Mobilität und Schmerzfreiheit sind die Grundpfeiler für ein selbstbestimmtes Leben im Alter. Wenn das Gehen schwerfällt, die Beine abends geschwollen sind oder jeder Schritt schmerzt, leidet die Lebensqualität enorm. Für Senioren und pflegebedürftige Menschen in Potsdam und Umgebung bieten moderne orthopädische Hilfsmittel wie orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe eine hocheffektive Linderung. Doch der Weg zum perfekt sitzenden Hilfsmittel wirft oft viele Fragen auf: Wie funktioniert die moderne Vermessung? Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse im Jahr 2026? Und worauf müssen Sie oder Ihre pflegenden Angehörigen bei der täglichen Nutzung achten?
Als Experten für die Seniorenpflege und Alltagshilfen wissen wir bei PflegeHelfer24, wie wichtig eine passgenaue Versorgung ist. Ein schlecht sitzender Kompressionsstrumpf wird oft gar nicht erst getragen, und eine drückende Einlage landet schnell ungenutzt im Schrank. In diesem detaillierten Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie über die Verordnung, die 3D-Messtechnik und die Maßanfertigung in den Potsdamer Sanitätshäusern wissen müssen. Wir begleiten Sie Schritt für Schritt von der ärztlichen Diagnose bis zur richtigen Pflege Ihrer neuen Hilfsmittel.
Gesunde Füße tragen uns schmerzfrei durch den gesamten Alltag.
Unsere Füße tragen uns ein Leben lang. Im Laufe der Jahrzehnte verändert sich jedoch die Anatomie des Fußes. Das natürliche Fettpolster unter der Fußsohle wird dünner, Bänder und Sehnen verlieren an Elastizität, und das Fußgewölbe kann absinken. Die Folge sind Fehlstellungen, die nicht nur lokal am Fuß schmerzen, sondern sich auf den gesamten Bewegungsapparat auswirken können. Knie-, Hüft- und Rückenprobleme haben ihre Ursache erschreckend oft in einer unbehandelten Fußfehlstellung.
Orthopädische Einlagen sind maßgefertigte Hilfsmittel, die in den Schuh gelegt werden, um den Fuß zu stützen, zu betten oder gezielt zu korrigieren. Sie verteilen das Körpergewicht gleichmäßig und entlasten schmerzhafte Druckpunkte. Besonders bei folgenden, im Alter häufig auftretenden Diagnosen, sind Maßeinlagen ein medizinischer Segen:
Knick-Senk-Spreizfuß: Die häufigste Fußfehlstellung im Alter. Das Quergewölbe des Fußes sinkt ab, der Vorfuß wird breiter. Dies führt oft zu brennenden Schmerzen im Ballenbereich. Eine Einlage mit sogenannter Pelotte (einem kleinen Polster) hebt das Gewölbe wieder an.
Fersensporn (Plantarfasziitis): Ein knöcherner Auswuchs am Fersenbein, der oft mit stechenden Schmerzen bei den ersten Schritten am Morgen einhergeht. Hier helfen Einlagen mit einer weichen Aussparung im Fersenbereich, die den Druck beim Auftreten minimieren.
Hallux valgus (Ballenzeh): Eine schmerzhafte Schiefstellung der Großzehe. Spezielle Einlagen können den Vorfuß entlasten und das Fortschreiten der Fehlstellung verlangsamen, auch wenn sie die Verformung selbst nicht rückgängig machen können.
Diabetisches Fußsyndrom (DFS): Für Senioren mit Diabetes mellitus ist die Fußversorgung überlebenswichtig. Durch Nervenschäden (Polyneuropathie) spüren Betroffene oft keine Schmerzen mehr. Kleine Druckstellen im Schuh können zu schweren Geschwüren führen. Hier kommen spezielle diabetesadaptierte Fußbettungen (Weichschaumeinlagen) zum Einsatz, die den Fuß komplett weich betten und Druckspitzen rigoros vermeiden.
Arthrose: Verschleiß in den Fuß- oder Kniegelenken kann durch stoßdämpfende Einlagen deutlich abgemildert werden. Jeder Schritt wird weicher abgefedert, was die Gelenke schont.
Moderne 3D-Scanner ermöglichen eine millimetergenaue Vermessung Ihrer Füße.
Wenn Sie heute mit einem Rezept für orthopädische Einlagen ein Sanitätshaus in Potsdam – sei es in Babelsberg, am Stern oder in der Innenstadt – betreten, erwartet Sie modernste Technik. Die Zeiten, in denen ausschließlich ein Gipsabdruck gemacht wurde, sind in der modernen Orthopädietechnik größtenteils vorbei, auch wenn klassische Methoden bei bestimmten schweren Deformitäten noch ihre Berechtigung haben.
Die Vermessung für Maßanfertigungen basiert heute auf hochpräzisen Daten. Ein seriöses Sanitätshaus wird sich Zeit für Sie nehmen und verschiedene Messmethoden kombinieren:
Der digitale 2D- oder 3D-Scan: Sie stellen sich barfuß auf eine Glasplatte, unter der ein Scanner Ihre Fußsohlen optisch erfasst. Innerhalb von Sekunden entsteht ein exaktes, dreidimensionales Bild Ihres Fußes auf dem Computermonitor. Der Orthopädieschuhtechniker kann an diesem Modell Millimeter für Millimeter planen, wo die Einlage stützen und wo sie entlasten muss.
Die dynamische Fußdruckmessung (Pedographie): Während der Scan den Fuß im Stehen (statisch) erfasst, misst die Pedographie den Fuß in der Bewegung. Sie laufen über eine spezielle Messplatte, die mit tausenden Sensoren ausgestattet ist. Der Computer analysiert Ihr Abrollverhalten und zeigt in einem farbigen Diagramm genau, wo beim Gehen die größten Druckspitzen entstehen. Diese Methode ist besonders für Diabetiker und Rheumapatienten von unschätzbarem Wert.
Der klassische Trittschaum: Bei starken Verformungen oder wenn eine besonders tiefe Schaleneinlage benötigt wird, tritt der Patient in einen speziellen, formbaren Schaumstoff. Dieser physikalische Abdruck wird anschließend mit Gips ausgegossen oder digital eingescannt, um als Positivmodell für die Einlagenfertigung zu dienen.
Unser Tipp für den Termin: Bringen Sie unbedingt die Schuhe mit, in denen Sie die Einlagen am häufigsten tragen werden. Die beste Einlage nützt nichts, wenn sie nicht in Ihren Lieblingsschuh passt. Oft muss der Techniker die Einlage am Rand leicht beschleifen, damit sie optimal im Schuh sitzt, ohne zu verrutschen.
Die Wahl des Materials hängt maßgeblich von der ärztlichen Diagnose und dem Einsatzzweck ab. In der orthopädischen Werkstatt in Potsdam werden die Rohlinge erhitzt, über das individuelle Fußmodell gezogen und in Handarbeit veredelt. Folgende Arten sind besonders verbreitet:
Kork-Leder-Einlagen: Der absolute Klassiker. Sie sind atmungsaktiv, stabil und nehmen Feuchtigkeit gut auf. Sie eignen sich hervorragend für normale Straßenschuhe und bieten eine solide Stütze bei Senk- und Spreizfüßen.
Weichpolstereinlagen: Diese bestehen aus verschiedenen Schichten von modernen Schaumstoffen (z.B. EVA-Schaum). Sie sind ideal für sensible Füße, Rheumapatienten und Menschen mit Fersensporn, da sie Stöße extrem gut absorbieren.
Sensomotorische (propriozeptive) Einlagen: Diese speziellen Einlagen stützen den Fuß nicht nur passiv, sondern stimulieren durch gezielte Druckpunkte die Fußmuskulatur. Sie geben dem Nervensystem Signale, wodurch der Körper seine Haltung aktiv korrigiert. Sie werden oft bei neurologischen Erkrankungen oder starken muskulären Dysbalancen eingesetzt.
Carbon-Einlagen: Extrem dünn, leicht und dennoch sehr formstabil. Sie eignen sich besonders für enge Schuhe oder für sehr aktive Senioren, die viel wandern oder Sport treiben.
Mit passenden Kompressionsstrümpfen bleiben Sie auch im Alter aktiv.
Neben den Füßen sind es vor allem die Venen, die im Alter zunehmend Unterstützung benötigen. Ein weit verbreiteter Irrtum ist es, medizinische Kompressionsstrümpfe mit einfachen Stützstrümpfen gleichzusetzen. Während Stützstrümpfe frei verkäuflich sind und lediglich vorbeugend bei gesunden Venen (z.B. auf langen Flugreisen) eingesetzt werden, sind medizinische Kompressionsstrümpfe verordnungsfähige Hilfsmittel mit einem exakt definierten Druckverlauf.
Das Prinzip der Kompressionstherapie ist physikalisch simpel, aber hochwirksam: Die Strümpfe üben von außen Druck auf das Bein aus. Dieser Druck ist an der Fessel am stärksten und nimmt in Richtung Knie oder Oberschenkel kontinuierlich ab. Dadurch werden die erweiterten Venen zusammengepresst. Die Venenklappen, die das Blut wie kleine Ventile am Zurückfließen hindern sollen, können wieder schließen. Das Blut fließt schneller und effizienter gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen. Gleichzeitig wird verhindert, dass Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins umliegende Gewebe austritt – Schwellungen (Ödeme) gehen zurück.
Die ärztliche Verordnung (z.B. durch einen Hausarzt, Phlebologen oder Angiologen in Potsdam) erfolgt meist bei folgenden Indikationen:
Chronisch venöse Insuffizienz (CVI): Eine dauerhafte Schwäche der Venen, oft sichtbar durch ausgeprägte Krampfadern (Varizen) und spürbar durch schwere, müde Beine am Abend.
Thromboseprophylaxe und Nachsorge: Um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern oder nach einer überstandenen tiefen Beinvenenthrombose das postthrombotische Syndrom zu vermeiden.
Lymphödem: Eine Störung des Lymphabflusses, die zu starken, oft asymmetrischen Schwellungen führt.
Lipödem: Eine chronische Fettverteilungsstörung, die mit starken Schmerzen und Druckempfindlichkeit in den Beinen einhergeht.
Ulcus cruris venosum ("Offenes Bein"): In der Abheilungsphase von chronischen Wunden ist die Kompression absolut essenziell, um die Durchblutung zu sichern.
Der Arzt legt auf dem Rezept nicht nur die Länge des Strumpfes (Wadenstrumpf, Schenkelstrumpf oder Strumpfhose) fest, sondern auch die Kompressionsklasse (KKL oder CCL). Diese gibt an, wie stark der Ruhedruck des Strumpfes an der Fessel ist:
KKL 1 (Leichte Kompression): Wird oft bei beginnenden Krampfadern, leichten Schwellungsneigungen oder in der Schwangerschaft verordnet. Der Druck ist spürbar, aber das Anziehen fällt noch relativ leicht.
KKL 2 (Mittlere Kompression): Die mit Abstand am häufigsten verordnete Klasse. Sie kommt bei ausgeprägten Krampfadern, nach Venen-Operationen, bei leichten Ödemen und zur Thromboseprophylaxe zum Einsatz.
KKL 3 (Kräftige Kompression): Wird bei schweren venösen Erkrankungen, ausgeprägten Lymphödemen oder nach abgeheilten Unterschenkelgeschwüren benötigt. Das Anziehen erfordert hier bereits deutlich mehr Kraft.
KKL 4 (Sehr kräftige Kompression): Kommt nur in seltenen, sehr schweren Fällen von Lymphödemen (Elephantiasis) zum Einsatz. Oft werden hier zwei Strümpfe übereinander getragen, um den extremen Druck zu erreichen.
Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Maßanfertigung ist die Herstellungsart des Gestricks. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Verfahren:
Rundgestrickte Kompressionsstrümpfe: Diese Strümpfe werden nahtlos auf einem runden Zylinder gestrickt. Sie sind sehr elastisch, relativ dünn und optisch kaum von blickdichten Feinstrumpfhosen zu unterscheiden. Sie werden hauptsächlich bei Venenleiden (Krampfadern, Thrombose) eingesetzt. Rundgestrickte Strümpfe gibt es in vielen Konfektionsgrößen, sie können aber bei ungewöhnlichen Beinmaßen auch maßgefertigt werden.
Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe: Diese Strümpfe werden flach gestrickt und anschließend mit einer sichtbaren, flachen Naht an der Rückseite zusammengenäht. Das Material ist deutlich dicker, fester und weniger dehnbar (hohe Wandstabilität). Flachstrick wird fast ausschließlich als individuelle Maßanfertigung hergestellt und ist die absolute Standardtherapie bei Lipödemen und Lymphödemen. Das feste Gestrick verhindert, dass sich der Strumpf in tiefe Hautfalten einschnürt, und bietet dem Gewebe einen massiven Widerstand, um Schwellungen zurückzudrängen.
Die Vermessung für medizinische Kompressionsstrümpfe erfordert höchste Präzision. Ein Millimeter zu viel, und der Strumpf rutscht oder verliert seine medizinische Wirkung. Ein Millimeter zu wenig, und er schnürt schmerzhaft ein.
Die goldene Regel lautet: Die Vermessung muss morgens erfolgen! Über den Tag hinweg sackt Flüssigkeit in die Beine, sie schwellen an. Würde man die Beine am späten Nachmittag vermessen, wäre der resultierende Strumpf viel zu weit und könnte am nächsten Morgen nicht die nötige Kompression aufbauen. Vereinbaren Sie in Ihrem Potsdamer Sanitätshaus daher immer einen Termin in den frühen Vormittagsstunden.
Digitale Messtechnik (z.B. Bodytronic): Viele moderne Sanitätshäuser in Potsdam nutzen mittlerweile berührungslose, digitale Messsysteme. Sie stehen dabei auf einer kleinen Plattform, während unsichtbare Lichtsensoren (Infrarot- oder Streifenlichtscanner) Ihre Beine in einem 360-Grad-Winkel abscannen. Der Computer berechnet innerhalb von Sekunden ein exaktes 3D-Modell Ihrer Beine und ermittelt die perfekten Umfangs- und Längenmaße. Diese Methode ist extrem schnell, hygienisch und fehlerfrei.
Manuelle Vermessung: Besonders bei schweren Ödemen oder zur Anfertigung von flachgestrickten Strümpfen greift das Fachpersonal oft noch zum klassischen Maßband. Hierbei werden an exakt definierten Messpunkten (z.B. Fessel, stärkste Wadenstelle, Kniekehle, Oberschenkel) die Umfänge und Längen millimetergenau notiert.
Der Hausbesuch-Service in Potsdam: Für immobile Senioren, Patienten in der 24-Stunden-Pflege oder Bewohner von Pflegeheimen bieten viele Sanitätshäuser in Potsdam einen mobilen Service an. Das geschulte Fachpersonal kommt direkt zu Ihnen nach Hause ans Pflegebett, um die morgendliche Vermessung durchzuführen. Fragen Sie bei der Terminvereinbarung gezielt nach diesem Service!
Die Finanzierung von orthopädischen Hilfsmitteln ist in Deutschland durch das Sozialgesetzbuch (SGB V) klar geregelt. Wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht und ein ärztliches Rezept vorliegt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen den Löwenanteil der Kosten. Dennoch gibt es Eigenanteile, die Sie kennen sollten.
Offizielle Informationen zu den Leistungspflichten der Krankenkassen finden Sie auch beim GKV-Spitzenverband oder auf den Seiten des Bundesgesundheitsministeriums.
Die gesetzliche Zuzahlung: Für Versicherte ab 18 Jahren beträgt die gesetzliche Zuzahlung generell 10 Prozent der Kosten des Hilfsmittels, jedoch mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro pro Paar.
Die wirtschaftliche Aufzahlung (Mehrkosten): Die Krankenkasse zahlt einen festgelegten Betrag (Festbetrag) für eine "ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche" Standardversorgung. Wünschen Sie jedoch spezielle Materialien (z.B. extra weiche Bezüge, Carbon-Kerne, spezielle Sporteinlagen oder geruchshemmende Silberionen-Bezüge), fallen Mehrkosten an. Diese wirtschaftliche Aufzahlung liegt bei Einlagen meist zwischen 20 Euro und 50 Euro pro Paar.
Wie oft zahlt die Kasse? In der Regel haben Erwachsene Anspruch auf zwei Paar Einlagen pro Kalenderjahr. Oft wird bei der Erstversorgung ein Paar verschrieben, und nach einer kurzen Eingewöhnungszeit kann das zweite Paar als "Wechselversorgung" (aus hygienischen Gründen) verordnet werden.
Sonderfall Kinder: Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren entfällt die gesetzliche Zuzahlung komplett.
Die gesetzliche Zuzahlung: Auch hier gelten die 10 Prozent (mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro) pro verordnetem Hilfsmittel.
Die wirtschaftliche Aufzahlung: Die Kasse zahlt das "Kassenmodell". Moderne Sanitätshäuser bieten jedoch Strümpfe in modischen Trendfarben, mit edlen Mustern, speziellen Hautpflege-Zusätzen (z.B. Aloe Vera im Gestrick) oder aufwendigen Spitzen-Haftbändern (Silikonnoppen, die das Rutschen verhindern) an. Für diese Komfortmerkmale wird eine wirtschaftliche Aufzahlung fällig, die je nach Hersteller und Ausführung meist zwischen 15 Euro und 40 Euro liegt. Wichtig: Das Sanitätshaus ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen immer mindestens ein mehrkostenfreies Kassenmodell anzubieten (bei dem nur die 5-10 Euro Zuzahlung anfallen).
Wie oft zahlt die Kasse? Aus medizinischen und hygienischen Gründen verliert das elastische Gewebe nach etwa sechs Monaten täglichen Tragens seine definierte Kompressionskraft. Daher haben Sie in der Regel Anspruch auf zwei Versorgungen pro Jahr (alle 6 Monate). Bei der Erstdiagnose kann der Arzt aus hygienischen Gründen sofort ein Wechselpaar verordnen. Bei starken Gewichtsschwankungen oder einer Veränderung des Ödems kann auch vor Ablauf der 6 Monate eine Neuversorgung beantragt werden.
Tipp zur Zuzahlungsbefreiung: Wenn Ihre jährlichen Zuzahlungen für Medikamente, Krankenhausaufenthalte und Hilfsmittel 2 % Ihres Bruttoeinkommens (bei chronisch Kranken 1 %) übersteigen, können Sie sich bei Ihrer Krankenkasse von weiteren Zuzahlungen befreien lassen. Heben Sie daher alle Quittungen gut auf!
Spezielle Anziehhilfen erleichtern das morgendliche Überstreifen der Strümpfe enorm.
Für viele Senioren ist das morgendliche Anziehen der engen Kompressionsstrümpfe ein wahrer Kraftakt. Die nachlassende Kraft in den Händen, eingeschränkte Beweglichkeit in Hüfte und Knie oder rheumatische Beschwerden machen das Überstreifen oft unmöglich. Doch auch hierfür gibt es in Potsdam hervorragende Lösungen.
Anziehhilfen auf Rezept: Es gibt spezielle An- und Ausziehhilfen, die ebenfalls vom Arzt verordnet und von der Krankenkasse bezahlt werden können. Die bekanntesten sind:
Metallgestelle (z.B. Butler): Der Strumpf wird über einen Metallhalbkreis gedehnt. Sie können dann einfach mit dem Fuß hineinschlüpfen, ohne sich tief bücken zu müssen. Anschließend ziehen Sie das Gestell an langen Griffen nach oben.
Gleitmatten (Gleitsegel): Diese aus extrem glattem Fallschirmseide-Material gefertigten Hilfen werden über den Fuß gezogen. Der Strumpf gleitet daraufhin fast reibungslos über Ferse und Knöchel. Durch eine spezielle Öffnung an der Fußspitze wird die Gleithilfe danach einfach herausgezogen.
Gummihandschuhe: Ein absolutes Muss! Tragen Sie beim Anziehen immer spezielle, gummierte Noppenhandschuhe aus dem Sanitätshaus. Sie geben Ihnen enormen Grip, schonen das empfindliche Gestrick vor spitzen Fingernägeln oder Ringen und erleichtern das gleichmäßige Verteilen des Strumpfes am Bein.
Pflegedienste und Kompressionsstrümpfe: Wenn Sie oder Ihr Angehöriger trotz Anziehhilfen nicht in der Lage sind, die Strümpfe selbstständig anzulegen, kann der Arzt dies als Behandlungspflege verordnen. Ein ambulanter Pflegedienst in Potsdam kommt dann morgens zum Anziehen und abends zum Ausziehen der Strümpfe zu Ihnen nach Hause. Diese Leistung wird von der Krankenkasse (nicht von der Pflegekasse!) übernommen und belastet nicht Ihr Budget für den Pflegegrad.
Die tägliche schonende Pflege erhält die medizinische Wirkung Ihrer Kompressionsstrümpfe.
Damit Ihre maßgefertigten Einlagen und Strümpfe ihre medizinische Funktion behalten, ist die richtige Pflege entscheidend.
Pflege von orthopädischen Einlagen:
Nehmen Sie die Einlagen abends immer aus den Schuhen heraus, damit sie auslüften und trocknen können. Fußschweiß kann das Material auf Dauer zersetzen.
Legen Sie die Einlagen niemals auf die Heizung oder in die direkte Sonne! Die Hitze kann den Kleber lösen oder das Material verformen.
Reinigen Sie die Oberfläche regelmäßig mit einem feuchten Tuch und etwas milder Seife. Für Lederbezüge gibt es spezielle Pflegemittel.
Waschen Sie Einlagen niemals in der Waschmaschine.
Pflege von Kompressionsstrümpfen:
Kompressionsstrümpfe müssen täglich gewaschen werden! Hautschuppen, Schweiß und Körpercremes greifen die empfindlichen Elasthan-Fäden an. Nur durch das Waschen zieht sich das Gestrick wieder zusammen und erhält seine volle Kompressionskraft für den nächsten Tag zurück.
Waschen Sie die Strümpfe bei 30 bis 40 Grad in der Waschmaschine (Feinwaschgang) oder per Hand.
Verwenden Sie ein mildes Feinwaschmittel oder spezielle Strumpfwaschmittel aus dem Sanitätshaus.
Absolutes Verbot für Weichspüler! Weichspüler verklebt die elastischen Fasern und zerstört die medizinische Wirkung des Strumpfes sofort.
Trocknen Sie die Strümpfe an der Luft, aber nicht auf der Heizung und nicht in der prallen Sonne. Der Trockner ist nur erlaubt, wenn das Pflegeetikett dies ausdrücklich zulässt (meist im Schongang).
Um Ihnen den Prozess so einfach wie möglich zu machen, haben wir den typischen Ablauf für Patienten in Potsdam zusammengefasst:
Der Arztbesuch: Suchen Sie Ihren Hausarzt, Orthopäden oder Phlebologen auf. Schildern Sie Ihre Beschwerden präzise. Der Arzt stellt die Diagnose und druckt ein Rezept (Muster 16, rosa Zettel oder als E-Rezept) aus. Wichtig: Das Rezept ist in der Regel nur 28 Tage gültig!
Terminvereinbarung: Rufen Sie in einem Sanitätshaus Ihrer Wahl in Potsdam an. Für Kompressionsstrümpfe vereinbaren Sie zwingend einen Termin am frühen Vormittag. Klären Sie bei Bedarf ab, ob ein Hausbesuch möglich ist.
Die Vermessung: Im Sanitätshaus werden Ihre Füße oder Beine mit modernster 3D-Technik oder manuell vermessen. Sie werden ausführlich zu Materialien, Farben und eventuellen Mehrkosten beraten.
Die Fertigung: Die Daten werden an die Werkstatt oder den Hersteller übermittelt. Die Anfertigung von Maßeinlagen dauert meist etwa 1 bis 2 Wochen. Auch maßgefertigte Kompressionsstrümpfe benötigen in der Regel 7 bis 10 Tage Produktionszeit.
Die Abholung und Einweisung: Beim Abholtermin wird die Passform streng kontrolliert. Bringen Sie für Einlagen Ihre Schuhe mit! Bei Kompressionsstrümpfen übt das Fachpersonal mit Ihnen das richtige An- und Ausziehen und testet bei Bedarf verschiedene Anziehhilfen.
Nutzen Sie diese kurzen Checklisten, um bestens auf Ihren Termin vorbereitet zu sein.
Checkliste: Orthopädische Einlagen
[ ] Gültiges ärztliches Rezept (nicht älter als 28 Tage) vorhanden?
[ ] Termin im Sanitätshaus vereinbart?
[ ] 2-3 Paar der am häufigsten getragenen Schuhe zum Termin eingepackt?
[ ] Befreiungskarte der Krankenkasse (falls vorhanden) eingepackt?
[ ] Nach Eingewöhnung (ca. 2-4 Wochen): Rezept für das Wechselpaar beim Arzt angefordert?
Checkliste: Kompressionsstrümpfe
[ ] Rezept mit genauer Angabe von Länge (z.B. AD Wadenstrumpf) und Kompressionsklasse (z.B. KKL 2) vorhanden?
[ ] Termin für die morgendliche Vermessung vereinbart?
[ ] Wurde an ein Rezept für eine Anziehhilfe gedacht (falls die Kraft in den Händen nachlässt)?
[ ] Gummihandschuhe für das schonende Anziehen besorgt?
[ ] Spezialwaschmittel (ohne Weichspüler) für die tägliche Pflege im Haus?
[ ] Kalendereintrag gemacht: In 6 Monaten neues Rezept für die Folgeversorgung besorgen!
Muss ich Kompressionsstrümpfe auch im Sommer tragen? Ja, gerade im Sommer! Bei Hitze weiten sich die Blutgefäße zusätzlich, das Blut versackt noch schneller in den Beinen, und die Schwellungen nehmen zu. Die Kompression ist im Sommer medizinisch noch wichtiger als im Winter. Tipp: Befeuchten Sie die Strümpfe an heißen Tagen leicht mit einer Sprühflasche oder nutzen Sie spezielle kühlende Gels, die über dem Strumpf aufgetragen werden können.
Was mache ich, wenn die neue Einlage drückt? Eine neue orthopädische Einlage verändert die Statik Ihres Körpers. Ein leichter Muskelkater in den Beinen oder im Rücken ist in den ersten Tagen völlig normal. Steigern Sie die Tragedauer langsam (am ersten Tag nur 2 Stunden, dann täglich steigern). Wenn die Einlage jedoch punktuell hart drückt, scheuert oder Blasen verursacht, gehen Sie sofort zurück ins Sanitätshaus. Der Techniker kann das Material nachträglich nachbessern und weicher auspolstern.
Kann ich meine Kompressionsstrümpfe nachts anlassen? Nein. Medizinische Kompressionsstrümpfe sind in der Regel für das Tragen in der aktiven Phase (tagsüber) konzipiert. Im Liegen entfällt der hydrostatische Druck der Schwerkraft auf die Venen. Der Ruhedruck des Strumpfes könnte in der Nacht die arterielle Durchblutung stören. Ziehen Sie die Strümpfe abends vor dem Schlafengehen aus, es sei denn, Ihr Arzt hat ausdrücklich etwas anderes angeordnet (z.B. nach bestimmten Operationen).
Zahlt die Pflegekasse meine Einlagen oder Strümpfe, wenn ich einen Pflegegrad habe? Nein. Orthopädische Einlagen und Kompressionsstrümpfe sind medizinische Hilfsmittel zur Krankenbehandlung und fallen in die Zuständigkeit der Krankenkasse (§ 33 SGB V). Die Pflegekasse zahlt Pflegehilfsmittel (wie Pflegebetten, Hausnotruf oder zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel). Der Pflegegrad spielt für die Genehmigung von Einlagen oder Strümpfen keine Rolle. Wohl aber kann, wie oben erwähnt, das An- und Ausziehen der Strümpfe als ärztlich verordnete Behandlungspflege über die Krankenkasse abgerechnet werden.
Meine Schuhe sind zu eng für die Einlagen. Was nun? Orthopädische Einlagen benötigen Platz im Schuh. Entfernen Sie immer die werkseitig vorhandene Sohle des Schuhs, bevor Sie Ihre Maßeinlage hineinlegen. Achten Sie beim zukünftigen Schuhkauf darauf, dass der Schuh über ein sogenanntes "Wechselfußbett" verfügt. Dies ist bei vielen modernen Komfortschuhen der Fall.
Der Weg zur perfekten orthopädischen Einlage oder zum ideal sitzenden Kompressionsstrumpf in Potsdam ist dank moderner 3D-Messtechnik und hochqualifizierter Orthopädietechniker heute komfortabler und präziser denn je. Ob Sie Schmerzen beim Gehen durch einen Fersensporn lindern möchten oder geschwollene Beine durch eine fachgerechte Kompressionstherapie behandeln müssen – die richtigen Hilfsmittel geben Ihnen ein großes Stück Mobilität und Sicherheit im Alltag zurück.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen auch im Jahr 2026 die wesentlichen Kosten für diese medizinisch notwendigen Versorgungen. Scheuen Sie sich nicht, Ihren Arzt bei Beschwerden frühzeitig auf ein Rezept anzusprechen. Achten Sie bei Kompressionsstrümpfen zwingend auf die morgendliche Vermessung und nutzen Sie die professionelle Beratung in den Potsdamer Sanitätshäusern, um auch in puncto Anziehhilfen und Pflegetipps bestens gerüstet zu sein. Mit der richtigen Handhabung und Pflege werden Ihre neuen Hilfsmittel zu treuen und unsichtbaren Begleitern für ein aktives, schmerzfreies Leben.
Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Einlagen und Kompressionsstrümpfe