Warnung vor Engpass: Zu wenig Grippeimpfstoff für die Saison 2026/27 vorbestellt

Benedikt Hübenthal
Grippeimpfstoff 2026/27: PEI warnt vor drohendem Mangel

Die Vorbereitungen auf die kommende Grippesaison werfen bereits jetzt ihre Schatten voraus – und diese sind besorgniserregend. Nach aktuellen Einschätzungen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) reicht die Zahl der bislang vorbestellten Influenza-Impfstoffdosen für die Saison 2026/27 nicht aus, um den voraussichtlichen Bedarf in Deutschland vollständig zu decken.

Hersteller reagieren auf Erfahrungswerte

Das zuständige Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel weist darauf hin, dass die aktuelle Bestellmenge deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt. Die Impfstoffhersteller planen ihre Produktion in der Regel auf Basis der Vorbestellungen durch Arztpraxen und Apotheken sowie den Erfahrungswerten der vergangenen Jahre. Wenn die anfänglichen Bestellungen im Frühjahr zu niedrig ausfallen, passen die Produzenten ihre Kapazitäten unweigerlich nach unten an. Dies kann im Herbst und Winter, wenn die Nachfrage erfahrungsgemäß sprunghaft ansteigt, zu regionalen oder gar bundesweiten Engpässen führen.

Besondere Gefahr für Risikogruppen in der Pflege

Für gesunde Erwachsene ist eine Grippeinfektion meist unangenehm, aber gut zu überstehen. Für vulnerable Gruppen stellt das Influenzavirus jedoch eine ernsthafte und potenziell lebensbedrohliche Gefahr dar. Gerade in der ambulanten und stationären Pflege könnte ein Mangel an Impfstoffen dramatische Folgen haben, da hier viele immungeschwächte Menschen auf engem Raum zusammenleben und von wechselndem Personal betreut werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die jährliche Grippeimpfung dringend für:

  • Personen ab 60 Jahren
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • Menschen mit chronischen Grundkrankheiten (wie Diabetes, Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen)
  • Medizinisches und pflegerisches Personal
  • Schwangere

Frühzeitige Planung ist jetzt entscheidend

Um einen akuten Notstand in den kalten Monaten zu vermeiden, sind nun vor allem niedergelassene Ärzte, Apotheken und Betreiber von Pflegeeinrichtungen gefragt. Das Paul-Ehrlich-Institut verdeutlicht mit seiner Warnung indirekt, wie essenziell es ist, den Bedarf frühzeitig und realistisch zu kalkulieren. Nur durch ausreichende Vorbestellungen kann sichergestellt werden, dass die Hersteller rechtzeitig genügend Dosen produzieren und ausliefern können.

Pflegekräfte und Angehörige von Pflegebedürftigen sollten das Thema ebenfalls frühzeitig auf die Agenda setzen. Wer sich rechtzeitig um einen Impftermin für den kommenden Herbst kümmert und den Bedarf bei seinem Hausarzt anmeldet, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch die Schwächsten unserer Gesellschaft vor einem schweren Krankheitsverlauf.

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