Zuckersteuer auf Softdrinks: Zahnärzte fordern echte Lenkungswirkung für die Gesundheit
In der Debatte über Maßnahmen gegen Fehlernährung und chronische Zivilisationskrankheiten schaltet sich die Bundeszahnärztekammer mit einer klaren Position ein: Eine staatliche Abgabe auf zuckerhaltige Erfrischungsgetränke ist aus zahnmedizinischer Sicht sinnvoll, muss jedoch als gezieltes Lenkungsinstrument gestaltet sein und darf nicht als bloße Einnahmequelle für den Fiskus verkommen.
Prävention statt reiner Fiskalpolitik
Die zahnmedizinische Fachwelt beobachtet seit Jahren mit Sorge die Auswirkungen eines übermäßigen Zuckerkonsums auf die Mund- und Allgemeingesundheit. Stark gezuckerte Limonaden, Energy-Drinks und Eistees gelten als Hauptverursacher von Karies sowie als wesentliche Risikofaktoren für Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Nach Auffassung der Bundeszahnärztekammer sollte eine Herstellerabgabe so konzipiert sein, dass sie Getränkeherstellern spürbare finanzielle Anreize zur Rezepturanpassung bietet. Das Vorbild dafür liefert das britische Modell: Dort zahlen Produzenten gestaffelte Abgaben je nach Zuckergehalt, was innerhalb kurzer Zeit zu einer flächendeckenden Reduktion des Zuckeranteils in Erfrischungsgetränken geführt hat.
Warum ein pauschaler Rundumschlag verfehlt wäre
Gleichzeitig warnt die Standesvertretung vor undifferenzierten Steuererhöhungen, die ohne klaren medizinischen Bezug sämtliche Lebensmittelgruppen erfassen würden. Ziel müsse es sein, genau jene Konsumgewohnheiten positiv zu beeinflussen, die nachweislich den größten gesundheitlichen Schaden anrichten. Ein undurchdachter Rundumschlag laufe Gefahr, Akzeptanz in der Bevölkerung zu verspielen, ohne messbare Erfolge bei der Karies- und Krankheitsprävention zu erzielen.
Bedeutung für Prävention und Pflege
Die Folgen von zahnschädigender Ernährung reichen weit in den Lebensalltag hinein und betreffen alle Generationen – von Kindern über Erwachsene bis hin zu Pflegebedürftigen. Eine mangelnde Mundgesundheit im Alter erschwert die Nahrungsaufnahme, begünstigt Mangelernährung und kann über chronische Entzündungen im Mundraum zusätzliche systemische Erkrankungen verschlimmern.
Mit einer zielgerichteten Reduzierung des Zuckergehalts in Alltagsprodukten könnte somit nicht nur das Kariesrisiko gesenkt, sondern auch langfristig das gesamte Gesundheitssystem von vermeidbaren Folgekosten entlastet werden.
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