Neue Hoffnung bei RSV: Forscher entwickeln revolutionäres Medikament
Es ist eine Nachricht, die vielen Eltern und Pflegekräften große Hoffnung macht: Ein deutsches Forschungsnetzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, in den kommenden zwei Jahren ein hochwirksames Medikament gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) zu entwickeln. Unterstützt wird das ehrgeizige Vorhaben mit knapp einer Million Euro durch die VolkswagenStiftung.
Warum das RS-Virus so gefährlich ist
Das Respiratorische Synzytial-Virus löst Atemwegsinfektionen aus, die besonders für zwei Bevölkerungsgruppen lebensbedrohlich werden können: Säuglinge und ältere Menschen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) müssen jährlich rund 3,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren wegen einer schweren RSV-Infektion im Krankenhaus behandelt werden. Etwa 100.000 von ihnen sterben an den Folgen.
Trotz dieser alarmierenden Zahlen gibt es bislang keine direkte, antivirale Therapie, die das Virus im Körper gezielt bekämpft. Ärztinnen und Ärzte können aktuell nur die Symptome lindern – beispielsweise durch die Gabe von Sauerstoff. Zwar existieren mittlerweile Impfstoffe für bestimmte Risikogruppen, doch ein hundertprozentiger Schutz ist nicht gegeben. Genau hier setzt das neue Forschungsprojekt an.
Das Projekt "OPERA": Wie das neue Medikament wirken soll
Unter der Leitung von Professor Thomas Pietschmann, Direktor des Instituts für Experimentelle Virologie am TWINCORE in Hannover, arbeitet ein interdisziplinäres Team an neuen Behandlungsoptionen. Das Projekt trägt den Namen "OPERA" (optimising pan-entry RSV antivirals).
Der Ansatz der Wissenschaftler ist so genial wie komplex: Um in menschliche Zellen einzudringen und eine Infektion auszulösen, muss das Virus mit der Zellmembran verschmelzen. Dafür nutzt es das sogenannte Fusionsprotein (F-Protein). Das Forscherteam hat bereits Wirkstoffe identifiziert, die diesen Verschmelzungsprozess an der Zelloberfläche blockieren können. Das Problem: Im Zellinneren, wo ein niedrigerer pH-Wert herrscht, verlieren diese Hemmstoffe bisher ihre Wirkung.
Ziel der kommenden zwei Jahre ist es nun, diese Wirkstoffe so zu optimieren, dass sie in einem breiteren pH-Bereich aktiv bleiben. Gelingt dies, könnte die Vermehrung des Virus im Körper drastisch ausgebremst oder sogar komplett gestoppt werden.
Starke Partner für den medizinischen Durchbruch
Die VolkswagenStiftung fördert das Vorhaben mit rund 999.000 Euro. An dem Konsortium sind neben dem TWINCORE auch das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS), das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), die Universität zu Lübeck sowie die Medizinische Hochschule Hannover beteiligt.
Sobald die Forscher im Labor die entscheidenden Meilensteine erreicht haben, steht der nächste Schritt bereits fest: Ein industrieller Partner wird die präklinische Weiterentwicklung übernehmen, um das Medikament schnellstmöglich in ersten Studien am Menschen zu testen. Für den Pflege- und Gesundheitssektor wäre ein solches Medikament ein historischer Meilenstein im Kampf gegen schwere Atemwegserkrankungen.
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