Tödliche Legionellen-Infektionen: Gesundheitsministerium warnt vor unterschätzter Gefahr
Die Gefahr lauert oft unsichtbar in den heimischen Wasserleitungen. Aktuelle Zahlen des Gesundheitsministeriums zeichnen ein besorgniserregendes Bild: Im vergangenen Jahr infizierten sich in Thüringen mindestens 44 Menschen nachweislich mit Legionellen. Für vier Betroffene endete die Infektion tödlich. Auch im laufenden Jahr wurde bereits ein weiterer Todesfall verzeichnet, der in unmittelbarem Zusammenhang mit den gefährlichen Bakterien steht.
Diese Entwicklungen rufen Gesundheitsexperten auf den Plan. Besonders für ältere Menschen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem – eine Zielgruppe, die in der häuslichen und stationären Pflege allgegenwärtig ist – stellen Legionellen eine massive und oft unterschätzte Bedrohung dar.
Was genau sind Legionellen?
Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die in geringer Konzentration ein natürlicher Bestandteil von Oberflächengewässern und Grundwasser sind. Problematisch wird es jedoch, wenn sie in künstliche Wassersysteme wie Trinkwasserinstallationen gelangen und sich dort bei lauwarmen Temperaturen (zwischen 25 und 45 Grad Celsius) stark vermehren.
Atmet der Mensch erregerhaltige Wassertröpfchen (Aerosole) ein, kann dies zu schweren Atemwegserkrankungen führen. Die bekannteste und gefährlichste Form ist die sogenannte Legionärskrankheit, eine atypische und schwere Lungenentzündung, die unbehandelt oft lebensbedrohlich verläuft. Eine mildere Verlaufsform ohne Lungenentzündung ist das sogenannte Pontiac-Fieber.
Wie kommt es zur Infektion?
Entgegen einem weit verbreiteten Irrglauben infiziert man sich in der Regel nicht durch das Trinken von legionellenhaltigem Wasser. Die Magensäure tötet die Bakterien zuverlässig ab. Die Gefahr geht vielmehr vom Einatmen feinster Wassertröpfchen aus. Typische Gefahrenquellen im Alltag sind:
- Duschen und Wasserhähne, die längere Zeit nicht genutzt wurden
- Klimaanlagen und Luftbefeuchter
- Whirlpools und Schwimmbäder
- Zimmerbrunnen
So schützen Sie sich und Ihre Angehörigen
Gerade in der Pflege ist Prävention das oberste Gebot. Mit einigen einfachen, aber effektiven Maßnahmen lässt sich das Risiko einer Legionellen-Vermehrung im heimischen Wassersystem drastisch reduzieren:
- Wasser fließen lassen: Nach einer längeren Abwesenheit (etwa nach einem Krankenhausaufenthalt oder Urlaub) sollten alle Wasserhähne und Duschen für einige Minuten aufgedreht werden, um sogenanntes Stagnationswasser vollständig auszuspülen. Am besten verlassen Sie dabei kurz den Raum, um keine Aerosole einzuatmen.
- Temperaturen kontrollieren: Warmwasser sollte am Austritt des Boilers beziehungsweise Trinkwassererwärmers stets mindestens 60 Grad Celsius aufweisen. Kaltwasser sollte hingegen nicht wärmer als 25 Grad Celsius werden.
- Regelmäßige Reinigung: Duschköpfe und Perlatoren (Strahlregler an Wasserhähnen) sollten regelmäßig entkalkt und gereinigt werden, da Ablagerungen einen idealen Nährboden und Schutz für Bakterien bieten.
Sollten bei pflegebedürftigen Angehörigen oder bei Ihnen selbst plötzlich Symptome wie hohes Fieber, Schüttelfrost, Reizhusten, Kopf- und Gliederschmerzen oder Verwirrtheit auftreten, ist umgehend ein Arzt zu konsultieren. Eine schnelle Diagnose und der sofortige Beginn einer Behandlung mit geeigneten Antibiotika sind bei einer Legionellen-Infektion oft lebensrettend.
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