1.491 Euro Einstiegsgehalt: Pflege-Azubis sichern sich Platz 1 im Ranking

Djamal Sadaghiani
Ausbildungsvergütung 2026: Pflege-Azubis auf Platz 1 beim Gehalt

Die Entscheidung für eine Ausbildung in der Pflege zahlt sich wortwörtlich aus. Laut einer aktuellen Auswertung sichern sich angehende Pflegefachkräfte im Jahr 2026 den unangefochtenen Spitzenplatz bei der tariflichen Ausbildungsvergütung in Deutschland. Damit lassen sie traditionell gut bezahlte Branchen wie das Banken- und Versicherungswesen hinter sich.

Gehalts-Ranking 2026: Pflege hängt Banken ab

Wer sich heute für den Pflegeberuf entscheidet, gehört zu den Bestverdienern unter den Auszubildenden. Wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung in seiner neuesten Analyse zur Ausbildungsvergütung aufzeigt, erhalten Pflege-Azubis im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen bereits im ersten Lehrjahr stolze 1.491 Euro brutto im Monat.

Mit diesem Spitzenwert verweist die Pflegeausbildung andere lukrative Wirtschaftszweige klar auf die hinteren Plätze:

  • Pflege (Bund/Gemeinden): 1.491 Euro
  • Versicherungsgewerbe: 1.455 Euro
  • Pflege (Länder): 1.441 Euro
  • Privates Bankgewerbe: 1.400 Euro

Auch bei freigemeinnützigen Trägern wie der Caritas starten Auszubildende mit einer ähnlich attraktiven Vergütung auf dem hohen Niveau des öffentlichen Dienstes.

Deutliche Steigerung bis zum Examen

Der finanzielle Anreiz bleibt auch im weiteren Verlauf der Ausbildung hoch. Im zweiten Ausbildungsjahr klettert die Vergütung tariflich auf über 1.550 Euro, und im dritten Jahr erreichen die angehenden Pflegefachkräfte monatlich bis zu 1.653 Euro. Diese Zahlen verdeutlichen einen klaren Trend auf dem Arbeitsmarkt: Um dem massiven Fachkräftemangel entgegenzuwirken, investieren Arbeitgeber gezielt in die finanzielle Attraktivität des Pflegeberufs.

Insgesamt sind die tariflichen Ausbildungsvergütungen im aktuellen Ausbildungsjahr branchenübergreifend um durchschnittlich 3,9 Prozent gestiegen. Die Pflege profitiert von dieser Entwicklung besonders stark und zementiert ihren Ruf als krisensicherer und gut vergüteter Ausbildungszweig.

Branchenverbände mahnen: Geld allein reicht nicht

Arbeitgeber- und Branchenverbände begrüßen die Spitzenposition der Pflege ausdrücklich. Vertreter des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP) werten die Zahlen als klaren Beleg für die Attraktivität des Berufs. Während in großen Industrieunternehmen aktuell teils Stellen abgebaut werden, bieten Pflegeberufe enorme Sicherheit und hervorragende Beschäftigungsaussichten überall im Land.

Auch der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) betont, dass die Pflege längst kein Niedriglohn-Ausbildungsberuf mehr sei. Gleichzeitig warnen die Experten davor, sich auf den positiven Gehaltszahlen auszuruhen. Eine angemessene Vergütung sei zwar ein entscheidender Baustein, um junge Menschen für die Pflege zu begeistern, doch bedürfe es dringend weiterer struktureller Verbesserungen.

Kritik äußern die Verbände insbesondere am aktuellen Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) der Bundesregierung. Um die Versorgung von Pflegebedürftigen langfristig sicherzustellen und Ausbildungsbetriebe nicht zu überlasten, fordern sie verlässliche Bedingungen für eine vollständige Refinanzierung der Ausbildungskosten sowie eine nachhaltige Reform der Kranken- und Pflegeversicherung. Nur wenn neben dem Gehalt auch die Arbeitsbedingungen im Klinik- und Heimalltag stimmen, könne der Nachwuchs langfristig im Beruf gehalten werden.

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