Teilhabe für Menschen mit Demenz stärken: BAGSO fordert bessere Rahmenbedingungen
Ein Leben mit Demenz darf nicht das automatische Ende sozialer Kontakte und gesellschaftlicher Teilhabe bedeuten. Anlässlich des bevorstehenden Welt-Alzheimertags am 21. September rückt die Lebenssituation von Millionen Betroffenen und deren Angehörigen erneut in den Mittelpunkt der Debatte. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) begrüßt zwar grundsätzlich die Absicht der Bundesregierung, die Nationale Demenzstrategie fortzuführen, mahnt jedoch gleichzeitig an, dass Worte allein nicht genügen.
Finanzielle und strukturelle Weichenstellungen dringend nötig
Damit Menschen mit kognitiven Einschränkungen weiterhin aktiv am Alltag in ihren Kommunen teilnehmen können, bedarf es stabiler und verlässlicher Rahmenbedingungen. Die BAGSO unterstreicht, dass vor allem auf lokaler Ebene gezielte Investitionen notwendig sind. Eine Demenzdiagnose führt noch immer viel zu oft in die gesellschaftliche Isolation, da bestehende Freizeit-, Kultur- und Betreuungsangebote selten barrierefrei auf die spezifischen Bedürfnisse der Betroffenen zugeschnitten sind.
Zu den zentralen Handlungsfeldern gehören unter anderem:
- Ausbau demenzsensibler Angebote: Barrierefreie Zugänge zu Vereinen, Kulturstätten und öffentlichen Treffpunkten im Quartier.
- Entlastung für pflegende Angehörige: Ausreichend Tagespflegeplätze, Kurzzeitpflegekapazitäten und unbürokratische Beratungsangebote vor Ort.
- Schulung des gesellschaftlichen Umfelds: Sensibilisierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im öffentlichen Raum, im Einzelhandel und im Nahverkehr für den Umgang mit Menschen mit Demenz.
Teilhabe als Schlüssel zu Lebensqualität und Würde
Gesellschaftliche Einbindung ist kein freiwilliges Extra, sondern ein wesentlicher Pfeiler für den Erhalt von Lebensfreude und Selbstwertgefühl im Alter. Wenn Betroffene weiterhin vertraute Aktivitäten ausüben und sich als geschätzter Teil ihres Umfelds erleben dürfen, verzögert dies oft den Verlust von Alltagskompetenzen und entlastet Familien emotional spürbar.
Die Fortsetzung der Nationalen Demenzstrategie muss daher nach Ansicht von Experten mit konkreten Finanzierungszusagen und bundesweit verbindlichen Standards verknüpft werden. Nur so lässt sich gewährleisten, dass Hilfs- und Teilhabestrukturen nicht vom Wohnort abhängen, sondern für alle Betroffenen flächendeckend zugänglich sind.
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