Überraschendes Zeugnis für Pflegekassen: Zufriedenheit mit Beratung steigt deutlich an

Benedikt Hübenthal
Pflegeberatung der Pflegekassen: Zufriedenheit steigt auf 87 Prozent | PflegeHelfer24

Wenn ein geliebter Mensch plötzlich pflegebedürftig wird, stehen Familien oft vor einem Berg aus Fragen und bürokratischen Hürden. In dieser ohnehin belastenden Situation soll die Pflegeberatung der Pflegekassen als rettender Anker dienen. Und tatsächlich: Eine neue wissenschaftliche Auswertung stellt den Kassen nun ein überraschend gutes Zeugnis aus.

Deutlicher Anstieg der Zufriedenheit

Rund 87 Prozent der Versicherten sind mit der Pflegeberatung ihrer Pflegekasse zufrieden. Dies ist ein bemerkenswerter Anstieg um fast fünf Prozent im Vergleich zur letzten Erhebung aus dem Jahr 2023. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Evaluation, die das renommierte IGES-Institut im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes durchgeführt hat.

Laut dem Vorstandsvorsitzenden des GKV-Spitzenverbandes beweist diese Entwicklung eindrücklich, dass die Pflegekassen sowohl Pflegebedürftige als auch deren Angehörige erfolgreich bei der Bewältigung ihres oft herausfordernden Pflegealltags unterstützen.

Ein gesetzlicher Anspruch seit 2009

Was viele nicht wissen: Bereits seit Anfang 2009 hat jede pflegebedürftige Person in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf eine individuelle und kostenlose Pflegeberatung durch die jeweilige Pflegekasse. Das Ziel ist es, eine umfassende Unterstützung zu gewährleisten.

  • Wer hat Anspruch? Personen, die bereits Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, sowie all jene, die einen entsprechenden Antrag auf Pflegeleistungen gestellt haben.
  • Angehörige inklusive: Auf Wunsch der pflegebedürftigen Person kann und soll die Beratung auch auf pflegende Angehörige oder andere ehrenamtliche Pflegepersonen ausgeweitet werden.

Telefonberatung als wichtigste Säule – Videoberatung floppt

Die Evaluation liefert zudem spannende Einblicke in die Art und Weise, wie die Beratung heutzutage stattfindet. Die telefonische Beratung hat sich mit einem Anteil von 43 Prozent zu einem wesentlichen Pfeiler der Unterstützungsstruktur entwickelt. Sie bietet schnelle und unkomplizierte Hilfe direkt von zu Hause aus.

Überraschend ist hingegen die Bilanz der digitalen Angebote: Obwohl mittlerweile mehr als ein Viertel aller Beratungsstellen videogestützte Gespräche anbietet, wird dieses moderne Format von den Versicherten kaum angenommen. Die Nutzungsrate liegt hier bei unter einem Prozent.

Das große Manko: Fehlende Bekanntheit

Trotz der hohen Zufriedenheitswerte gibt es einen deutlichen Wermutstropfen: Die Pflegekassen informieren zwar grundsätzlich über ihr Beratungsangebot, dennoch gibt fast ein Drittel der Pflegebedürftigen an, dass ihnen diese Möglichkeit gänzlich unbekannt ist. Experten betonen daher, dass die Informationskampagnen dringend ausgebaut werden müssen, damit künftig noch mehr Familien von der wertvollen und kostenfreien Unterstützung profitieren können.

Haben Sie oder Ihre Angehörigen bereits Erfahrungen mit der Pflegeberatung gemacht? Nutzen Sie Ihr Recht auf Unterstützung – es lohnt sich, wie die aktuellen Zahlen belegen.

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