Ärzte warnen: Kein Sparkurs auf Kosten der MFA!

Djamal Sadaghiani
Deutscher Ärztetag 2026: Ärzte fordern mehr Unterstützung für MFA

Medizinische Fachangestellte (MFA) sind das unersetzliche Rückgrat jeder Arztpraxis. Ohne ihren täglichen Einsatz würde die ambulante Patientenversorgung in Deutschland rasch an ihre Grenzen stoßen. Auf dem 130. Deutschen Ärztetag haben die Delegierten nun ein deutliches Signal an die Politik gesendet: Die drohenden finanziellen Einschnitte im Gesundheitswesen dürfen keinesfalls zulasten des Praxispersonals gehen.

GKV-Spargesetz bedroht die Personalausstattung

Im Zentrum der Kritik steht das geplante Beitragssatzstabilisierungsgesetz der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Der Gesetzgeber plant, das wachsende Finanzloch der Krankenkassen durch milliardenschwere Einsparungen bei den Leistungserbringern zu schließen. Die Ärzteschaft warnt eindringlich davor, die Personalausstattung der Praxen durch unangemessene Sparmaßnahmen zu gefährden.

Um im Wettbewerb um Fachkräfte bestehen zu können, fordern die Delegierten eine vollständige Refinanzierung der gestiegenen Personal- und Sachkosten. Nur wenn Arztpraxen als Arbeitgeber finanziell handlungsfähig bleiben, können sie ihren Angestellten attraktive Bedingungen bieten und dem eklatanten Fachkräftemangel entgegenwirken.

Fokus auf Ausbildung und moderne Rahmenbedingungen

Der demografische Wandel trifft die medizinischen Assistenzberufe mit voller Härte. Umso wichtiger sei es, den Beruf der MFA nachhaltig zu stärken und massiv in den Nachwuchs zu investieren. Der Ärztetag formulierte hierzu klare Forderungen:

  • Zeitgemäße Ausbildungsordnung: Die inhaltlichen und strukturellen Rahmenbedingungen für Auszubildende müssen dringend modernisiert werden, um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden.
  • Ausbau der Fortbildungen: Die Ärzteschaft wird dazu aufgerufen, die vielfältigen Qualifizierungsangebote der Fortbildungsakademien der Landesärztekammern noch intensiver zu nutzen.
  • Unterstützung bei der Personalgewinnung: Gezielte Informations- und Werbekampagnen der Bundesärztekammer sowie der Landesärztekammern sollen die Praxen aktiv bei der Suche nach neuen Talenten entlasten.

Ein Appell an die eigenen Reihen

Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage richtete der Ärztetag auch einen unmissverständlichen Appell an die Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber selbst. Sie wurden dazu ermutigt, weiterhin mutig auszubilden und in die Weiterqualifizierung ihrer Teams zu investieren. Eine starke, gut ausgebildete Belegschaft sei das wirksamste Mittel, um den zukünftigen Herausforderungen im deutschen Gesundheitswesen erfolgreich zu begegnen.

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