Sepsis rechtzeitig erkennen: Diese Warnsignale retten Leben

Djamal Sadaghiani
Sepsis Warnzeichen: So erkennen Sie eine Blutvergiftung im Ernstfall

Eine scheinbar harmlose Blasenentzündung, eine kleine Schnittwunde oder ein hartnäckiger Atemwegsinfekt: Nahezu jede Infektion kann im schlimmsten Fall zu einer Sepsis führen. Diese umgangssprachlich oft als Blutvergiftung bezeichnete Reaktion ist keine einfache Entzündung, sondern eine lebensbedrohliche Überreaktion des körpereigenen Immunsystems. Anlässlich des Welt-Sepsis-Tages am 13. September wird deutlich, wie entscheidend Aufklärung und rasches Handeln im Ernstfall sind – insbesondere in der häuslichen und stationären Pflege.

Warum eine Sepsis so gefährlich ist

Bei einer Sepsis gerät die Abwehrreaktion des Körpers außer Kontrolle. Statt den Erreger lokal zu bekämpfen, greifen die Abwehrstoffe körpereigene Organe und Gewebe an. Unbehandelt führt dieser Zustand innerhalb weniger Stunden zu Multiorganversagen und septischem Schock. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Pflegebedürftige, chronisch Kranke sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Häufige Auslöser sind Lungenentzündungen, Harnwegsinfekte, Wundinfektionen oder Infektionen im Bauchraum. Die größte Gefahr liegt darin, dass die Symptome anfangs oft fehlinterpretiert oder unterschätzt werden.

Die wichtigsten Warnzeichen im Überblick

Um eine Sepsis frühzeitig zu erkennen, sollten Angehörige und Pflegekräfte auf eine Kombination folgender Alarmsignale achten:

  • Extremes Krankheitsgefühl: Betroffene beschreiben oft ein noch nie da gewesenes Schwäche- oder Vernichtungsgefühl.
  • Verwirrtheit und Wesensveränderung: Plötzliche Desorientierung, Schläfrigkeit, verwaschene Sprache oder Verwirrung sind typische Zeichen einer mangelnden Durchblutung des Gehirns.
  • Atemnot und schnelle Atmung: Eine auffallend flache, schnelle Atmung ohne vorangegangene körperliche Belastung.
  • Fieber, Schüttelfrost oder auffallend niedrige Körpertemperatur: Sowohl hohes Fieber als auch Unterkühlung können auf eine Sepsis hinweisen.
  • Schneller Puls und niedriger Blutdruck: Das Herz rast, während der Blutdruck gefährlich absinkt.
  • Kalte, marmorierte oder feuchte Haut: Eine veränderte Hautfärbung, besonders an Armen und Beinen.

Jede Minute zählt: Richtig handeln im Notfall

Besteht der Verdacht auf eine Sepsis, darf keine Zeit verloren werden. Warten Sie nicht auf eine Besserung und zögern Sie nicht, sofort den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 zu alarmieren. Weisen Sie die Rettungsleitstelle explizit darauf hin, dass der Verdacht auf eine Sepsis besteht.

In einer Klinik kann umgehend eine intensivmedizinische Therapie eingeleitet werden. Dazu gehören die rasche Gabe von Breitbandantibiotika, Flüssigkeitsinfusionen und die Stabilisierung des Kreislaufs. Je früher die Behandlung beginnt, desto höher sind die Überlebenschancen und desto geringer ist das Risiko für bleibende Spätfolgen.

Prävention und Beratung im Pflegealltag

Vorsorge beginnt im Alltag: Impfungen gegen Grippe, Pneumokokken und COVID-19 senken das Risiko schwerer Infektionen erheblich. Eine sorgfältige Wundversorgung sowie die konsequente Behandlung bestehender Infekte sind unverzichtbar. Auch lokale Apotheken sowie betreuende Hausärzte bieten wertvolle Unterstützung, wenn es um Infektionsschutz, Hygiene und das Erkennen erster Risikofaktoren geht.

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