Todesfall durch seltene Flughafen-Malaria in Frankfurt bestätigt

Djamal Sadaghiani
Flughafen-Malaria in Frankfurt: Todesfall nach seltener Tropeninfektion

Ein tragischer Krankheitsfall sorgt im Rhein-Main-Gebiet für Bestürzung: Ein Anwohner aus dem näheren Umkreis des Frankfurter Flughafens ist an den Folgen einer Malaria-Infektion verstorben. Dies gaben das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt und die Universitätsmedizin Frankfurt gemeinsam bekannt. Bei dem Verstorbenen handelte es sich um einen von zwei kürzlich gemeldeten Fällen der sogenannten Flughafen-Malaria, die ohne vorherigen Aufenthalt in einem Risikogebiet aufgetreten waren.

Was versteht man unter einer Flughafen-Malaria?

Die sogenannte Flughafen-Malaria ist ein extrem seltenes medizinisches Phänomen in Mitteleuropa. Dabei werden infizierte Stechmücken der Gattung Anopheles unbemerkt an Bord von Flugzeugen oder im Frachtgepäck aus tropischen Endemiegebieten eingeschleppt. Überleben die Insekten den Flug und treffen in der Umgebung des Landeplatzes auf günstige, meist warme Witterungsbedingungen, können sie vor Ort Personen stechen und den Erreger übertragen.

Für die Betroffenen ist diese Infektionskette oft tückisch: Da sie selbst nicht verreist waren, wird das Auftreten der Tropenkrankheit von Patientinnen, Patienten und Behandelnden zunächst meist nicht in Betracht gezogen.

Symptome und Tücken bei der Diagnose

Malaria äußert sich typischerweise durch hohes Wechselfieber, Schüttelfrost, ausgeprägte Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden. Da diese Anzeichen stark einer gewöhnlichen Grippe oder einem Infekt ähneln, vergeht ohne bekannte Reiseanamnese oft wertvolle Zeit bis zum Beginn einer zielgerichteten Therapie.

Insbesondere bei der gefährlichen Verlaufsform Malaria tropica kann eine verzögerte medikamentöse Behandlung rasch zu schweren Organschäden führen. Medizinisches Personal und Pflegekräfte in der Notfall- und Akutversorgung werden daher regelmäßig sensibilisiert, bei unklaren schweren Fieberschüben auch seltene Infektionswege differenzialdiagnostisch abzuklären.

Risiko für die Bevölkerung bleibt gering

Trotz des tragischen Ausgangs betonen die Gesundheitsbehörden, dass für die breite Bevölkerung keine anhaltende Gefährdung besteht. Die eingeschleppten tropischen Mücken können sich im hiesigen Klima in der Regel nicht dauerhaft etablieren oder vermehren. Zudem erfolgt keine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch. Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber setzen zudem standardisierte Desinsektionsverfahren in Flugzeugen ein, um das Risiko von Mückeneinschleppungen so gering wie möglich zu halten.

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