Smartwatches als Frühwarnsystem: Können Wearables Bluthochdruck erkennen?
Immer mehr Menschen setzen im Alltag auf smarte Uhren, um ihre Schritte zu zählen, den Schlaf zu überwachen oder die Herzfrequenz zu messen. Nun rückt ein weiteres, lebenswichtiges Einsatzgebiet in den Fokus der Medizin: die Früherkennung von Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt. Bluthochdruck gilt als schleichende Gefahr, da er oft lange Zeit ohne spürbare Symptome bleibt, aber das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle massiv erhöht.
Potenzial zur Früherkennung durch Wearables
Digitale Helfer wie Smartwatches könnten in Zukunft eine entscheidende Rolle dabei spielen, kritische Blutdruckwerte frühzeitig aufzudecken. Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) wurden kürzlich die Chancen dieser Technologie intensiv diskutiert. Christina Magnussen vom Universitären Herz- und Gefäßzentrum Hamburg betonte in diesem Zusammenhang das große Potenzial der Geräte. Durch die ständige Begleitung am Handgelenk lassen sich Auffälligkeiten im Herz-Kreislauf-System potenziell viel schneller registrieren als bei gelegentlichen Routineuntersuchungen in der Hausarztpraxis.
Klare Grenzen der digitalen Diagnostik
Trotz der vielversprechenden technischen Entwicklungen dämpfen Kardiologen allzu hohe Erwartungen. Smartwatches sind derzeit kein Ersatz für eine fundierte ärztliche Diagnose. Die Sensoren am Handgelenk arbeiten oft mit optischen Messverfahren, die anfällig für Störfaktoren sind.
- Eingeschränkte Messgenauigkeit: Bewegungen, Hautbeschaffenheit oder eine falsche Positionierung der Uhr können die Ergebnisse verfälschen.
- Fehlende Zulassung: Viele handelsübliche Wearables sind primär Lifestyle-Produkte und keine zertifizierten Medizinprodukte zur Blutdruckmessung.
- Gefahr der Fehlinterpretation: Falsche Alarme können Patienten unnötig verunsichern, während unerkannte Warnsignale zu einer trügerischen Sicherheit führen.
Der Arztbesuch bleibt unverzichtbar
Die Experten sind sich einig: Werden durch eine Smartwatch Auffälligkeiten festgestellt, sollte dies lediglich als Anstoß für eine professionelle medizinische Abklärung dienen. Eine verlässliche Diagnose der Hypertonie erfordert nach wie vor standardisierte Messverfahren, wie die klassische Oberarmmessung oder eine 24-Stunden-Blutdruckmessung durch medizinisches Fachpersonal. Für Pflegebedürftige, pflegende Angehörige und gesundheitsbewusste Menschen können Smartwatches somit ein nützliches Frühwarnsystem sein, das den Arztbesuch jedoch keinesfalls ersetzt.
Brauchen Sie Unterstützung bei der Pflege?
PflegeHelfer24 ist Ihr verlässlicher Partner. Entdecken Sie unsere Ratgeber oder lassen Sie sich kostenlos zu Pflegehilfsmitteln, Treppenliften und Zuschüssen beraten.

