RKI warnt vor wiederkehrender Salmonellen-Welle im Herbst
Das Robert Koch-Institut (RKI) warnt vor einer Zunahme von Darminfektionen durch den Erreger Salmonella Strathcona in den kommenden Wochen. Seit mehreren Jahren registrieren die Gesundheitsbehörden in den Spätsommer- und Herbstmonaten wiederkehrende Krankheitswellen in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Nach einem deutlichen Anstieg der Fallzahlen in der vergangenen Saison stellen sich Fachleute nun auf eine erneute Häufung der Infektionen ein.
Sizilianische Cherrytomaten als wahrscheinliche Ursache
Umfangreiche epidemiologische Untersuchungen und Genomanalysen weisen seit geraumer Zeit auf eine spezifische Infektionsquelle hin: kontaminierte Cherry- und Datteltomaten aus Sizilien. Viele Betroffene gaben bei Befragungen an, vor Beginn der Symptome frische Mini-Tomaten verzehrt oder sich zuvor in Italien aufgehalten zu haben. Da der Erregerstamm über die Jahre hinweg genetisch nahezu identisch blieb, gehen Fachkreise von einer anhaltenden Kontaminationsquelle in der Lieferkette aus.
In der vorangegangenen Saison zählte das RKI über hundert erfasste Fälle in Deutschland, womit die Bundesrepublik im europäischen Vergleich überdurchschnittlich stark betroffen war. Auch für das laufende Jahr wurden bereits erste Infektionen registriert.
Typische Symptome und Risiken für vulnerable Gruppen
Eine Infektion mit Salmonellen äußert sich typischerweise innerhalb von 6 bis 72 Stunden nach dem Verzehr verunreinigter Lebensmittel. Zu den Leitsymptomen zählen:
- Plötzlich einsetzender, wässriger Durchfall
- Krampfartige Bauchschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
Während gesunde Erwachsene die Magen-Darm-Grippe meist nach einigen Tagen ohne bleibende Schäden überstehen, stellt der damit verbundene Flüssigkeits- und Elektrolytverlust für ältere Menschen, Pflegebedürftige und Personen mit geschwächtem Immunsystem ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. In schweren Verläufen kann eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich werden.
Prävention in Haushalt und Pflegealltag
Um das Risiko einer Salmonellenübertragung bei Rohkost und frischem Gemüse zu minimieren, empfehlen Gesundheitsexperten grundlegende Hygienemaßnahmen bei der Zubereitung:
- Gründliches Waschen: Tomaten und anderes Rohgemüse vor dem Verzehr sorgfältig unter fließendem Wasser abwaschen und mit einem sauberen Tuch trockenreiben.
- Garen bei Risikogruppen: Für besonders gefährdete Menschen in der Pflege empfiehlt es sich, Tomaten vor dem Verzehr zu erhitzen (beispielsweise in Saucen oder Suppen), da Salmonellen hitzeempfindlich sind.
- Kreuzkontamination vermeiden: Schneidebretter, Messer und Hände nach dem Kontakt mit ungewaschenem Gemüse oder rohen Lebensmitteln gründlich mit Seife reinigen.
Treten bei betreuten Personen oder Familienangehörigen schwere Magen-Darm-Beschwerden oder Anzeichen einer Dehydrierung auf, sollte zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden.
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