Lebensgefahr durch den Gender Heart Gap: Warum Herzinfarkte bei Frauen oft unentdeckt bleiben

Dominik Hübenthal
Gender Heart Gap: Herzinfarkt-Symptome bei Frauen & Lebensgefahr

Der Weltfrauentag am 8. März ist ein weltweiter Aufruf zur Gleichstellung. Doch abseits von Gehaltsdebatten und Karrierechancen klafft in der Medizin eine Lücke, die für Frauen im Ernstfall lebensgefährlich sein kann: der sogenannte Gender Health Gap. Besonders eklatant zeigt sich dieses Phänomen beim Thema Herzgesundheit. Die Fitnessstudiokette FitX und die Deutsche Herzstiftung machen nun gemeinsam auf den sogenannten Gender Heart Gap aufmerksam.

Was bedeutet Gender Heart Gap?

In der medizinischen Forschung galt jahrzehntelang der männliche Körper als der unangefochtene Standard. Medikamente, Therapien und auch die Definition von Krankheitssymptomen wurden primär an Männern erforscht und auf Frauen übertragen. Diese geschlechtsspezifische Datenlücke in der Medizin wird als Gender Health Gap bezeichnet. Wenn es um das menschliche Herz geht, spricht man vom Gender Heart Gap - und dieser Unterschied kostet noch immer Menschenleben.

Laut der Deutschen Herzstiftung sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache bei Frauen und Männern. Doch während Männer einen Herzinfarkt oft häufiger erleiden, haben Frauen paradoxerweise ein größeres Sterberisiko. Der Grund dafür liegt oft in der verzögerten Diagnose und Behandlung.

Herzinfarkt bei Frauen: Andere Symptome, fatale Folgen

Wenn wir an einen Herzinfarkt denken, haben die meisten Menschen sofort ein klares Bild vor Augen: Ein plötzlicher, stechender Schmerz in der Brust, der in den linken Arm ausstrahlt. Was viele nicht wissen: Dies ist das klassische männliche Symptom.

Bei Frauen äußert sich ein Herzinfarkt oft völlig anders. Zu den typischen, aber oft verkannten Warnsignalen bei weiblichen Patientinnen gehören:

  • Starke Kurzatmigkeit und Atemnot
  • Unerklärliche Übelkeit und Erbrechen
  • Schweißausbrüche
  • Schmerzen im Oberbauch oder im Rücken (oft zwischen den Schulterblättern)
  • Extreme, unerklärliche Müdigkeit

Da diese Beschwerden oft unspezifisch sind und leicht mit Magenverstimmungen, Stress oder Erschöpfung verwechselt werden können, reagieren viele Frauen zu spät. Erhebungen von Krankenkassen und Kliniken zeigen, dass Frauen bei einem Herzinfarkt im Durchschnitt bis zu zwei Stunden später den Notruf wählen als Männer. In der Notfallmedizin, wo jede Minute über das Überleben und die Erhaltung des Herzmuskels entscheidet, ist dieser Zeitverlust fatal.

Gemeinsam gegen die Datenlücke: FitX und die Deutsche Herzstiftung

Um diese lebensgefährliche Informationslücke zu schließen, bündeln FitX und die Deutsche Herzstiftung anlässlich des Weltfrauentags ihre Kräfte. Ihr Ziel ist es, das Bewusstsein für die weibliche Herzgesundheit massiv zu stärken. Aufklärung ist der wichtigste Schritt, um Frauenleben zu retten.

Gleichzeitig betonen Experten die Bedeutung der Prävention. Ein aktiver Lebensstil, regelmäßige Bewegung und sportliche Betätigung - wie sie etwa in Fitnessstudios gefördert werden - spielen eine zentrale Rolle bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch auch hier gilt: Das Training und die Gesundheitsvorsorge müssen individuell und geschlechtersensibel betrachtet werden.

Was Sie im Notfall tun sollten

Die wichtigste Botschaft an alle Frauen lautet: Hören Sie auf Ihren Körper und nehmen Sie ungewöhnliche, plötzlich auftretende Beschwerden ernst. Wenn Sie Symptome wie starke Kurzatmigkeit, unerklärliche Übelkeit oder Druck im Brust- und Rückenbereich spüren, zögern Sie nicht.

Wählen Sie im Zweifel immer sofort den Notruf 112 und äußern Sie klar den Verdacht auf einen Herzinfarkt. Es ist besser, einmal zu oft den Rettungsdienst zu rufen, als wertvolle Zeit verstreichen zu lassen.

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