Cyberangriff auf Charité: Tausende Kontaktdaten entwendet
Europas größte Universitätsklinik ist ins Visier von Cyberkriminellen geraten. Bei einem gezielten Angriff auf einen Webserver der Berliner Charité haben sich unbekannte Täter unbefugt Zugriff auf sensible Kontaktdaten verschafft. Nach offiziellen Angaben der Klinikleitung flossen dabei rund 140.000 Datensätze von Beschäftigten, Studierenden sowie externen Kontaktpersonen ab.
Webkontaktformulare im Fokus der Angreifer
Die entwendeten Datensätze stammen nach derzeitigem Ermittlungsstand aus Webformularen, über die Bürgerinnen und Bürger mit der Universitätsmedizin in Verbindung traten – beispielsweise um Termine abzustimmen oder organisatorische Anfragen zu stellen. Zu den betroffenen Informationen gehören insbesondere:
- Vor- und Nachnamen der Anfragenden
- Hinterlegte E-Mail-Adressen
- Teilweise Angaben zur jeweiligen Organisationszugehörigkeit
Nach Mitteilung der Universitätsklinik gibt es bislang keine Anhaltspunkte dafür, dass die abgegriffenen Kontaktdaten bereits im Internet veröffentlicht oder für kriminelle Zwecke missbraucht wurden. Sämtliche Betroffene sollen zeitnah und individuell kontaktiert werden.
Patientenversorgung bleibt vollständig gesichert
Für Patientinnen und Patienten sowie das Pflege- und Klinikpersonal vor Ort gibt es Entwarnung bezüglich des regulären Betriebs: Die eigentliche Krankenversorgung war und ist zu keinem Zeitpunkt durch den Vorfall gefährdet oder beeinträchtigt. Auch hochsensible medizinische Behandlungsdaten oder Krankenakten sind nach bisherigen Erkenntnissen nicht von dem Datenabfluss betroffen, da die Server der Webpräsenz getrennt von den internen klinischen Informationssystemen betrieben werden.
Sicherheitsmaßnahmen verschärft und Ermittlungen eingeleitet
Unmittelbar nach Entdeckung der Unregelmäßigkeiten reagierte das IT-Sicherheitsteam der Charité: Der betroffene Server wurde isoliert und sofort vom Netz genommen. Der genutzte Angriffsweg konnte identifiziert und geschlossen werden. Die Klinikleitung erstattete Strafanzeige und arbeitet eng mit den zuständigen Ermittlungs- und Datenschutzaufsichtsbehörden zusammen.
Die Charité stellte klar, dass der Vorfall in keinem Zusammenhang mit den weltweiten Sicherheitslücken in Web-Technologien steht, die in den vergangenen Wochen bereits zu vorsorglichen Schutzabschaltungen an mehreren Universitätskliniken geführt hatten.
Wachsamkeit vor Phishing und Spam geboten
Da E-Mail-Adressen und Namen in fremde Hände gelangt sind, rät die Klinik allen potenziell Betroffenen zu erhöhter Aufmerksamkeit. Kriminelle nutzen erbeutete Kontaktdaten häufig für personalisierte Phishing-Mails, betrügerische Anrufe oder gefälschte Rechnungen. Empfänger sollten unerwartete Nachrichten mit Links oder Dateianhängen stets kritisch hinterfragen und im Zweifel direkt bei der jeweiligen Stelle rückfragen.
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