Neues Familienpflegegeld: Ministerium plant finanzielle Auszeit für pflegende Angehörige

Benedikt Hübenthal
Familienpflegegeld nach Vorbild des Elterngelds: Ministerin Prien plant Reform

Millionen Menschen in Deutschland pflegen ihre Angehörigen zu Hause – oft unter enormen persönlichen und finanziellen Belastungen. Um die Vereinbarkeit von Beruf und familiärer Pflege grundlegend zu verbessern, plant Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) nun eine wegweisende Reform: Ein neu konzipiertes Familienpflegegeld soll Angehörigen künftig eine bezahlte Auszeit ermöglichen.

Orientierung am Erfolgsmodell Elterngeld

Das Vorhaben orientiert sich eng an den Mechanismen des bewährten Elterngelds. Wer für die Betreuung und Unterstützung pflegebedürftiger Familienmitglieder seine Erwerbstätigkeit vorübergehend reduziert oder vollständig pausiert, soll durch eine staatliche Lohnersatzleistung vor finanziellen Einbußen geschützt werden.

Die Vorbereitungen im Bundesfamilienministerium laufen bereits auf Hochtouren. Ein detaillierter Vorschlag für die gesetzliche Ausgestaltung soll in der ersten Jahreshälfte 2027 präsentiert werden. Entscheidend für den Erfolg der Initiative wird sein, wie tragfähig sich die Finanzierung in den kommenden Haushaltsverhandlungen durchsetzen lässt.

Dringend notwendige Entlastung für häusliche Pflege

Die häusliche Pflege gilt seit Langem als das Rückgrat des deutschen Pflegesystems. Dennoch standen pflegende Erwerbstätige bislang oft vor einer Zerreißprobe zwischen Arbeitsplatz und Pflegeverantwortung. Ohne ausreichenden Einkommensausgleich drohten nicht selten der unfreiwillige Rückzug in die Teilzeit oder das vollständige Ausscheiden aus dem Beruf – mit gravierenden Folgen für die eigene Altersvorsorge.

Die wichtigsten Ziele des geplanten Familienpflegegelds im Überblick:

  • Finanzielle Absicherung: Kompensation des Verdienstausfalls während Pflegephasen.
  • Berufliche Sicherheit: Bessere Vereinbarkeit von Karriere und familiärer Fürsorge.
  • Prävention von Altersarmut: Schutz vor den langfristigen Folgen längerer Pflegeauszeiten.
  • Anerkennung: Wertschätzung der enormen gesellschaftlichen Leistung pflegender Familien.

Ein wichtiges Signal an Millionen Betroffene

Mit der Ankündigung greift das Familienministerium eine langjährige Kernforderung von Pflege- und Sozialverbänden auf. Sollte das Familienpflegegeld wie geplant realisiert werden, könnte dies einen historischen Meilenstein in der deutschen Familien- und Pflegepolitik darstellen und pflegenden Angehörigen spürbar den Rücken stärken.

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