dienst ist.
Wie groß ist das Zeitfenster, in dem die Pflegekraft eintrifft?Hintergrund: Ein Zeitfenster von plus/minus 30 Minuten ist branchenüblich. Wenn der Dienst jedoch Zeitfenster von zwei Stunden angibt, wird die Tagesplanung für Sie und den Pflegebedürftigen extrem schwierig.
Was passiert, wenn die geplante Pflegekraft krank wird?Hintergrund: Ein professioneller Dienst hat Ausfallkonzepte und Springerkräfte. Die Pflege darf unter keinen Umständen einfach ersatzlos ausfallen.
Gibt es eine 24-Stunden-Notrufnummer, unter der immer eine examinierte Fachkraft erreichbar ist?
Kategorie 2: Personal und Pflegequalität
Arbeiten Sie nach dem Prinzip der Bezugspflege?Hintergrund: Wie bereits erwähnt, ist dies ein entscheidendes Qualitätsmerkmal für Vertrauen und Sicherheit.
Wie hoch ist der Anteil an examinierten Pflegefachkräften in Ihrem Team?Hintergrund: Für die medizinische Behandlungspflege (Spritzen, Medikamente, Wunden) ist zwingend dreijährig examiniertes Fachpersonal erforderlich. Pflegehilfskräfte dürfen diese Tätigkeiten rechtlich nicht ausführen.
Werden die Pflegekräfte regelmäßig fortgebildet?Hintergrund: Die Medizin und Pflege entwickeln sich weiter. Fragen Sie nach Fortbildungen in den Bereichen Erste Hilfe, Demenzbetreuung oder Hygiene.
Sprechen die Pflegekräfte ausreichend gut Deutsch?Hintergrund: Kommunikation ist in der Pflege essenziell. Der Pflegebedürftige muss Schmerzen äußern können und verstanden werden.
Kategorie 3: Medizinische und pflegerische Aspekte
Wie wird die Pflegedokumentation geführt?Hintergrund: Die Dokumentation (ob digital per Tablet oder als Mappe in der Wohnung) muss für Sie als Angehöriger oder für den Hausarzt jederzeit einsehbar sein, um Blutdruckwerte oder die Medikamentengabe nachzuvollziehen.
Wie läuft die Zusammenarbeit mit Hausärzten und Apotheken in Göttingen?Hintergrund: Ein guter Pflegedienst übernimmt auf Wunsch die Bestellung von Rezepten beim Arzt und die Besorgung der Medikamente aus der Apotheke. Dies ist eine enorme Entlastung für Sie.
Kategorie 4: Kosten und Vertragliches
Können Sie mir die genauen Kosten für die Investitionskosten und das Wegegeld aufschlüsseln?
Gibt es Kündigungsfristen im Pflegevertrag?Hintergrund: Laut Gesetz können Pflegebedürftige einen Pflegevertrag jederzeit fristlos und ohne Angabe von Gründen kündigen (§ 120 SGB XI). Akzeptieren Sie keine Verträge, die Sie monatelang binden.
Rechnen Sie direkt mit der Pflege- und Krankenkasse ab?Hintergrund: Sie sollten nicht in Vorkasse treten müssen (außer bei privaten Eigenanteilen). Die Abrechnung sollte im Hintergrund zwischen Dienst und Kasse laufen.
Ein barrierefreies Bad bietet Sicherheit und Komfort im Alter.
Ein ambulanter Pflegedienst ist oft nur ein bis zwei Mal am Tag für jeweils 30 bis 60 Minuten vor Ort. Doch was passiert in den restlichen 22 Stunden? Um die Sicherheit in der eigenen Häuslichkeit in Göttingen vollumfänglich zu gewährleisten, ist die Kombination aus ambulantem Pflegedienst und technischen Hilfsmitteln der Goldstandard. Als Experten für die ganzheitliche Versorgung raten wir dringend dazu, folgende Aspekte parallel zur Pflegedienstsuche zu prüfen:
Der Hausnotruf: Ihr direkter Draht zur Hilfe Ein Sturz im Badezimmer oder plötzliche Kreislaufprobleme können lebensbedrohlich werden, wenn niemand in der Nähe ist. Ein Hausnotruf ist ein kleiner Sender, der am Handgelenk oder als Halskette getragen wird. Auf Knopfdruck wird eine Sprechverbindung zu einer 24/7-Notrufzentrale hergestellt. Besitzt der Pflegebedürftige einen anerkannten Pflegegrad, übernimmt die Pflegekasse in der Regel die monatlichen Mietkosten in Höhe von 25,50 Euro fast vollständig.
Mobilität im Haus: Der Treppenlift Viele Senioren in Göttingen, besonders in den Hanglagen wie Nikolausberg oder den älteren Einfamilienhäusern in Geismar, leben in mehrstöckigen Immobilien. Wenn das Treppensteigen zur Qual oder Gefahr wird, ist ein Treppenlift die Lösung, um einen Umzug in ein Pflegeheim zu verhindern. Die Pflegekasse unterstützt den Einbau als sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahme mit einem einmaligen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro pro pflegebedürftiger Person (bei Ehepaaren, die beide pflegebedürftig sind, sogar bis zu 8.000 Euro).
Der barrierefreie Badumbau Das Badezimmer ist der Ort mit dem höchsten Sturzrisiko. Der Umbau einer alten Badewanne mit hohem Einstieg zu einer bodengleichen, begehbaren Dusche ist nicht nur für die Sicherheit des Seniors entscheidend, sondern auch eine enorme Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter des Pflegedienstes bei der Grundpflege. Auch hier greift der Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen von bis zu 4.000 Euro. Alternativ können Hilfsmittel wie ein elektrischer Badewannenlift verordnet werden, der ohne große Umbaumaßnahmen installiert wird.
Elektromobile und Rollstühle Um die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in Göttingen zu erhalten – sei es für einen Ausflug zum Kiessee oder den Einkauf in der Innenstadt –, sind maßgeschneiderte Mobilitätshilfen wie elektrische Rollstühle oder Elektromobile (Scooter) essenziell. Diese können bei entsprechender medizinischer Notwendigkeit vom Arzt verordnet und von der Krankenkasse finanziert werden.
Sichern Sie sich zuzahlungsfreie Verbrauchsmaterialien wie Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel und Bettschutzeinlagen direkt nach Hause.
Jetzt Anspruch prüfen
Auch wenn Sie bei der Auswahl sorgfältig vorgegangen sind, kann es vorkommen, dass sich die Pflegequalität im Laufe der Zeit verschlechtert. Da Sie den Pflegevertrag jederzeit kündigen können, sollten Sie bei folgenden "Roten Flaggen" hellhörig werden und aktiv das Gespräch mit der Pflegedienstleitung suchen – oder im Zweifel den Anbieter wechseln:
Ständige Unpünktlichkeit ohne Absage: Wenn die Pflegekräfte regelmäßig deutlich außerhalb des vereinbarten Zeitfensters erscheinen und Sie nicht telefonisch über die Verspätung informiert werden, zeugt das von schlechter Organisation und mangelndem Respekt.
Extreme Personalfluktuation: Wenn jede Woche eine neue, Ihnen unbekannte Pflegekraft vor der Tür steht, ist das Prinzip der Bezugspflege gescheitert. Dies belastet den Pflegebedürftigen enorm und erhöht das Risiko für Pflegefehler.
Gehetztes Personal (Minutenpflege): Wenn die Pflegekraft sichtlich unter extremem Zeitdruck steht, keine Zeit für ein freundliches Wort bleibt und Tätigkeiten hastig ausgeführt werden, leidet die Qualität. Pflege ist Arbeit am Menschen, keine Fließbandarbeit.
Intransparente oder fehlerhafte Abrechnungen: Wenn auf der monatlichen Rechnung Leistungen auftauchen, die nachweislich nicht erbracht wurden, oder private Zuzahlungen plötzlich ohne Vorankündigung steigen, ist Vorsicht geboten. Verlangen Sie immer einen detaillierten Leistungsnachweis zur Unterschrift.
Mangelnde Hygiene: Wenn Pflegekräfte sich vor der Wundversorgung oder der Körperpflege nicht die Hände desinfizieren oder keine Handschuhe tragen, ist dies ein massiver Verstoß gegen medizinische Standards.
Den richtigen ambulanten Pflegedienst in Göttingen zu finden, erfordert Geduld, eine strukturierte Recherche und das Wissen um die eigenen Rechte und finanziellen Ansprüche. Das Jahr 2026 bietet durch die stabilen Leistungsbeträge der Pflegekassen – wie dem Pflegegeld, den Pflegesachleistungen und dem Entlastungsbudget – eine verlässliche finanzielle Grundlage für die häusliche Versorgung.
Lassen Sie sich bei der Suche nicht unter Druck setzen. Nutzen Sie die Erstgespräche intensiv, um anhand unserer Checkliste die Qualität, die Transparenz und vor allem die menschliche Komponente der Anbieter zu prüfen. Denn letztendlich geht es nicht nur um die korrekte Verabreichung von Medikamenten oder die Hilfe beim Waschen. Es geht darum, Menschen in Ihr Zuhause zu lassen, denen Sie vertrauen können. In Kombination mit den richtigen Hilfsmitteln wie einem Hausnotruf oder einem barrierefreien Bad schaffen Sie so ein sicheres, würdevolles und lebenswertes Umfeld für Ihre Angehörigen in Göttingen.
Die wichtigsten Antworten auf einen Blick