Tödlicher Verlauf nach seltener Flughafen-Malaria in Frankfurt

Dominik Hübenthal
Flughafen-Malaria in Frankfurt: Mitarbeiter an Tropenkrankheit gestorben

Ein tragischer Vorfall am Frankfurter Flughafen sorgt für Bestürzung: Ein Beschäftigter des Flughafenbetreibers Fraport ist infolge einer Malaria-Infektion verstorben. Das Unternehmen bestätigte den Todesfall und sprach den Angehörigen des Verstorbenen sein tiefes Mitgefühl aus. Insgesamt haben sich nach derzeitigem Kenntnisstand sechs Mitarbeitende im Arbeitsumfeld mit dem gefährlichen Tropenerreger infiziert.

Wie kommt die Tropenkrankheit an deutsche Flughäfen?

Normalerweise tritt Malaria in Mitteleuropa fast ausschließlich bei Reiserückkehrern auf, die sich in Risikogebieten – etwa in tropischen Regionen Afrikas, Asiens oder Südamerikas – durch den Stich einer infizierten Anopheles-Mücke angesteckt haben. Im aktuellen Fall handelt es sich jedoch um die sogenannte „Flughafen-Malaria“ (Airport-Malaria).

Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) entsteht diese extrem seltene Sonderform, wenn infektiöse Mücken als „blinde Passagiere“ im Flugzeugraum oder im Reisegepäck aus Endemiegebieten eingeschleppt werden. Die Übertragung auf Personen am Boden erfolgt dann direkt im Flugzeug, im Flughafengebäude oder im unmittelbaren Umfeld des Rollfelds.

Ausbruch bereits im Juli registriert

Bereits Mitte Juli hatte das RKI über erste Fälle bei Mitarbeitenden der Flugzeug- und Frachtabfertigung am Frankfurter Drehkreuz berichtet. Die Betroffenen erkrankten Anfang Juli. Inzwischen wurden am Flughafen Mückenfallen aufgestellt, um gefangene Insekten labortechnisch genau auf Parasiten und Herkunft zu untersuchen.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bei Malaria im alltäglichen Umgang ausgeschlossen. Die Parasiten können ausschließlich über Mückenstiche oder in Ausnahmefällen über direktes Spenderblut übertragen werden.

Symptome und diagnostische Herausforderungen

Die Diagnose einer Flughafen-Malaria gestaltet sich im medizinischen Alltag oft schwierig, da die Betroffenen in der Regel keine Auslandsreisen in Risikogebiete unternommen haben. Ohne diesen klassischen Reisehintergrund wird bei unspezifischen Beschwerden häufig erst spät an eine Tropenkrankheit gedacht.

Zu den typischen Anzeichen einer Malaria-Erkrankung gehören:

  • Plötzlich auftretendes, hohes Fieber und Schüttelfrost
  • Starke Kopf- und Gliederschmerzen
  • Ausgeprägte Müdigkeit, Schweißausbrüche und allgemeines Schwächegefühl
  • Gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Durchfall

Gesundheitsexperten und das RKI raten medizinischem Personal und behandelnden Ärzten daher, vor allem in den Sommermonaten bei unklarem Fieber auch Personen ohne Reiseanamnese gezielt nach einem Arbeitsplatz oder Aufenthalt im Umfeld internationaler Großflughäfen zu befragen. Bei frühzeitiger Erkennung lässt sich Malaria mit modernen Medikamenten in der Regel wirksam behandeln.

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