Trauer um Martina Röder: Eine prägende Stimme der deutschen Pflege ist verstummt
Die deutsche Pflegebranche hat eine ihrer engagiertesten und prägendsten Persönlichkeiten verloren. Martina Röder, langjährige Geschäftsführerin und ehemalige Vorsitzende des Deutschen Pflegeverbands (DPV), ist am 11. Juli 2026 nach schwerer Krankheit verstorben. Mit ihrem Tod verliert die professionelle Pflege eine unermüdliche Kämpferin, die sich über Jahrzehnte hinweg für die Belange von Pflegekräften und Pflegebedürftigen eingesetzt hat.
Ein Leben im Dienst der Pflege
Martina Röders beruflicher Werdegang war von einer tiefen Verbundenheit zur Pflegepraxis geprägt. Ihre Qualifikationen reichten von der klassischen Gesundheits- und Krankenpflege über Weiterbildungen in der Stations- und Pflegedienstleitung bis hin zum Qualitätsmanagement. Diese fundierte praktische Erfahrung bildete das Fundament für ihr späteres Wirken in Führungspositionen. Neben ihrer Verbandsarbeit war sie als Geschäftsführerin der Neanderklinik Harzwald GmbH tätig und kannte die täglichen Herausforderungen der stationären Altenpflege aus erster Hand.
Weitreichendes verbandspolitisches Engagement
Innerhalb des Deutschen Pflegeverbands hinterlässt Röder eine enorme Lücke. Sie prägte den DPV über viele Jahre in unterschiedlichen Funktionen – als Vorsitzende, als Geschäftsführerin und als Vorstandsmitglied. Ihr Einfluss reichte jedoch weit über den DPV hinaus. Zu ihren wichtigsten verbandspolitischen Stationen zählten:
- Deutscher Pflegerat (DPR): Röder vertrat die Interessen der Pflegekräfte als langjähriges Mitglied der Ratsversammlung und setzte sich auf Bundesebene für bessere Rahmenbedingungen ein.
- Deutsch-Ukrainischer Pflegeverband (DUPV): Anfang 2016 war sie maßgeblich an der Gründung beteiligt und fungierte als dessen Vorsitzende. Ihr klares Ziel war es, den transnationalen Wissens- und Erfahrungsaustausch zu fördern.
Fokus auf Würde und Selbstbestimmung
In der Fachwelt genoss Martina Röder höchstes Ansehen. Sie scheute sich nicht davor, auch schwierige und tabuisierte Themen anzugehen. So engagierte sie sich intensiv in Diskussionen rund um Gewalt in der Pflege und die strukturelle Prävention. Bei Fachveranstaltungen betonte sie stets, dass Selbstbestimmung in der Pflege kein leeres Schlagwort sein dürfe, sondern im Alltag der Einrichtungen konsequent gelebt werden müsse.
Ein bleibendes Vermächtnis
Der Deutsche Pflegeverband würdigte Röder in einem offiziellen Nachruf als eine Frau, die Menschen zusammenführen und Brücken bauen konnte. Laut dem Verband war sie weit mehr als eine Funktionsträgerin: Sie galt als geschätzte Kollegin, kluge Ratgeberin und ein Mensch mit großem Herzen, der auch in schwierigen Situationen stets Orientierung bot.
Mit Martina Röder verliert Deutschland eine starke Stimme, die sich nicht nur für eine leistungsgerechte Vergütung und Entbürokratisierung, sondern vor allem für die Würde des Pflegeberufs eingesetzt hat. Ihr Wirken wird in den von ihr geprägten Institutionen und Verbänden nachhaltig Spuren hinterlassen.
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