West-Nil-Virus in Griechenland: Infektionen verdoppelt – Senioren besonders gefährdet

Benedikt Hübenthal
West-Nil-Virus Griechenland: Fälle steigen drastisch an | PflegeHelfer24

Die Urlaubszeit ist in vollem Gange, doch aus dem beliebten Reiseland Griechenland erreichen uns besorgniserregende Nachrichten. Die Gesundheitsbehörden verzeichnen einen dramatischen Anstieg von Infektionen mit dem West-Nil-Virus. Besonders alarmierend: Die Krankheit stellt vor allem für ältere Menschen eine ernstzunehmende Bedrohung dar.

Fälle innerhalb von zwei Wochen verdoppelt

Wie die griechische Gesundheitsbehörde EODY mitteilt, hat sich die Zahl der registrierten Infektionen rasant entwickelt. Während Ende Juli noch 42 Fälle gemeldet wurden, stieg diese Zahl bis zum 12. August auf 110 bestätigte Erkrankungen an. Diese mehr als Verdopplung innerhalb von nur rund zwei Wochen verdeutlicht die aktuelle Dynamik des Ausbruchs.

Todesopfer ausschließlich über 65 Jahre

Das West-Nil-Virus ist für gesunde, jüngere Menschen oft harmlos, doch für Senioren kann es lebensgefährlich werden. Laut den offiziellen Angaben der griechischen Behörden sind in der aktuellen Welle bereits neun Menschen an den Folgen der Infektion verstorben. Tragischerweise waren alle Verstorbenen über 65 Jahre alt. Dies unterstreicht, wie wichtig ein besonderer Schutz für diese Altersgruppe ist – sei es für Einheimische oder ältere Touristen, die ihren Lebensabend oder Urlaub in der Ägäis verbringen.

Wie wird das West-Nil-Virus übertragen?

Das Virus wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen, sondern durch den Stich infizierter Stechmücken. Die Mücken nehmen den Erreger zuvor von infizierten Vögeln auf, die als Hauptwirte gelten. Aufgrund der warmen Temperaturen und stehenden Gewässer finden die Insekten im Spätsommer ideale Brutbedingungen vor.

Symptome und Krankheitsverlauf

In den meisten Fällen (etwa 80 Prozent) verläuft eine Infektion völlig symptomfrei. Bei den restlichen 20 Prozent zeigen sich meist grippeähnliche Beschwerden:

  • Plötzliches, hohes Fieber
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Hautausschläge

Bei weniger als einem Prozent der Infizierten – insbesondere bei älteren Menschen, Pflegebedürftigen oder Patienten mit Vorerkrankungen – kann es zu einem schweren, neuroinvasiven Verlauf kommen. Hierbei kann das Virus eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) auslösen, die tödlich enden können.

Schutzmaßnahmen für Senioren und Urlauber

Da es derzeit weder eine Impfung noch eine spezifische Therapie gegen das West-Nil-Virus gibt, ist die Prävention der wichtigste Schutz. Gesundheitsexperten raten besonders Menschen über 65 Jahren zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:

  • Mückenschutzmittel verwenden: Tragen Sie regelmäßig wirksame Repellents auf unbedeckte Hautstellen auf.
  • Entsprechende Kleidung: Tragen Sie besonders in den Dämmerungsstunden helle, langärmlige Oberteile und lange Hosen.
  • Insektengitter: Nutzen Sie Moskitonetze an Fenstern, Türen und über dem Bett.
  • Brutstätten vermeiden: Meiden Sie Gebiete mit stehenden Gewässern, da sich dort Mücken massenhaft vermehren.

Wer nach einem Aufenthalt in betroffenen Gebieten grippeähnliche Symptome oder gar neurologische Ausfallerscheinungen entwickelt, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen und auf die mögliche Reiseanamnese hinweisen. Nur so kann eine schnelle und unterstützende medizinische Behandlung eingeleitet werden, um schwere Komplikationen zu vermeiden.

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