Schutz vor Krebs: WHO erwägt HPV-Impfung bereits ab vier Jahren

Djamal Sadaghiani
HPV-Impfung schon für Kleinkinder? WHO empfiehlt frühere Immunisierung

Humane Papillomviren (HPV) zählen weltweit zu den häufigsten Auslösern von Gebärmutterhalskrebs und weiteren Tumorerkrankungen. Um den Schutz vor den gefährlichen Viren nachhaltig zu verbessern, bringen Fachleute der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun einen deutlichen Strategiewechsel ins Gespräch: Unter bestimmten Bedingungen soll eine routinemäßige Impfung künftig bereits für Mädchen im Alter von vier bis acht Jahren in Betracht gezogen werden.

Warum ein früher Impfstart diskutiert wird

Bislang konzentrieren sich weltweite Impfprogramme vor allem auf ältere Kinder und Jugendliche im Alter zwischen neun und 14 Jahren. Das Hauptziel der WHO-Expertengruppe hinter dem neuen Vorstoß liegt darin, Impflücken frühzeitig zu schließen und die Immunisierung besser in bestehende Vorsorge- und Impfstrukturen der frühen Kindheit zu integrieren.

Studien zeigen, dass das Immunsystem jüngerer Kinder besonders verlässlich und stark auf die HPV-Vakzine reagiert. Da die Impfung ihren vollen präventiven Nutzen entfaltet, bevor es zu einem ersten Kontakt mit den sexuell übertragbaren Viren kommt, bietet ein früher Zeitpunkt einen soliden Langzeitschutz, noch bevor Jugendliche in die Pubertät kommen.

Prävention von Gebärmutterhalskrebs im Fokus

Das Humane Papillomvirus wird vor allem durch Haut- und Schleimhautkontakte übertragen. Bei den meisten Menschen verläuft eine Infektion zwar unbemerkt und heilt folgenlos aus, doch bestimmte Hochrisiko-Typen können über Jahre hinweg Zellveränderungen verursachen und letztlich bösartige Tumore wie Gebärmutterhalskrebs hervorrufen.

Die Weltgesundheitsorganisation verfolgt das ehrgeizige Ziel, Gebärmutterhalskrebs global weitgehend zu eliminieren. Eine höhere Impfquote gilt dabei als wirksamstes Werkzeug. Vor allem in Regionen, in denen Vorsorgeuntersuchungen seltener in Anspruch genommen werden, könnte die Verlegung des Impfalters in die frühe Kindheit dafür sorgen, dass deutlich mehr Mädchen vor einer Ansteckung geschützt werden.

Die aktuelle Rechts- und Empfehlungslage in Deutschland

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut die HPV-Impfung derzeit standardmäßig für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Verpasste Impfungen sollten nach Möglichkeit bis zum vollendeten 17. Lebensjahr nachgeholt werden. Ob und wann die nationalen Richtlinien an internationale Debatten angepasst werden, prüfen Fachgremien anhand der jeweils aktuellen Studienlage und der nationalen Versorgungssituation.

Für Eltern und Erziehungsberechtigte bleibt die HPV-Vorsorge ein zentraler Baustein der Krebsprävention. Wer Fragen zum optimalen Impfzeitpunkt für das eigene Kind hat, kann sich hierzu vertrauensvoll an die behandelnde kinderärztliche Praxis wenden.

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