Lipödem: Fettabsaugung lindert Schmerzen in allen Stadien wirksam

Dominik Hübenthal
Lipödem-Behandlung: Liposuktion hilft in jedem Krankheitsstadium

Für Millionen von Frauen, die unter einem Lipödem leiden, gibt es wegweisende wissenschaftliche Neuigkeiten: Eine operative Fettabsaugung (Liposuktion) lindert die typischen, oft quälenden Beinschmerzen deutlich effektiver als herkömmliche konservative Therapien – und das unabhängig davon, in welchem Stadium sich die Erkrankung befindet. Zu diesem Ergebnis kommt die deutsche LIPLEG-Studie, deren Erkenntnisse im renommierten Fachjournal The Lancet veröffentlicht wurden.

Bislang ungleiche Versorgungslage bei Betroffenen

Das Lipödem ist eine chronische, schmerzhafte Fettverteilungsstörung, die fast ausschließlich Frauen betrifft. Betroffene leiden neben der unproportionalen Fettvermehrung an den Extremitäten vor allem unter Druckschmerzen, Schweregefühlen und einer ausgeprägten Neigung zu Hämatomen. Bislang wurden die Kosten für eine Liposuktion von den gesetzlichen Krankenkassen meist nur im weit fortgeschrittenen Stadium 3 unter bestimmten Voraussetzungen übernommen. In den früheren Stadien 1 und 2 waren Patientinnen in der Regel auf konservative Maßnahmen wie manuelle Lymphdrainage und Kompressionstherapie angewiesen oder mussten den Eingriff aus eigener Tasche finanzieren.

LIPLEG-Studie belegt klaren Vorteil der Operation

Die groß angelegte klinische Untersuchung liefert nun erstmals fundierte Langzeitdaten zum direkten Vergleich zwischen der chirurgischen Intervention und der rein konservativen Behandlung. Die Ergebnisse zeigen ein deuttes Bild:

  • Spürbare Schmerzreduktion: Patientinnen, die sich einer Liposuktion unterzogen, berichteten über eine signifikante und langanhaltende Minderung der Schmerzsymptomatik.
  • Wirksamkeit in jedem Stadium: Entgegen der bisherigen Annahme profitieren nicht nur Frauen im Spätstadium, sondern auch Betroffene in frühen und mittleren Krankheitsphasen in gleichem Maße von der operativen Fettgewebsentfernung.
  • Höhere Lebensqualität: Neben der Schmerzlinderung verbesserten sich die Beweglichkeit und das allgemeine psychische Wohlbefinden der Studienteilnehmerinnen deutlich.

Druck auf Gesundheitspolitik und Kostenträger wächst

Mit den fundierten Resultaten der Studie wächst der Druck auf die Gesundheitspolitik und den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), die Versorgungsrichtlinien und die Kostenübernahme für die Liposuktion grundlegend anzupassen. Experten und Patientenorganisationen fordern seit langem, den Zugang zur Operation zu erleichtern, um chronische Schmerzverläufe frühzeitig zu unterbrechen und die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu sichern.

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