Primärarztsystem: Streeck verspricht schnellere Termine für Patienten

Benedikt Hübenthal
Schnellere Arzttermine: Hendrik Streeck setzt auf Primärarztsystem

Lange Wartezeiten auf Facharzttermine belasten Millionen gesetzlich Versicherte und stellen gerade für Pflegebedürftige sowie chronisch Kranke ein gravierendes Problem dar. Inmitten der aktuellen Debatte über Reformen im deutschen Gesundheitssystem plädiert der CDU-Gesundheitspolitiker Hendrik Streeck für einen konsequenten Umbau hin zu einem strukturierten Primärarztsystem. Ziel müsse es sein, die medizinische Versorgung zu straffen und sicherzustellen, dass Erkrankte ohne Hürden zeitnah behandelt werden.

Hausarztpraxen als zentrale Steuerungsstelle

Nach den Vorstellungen von Gesundheitsexperten soll der Hausarzt künftig noch stärker als erste Anlaufstelle und Lotse im Gesundheitswesen fungieren. Wer erkrankt, wendet sich zunächst an die vertraute Hausarztpraxis, die über die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer fachärztlichen Weiterbehandlung entscheidet. Durch diese koordinierte Steuerung sollen unnötige Doppeluntersuchungen vermieden und Facharztkapazitäten für jene Patienten freigehalten werden, die sie dringend benötigen.

Streeck betonte in diesem Zusammenhang, dass jeder Mensch im Krankheitsfall verlässlich und ohne wochenlanges Warten einen Termin erhalten müsse. Die Neuausrichtung des Systems solle nicht zu Leistungskürzungen führen, sondern bestehende Ressourcen im ambulanten Sektor effizienter bündeln.

Bedeutung für die Pflege und ältere Menschen

Gerade in der ambulanten und stationären Pflege ist die zügige fachärztliche Abklärung oft entscheidend, um akute Verschlechterungen des Gesundheitszustands oder unnötige Krankenhauseinweisungen zu verhindern. Ein verlässliches Primärarztsystem könnte pflegenden Angehörigen und Pflegekräften lange Odysseen bei der Terminsuche ersparen, sofern Hausärzte über effektive Überweisungsnetzwerke und feste Terminkontingente bei Fachdisziplinen verfügen.

Herausforderungen bei der Umsetzung

Kritiker weisen darauf hin, dass ein funktionierendes Primärarztsystem vor allem eine solide hausärztliche Infrastruktur voraussetzt. Insbesondere im ländlichen Raum und in strukturschwachen Regionen herrscht bereits heute ein spürbarer Mangel an Allgemeinmedizinern. Verbände fordern daher flankierende Maßnahmen zur Entlastung der Praxen – etwa durch den Abbau von Bürokratie, den Ausbau von Telemedizin und die stärkere Einbindung akademisierter Pflegefachpersonen in die Primärversorgung.

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