In unserer zunehmend digitalisierten Welt ist der Zugang zum Internet keine Frage des Luxus mehr, sondern eine absolute Notwendigkeit für die gesellschaftliche Teilhabe. Im Jahr 2026 finden weite Teile des öffentlichen, medizinischen und sozialen Lebens online statt. Für Senioren und Seniorinnen bietet diese Entwicklung enorme Chancen, birgt jedoch auch Herausforderungen. Ein altersgerechtes Senioren-Tablet ist das ideale Werkzeug, um diese Brücke zu schlagen. Es ermöglicht nicht nur den unkomplizierten Kontakt zu Kindern und Enkeln via Videotelefonie, sondern ist mittlerweile ein zentrales Instrument für die Gesundheitsversorgung, die Organisation des Alltags und die geistige Fitness im Alter.
Viele ältere Menschen haben Respekt vor moderner Technik. Die Angst, etwas "kaputt zu machen" oder mit komplizierten Menüs überfordert zu sein, ist weit verbreitet. Doch die Industrie hat reagiert: Moderne Tablets für Senioren zeichnen sich durch intuitive Bedienkonzepte, große Schaltflächen und eine reduzierte Komplexität aus. Dieser umfassende Ratgeber von PflegeHelfer24 zeigt Ihnen und Ihren Angehörigen detailliert, worauf Sie beim Kauf achten müssen, welche Kosten auf Sie zukommen, wie die Einrichtung gelingt und wie Sie finanzielle Zuschüsse durch die Pflegekasse optimal nutzen können.
Bevor wir uns den technischen Details widmen, ist es entscheidend, die emotionale Komponente zu betrachten. Der Einstieg in die digitale Welt erfordert Mut. Viele Senioren haben ihr ganzes Leben ohne Touchscreens, Apps oder das Internet verbracht. Wenn Sie als Angehöriger ein Tablet für Ihre Eltern oder Großeltern anschaffen, ist Geduld die wichtigste Tugend. Kommunizieren Sie klar, dass ein Tablet in erster Linie ein Werkzeug für mehr Lebensqualität ist. Betonen Sie die konkreten Vorteile, die im Alltag sofort spürbar sind.
Häufige Ängste und wie Sie diese entkräften können:
Die Angst, das Internet zu löschen: Erklären Sie, dass die Software so konzipiert ist, dass man durch normales Tippen nichts fundamental zerstören kann. Moderne Betriebssysteme sind robust.
Die Angst vor Betrug: Nehmen Sie diese Sorge ernst. Richten Sie das Gerät gemeinsam sicher ein und vereinbaren Sie Regeln (z. B. "Wir klicken niemals auf Links in SMS von unbekannten Nummern").
Die Angst vor Überforderung: Starten Sie mit nur zwei oder drei Anwendungen. Eine App für Fotos, eine für Videoanrufe und vielleicht eine Wetter-App. Der Rest wird vorerst ausgeblendet.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der positiven Verstärkung. Wenn der erste Videoanruf mit dem im Ausland lebenden Enkelkind gelingt oder das geliebte Kreuzworträtsel digital gelöst wird, weicht die Skepsis meist sehr schnell einer großen Begeisterung für die neuen Möglichkeiten.
Ein Senioren-Tablet ist nicht zwingend eine völlig neue Gerätekategorie, sondern vielmehr ein Konzept, das auf die spezifischen Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten ist. Mit zunehmendem Alter verändern sich die motorischen Fähigkeiten, die Sehkraft lässt nach und das Gehör wird schwächer. Ein gutes Tablet für Senioren gleicht diese altersbedingten Einschränkungen durch intelligente Hardware und angepasste Software aus.
Grundsätzlich gibt es zwei Herangehensweisen auf dem Markt:
Spezielle Senioren-Tablets: Hersteller wie Doro oder Emporia entwickeln Geräte, die von Grund auf für ältere Menschen konzipiert sind. Sie bieten oft eine physische "Home-Taste", eine besonders laute Akustik und eine vorinstallierte, stark vereinfachte Benutzeroberfläche.
Standard-Tablets mit Senioren-Software: Ein handelsübliches Apple iPad oder Samsung Galaxy Tab wird durch spezielle Einstellungen, den sogenannten Senioren-Launchern (spezielle Startbildschirme), und die Aktivierung von Bedienungshilfen altersgerecht umgerüstet.
Beide Wege haben ihre Berechtigung. Während spezielle Geräte oft sofort einsatzbereit sind, bieten umgerüstete Standard-Geräte meist die bessere Bildschirmqualität und eine längere Versorgung mit wichtigen Sicherheitsupdates.
Große und deutliche Symbole erleichtern die tägliche Bedienung enorm.
Die physischen Eigenschaften des Tablets entscheiden maßgeblich darüber, ob das Gerät gerne genutzt wird oder in der Schublade verstaubt. Achten Sie bei der Auswahl auf die folgenden kritischen Faktoren, um einen Fehlkauf zu vermeiden.
1. Displaygröße und Bildqualität Das Display ist das wichtigste Element. Ein Senioren-Tablet sollte eine Bildschirmdiagonale von mindestens 10 Zoll (ca. 25,4 cm) aufweisen. Kleinere 8-Zoll-Geräte sind zwar leichter, bieten aber zu wenig Platz für eine ausreichend große Darstellung von Texten und Symbolen. Achten Sie auf eine hohe Helligkeit und gute Kontrastwerte. Bei altersbedingter Makuladegeneration oder Grauem Star ist ein kontrastreiches Bild (idealerweise ein OLED-Display) eine enorme Erleichterung beim Lesen.
2. Gewicht und Handhabung Senioren haben oft weniger Kraft in den Händen oder leiden unter Arthrose. Ein Tablet sollte daher nicht mehr als 450 bis 550 Gramm wiegen. Ist das Gerät zu schwer, wird das Halten schnell ermüdend. Eine rutschfeste Rückseite oder eine griffige Schutzhülle sind essenziell, um Stürze des Geräts zu verhindern.
3. Akkulaufzeit und Lademechanismus Das Gerät sollte bei normaler Nutzung mindestens zwei bis drei Tage ohne Aufladen auskommen. Ein Akku mit einer Kapazität von 7.000 mAh oder mehr ist empfehlenswert. Ein oft unterschätztes Problem ist der Ladevorgang selbst: Kleine Stecker (wie USB-C oder Lightning) können für zittrige Hände eine Herausforderung sein. Ideal sind Tablets, die mit einer magnetischen Ladestation (einem sogenannten Dock) geliefert werden. Das Tablet muss dann nur noch in die Halterung gestellt werden, um zu laden.
4. Audioqualität und Lautsprecher Für Menschen mit Hörminderung sind nach vorne gerichtete Lautsprecher (Front-Facing Speakers) wichtig. Der Klang sollte klar und auch bei hoher Lautstärke nicht verzerrt sein. Im Jahr 2026 verfügen viele moderne Tablets zudem über Bluetooth-Schnittstellen, die sich direkt mit modernen Hörgeräten koppeln lassen. So wird der Ton des Videoanrufs direkt und ohne störende Nebengeräusche in das Ohr des Nutzers übertragen.
Die beste Hardware nützt nichts, wenn die Software verwirrend ist. Standard-Betriebssysteme sind oft mit Dutzenden vorinstallierten Apps (sogenannter Bloatware), Benachrichtigungen und komplexen Einstellungsmenüs überladen. Für einen Technik-Neuling ist das pures Gift.
Eine seniorengerechte Benutzeroberfläche zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
Große, eindeutige Symbole: Statt kleiner Icons werden große Kacheln verwendet, die mit klaren Begriffen beschriftet sind (z.B. "Nachrichten", "Fotos", "Internet" statt "Safari" oder "Chrome").
Verzicht auf komplexe Gesten: Das Wischen (Swipe) von den Rändern oder das doppelte Tippen wird oft versehentlich ausgelöst. Eine gute Senioren-Software setzt auf einfaches Tippen und bietet immer einen gut sichtbaren "Zurück"-Knopf.
Anpassbare Berührungsdauer: Ältliche Haut ist oft trockener, und die Motorik kann verlangsamt sein. Die Software sollte es erlauben, die Reaktionszeit des Touchscreens anzupassen, sodass ein kurzes Zittern nicht sofort eine ungewollte Aktion auslöst.
Keine störenden Benachrichtigungen: Pop-ups, die auf Systemupdates oder App-Werbung hinweisen, verunsichern. Diese sollten im Hintergrund durch Angehörige verwaltet werden.
Wenn Sie sich für ein Standard-Tablet (z.B. mit dem Betriebssystem Android) entscheiden, können Sie spezielle Apps installieren, die die Oberfläche vereinfachen. Bekannte Beispiele für solche Senioren-Launcher sind "BIG Launcher" oder "Asina". Bei Apple-Geräten (iPad) lässt sich über die integrierten "Bedienungshilfen" und den "Geführten Zugriff" eine sehr stark vereinfachte, seniorengerechte Umgebung schaffen.
Eine aufgeräumte Benutzeroberfläche schützt vor technischer Überforderung im Alltag.
Ein Tablet ohne Internetverbindung ist weitgehend nutzlos. Die Frage nach dem richtigen Zugang zum Netz ist daher zentral. Hier gibt es im Wesentlichen zwei Szenarien, die Sie prüfen müssen.
Szenario 1: Es ist bereits ein WLAN-Anschluss in der Wohnung vorhanden Wenn der Senior oder die Seniorin bereits über einen Festnetz-Internetanschluss mit WLAN-Router verfügt (oder in einer Pflegeeinrichtung mit freiem WLAN lebt), reicht ein Tablet in der reinen WiFi-Version (WLAN) völlig aus. Diese Geräte sind in der Anschaffung günstiger und es fallen keine zusätzlichen monatlichen Mobilfunkkosten an.
Szenario 2: Es gibt keinen Internetanschluss im Haus Viele ältere Menschen haben ihren Festnetzanschluss nie um einen Internetzugang erweitert. In diesem Fall benötigen Sie ein Tablet mit einem SIM-Karten-Steckplatz (oft als Cellular, LTE oder 5G bezeichnet). Sie müssen dann einen separaten Mobilfunktarif abschließen.
Worauf Sie bei einem Mobilfunktarif für das Tablet achten sollten:
Datenvolumen: Für gelegentliches Surfen, Wetterberichte und das Empfangen von Fotos reichen 3 bis 5 Gigabyte (GB) pro Monat. Wenn jedoch regelmäßig Videotelefonie (z.B. über WhatsApp, Skype oder Facetime) genutzt wird, sollten Sie einen Tarif mit mindestens 10 bis 20 Gigabyte wählen.
Netzabdeckung: Prüfen Sie unbedingt vorab, welches Netz (Telekom, Vodafone, O2) am Wohnort des Seniors die beste Abdeckung bietet. Im ländlichen Raum gibt es im Jahr 2026 trotz des fortgeschrittenen 5G-Ausbaus immer noch regionale Unterschiede.
Kostenfalle Roaming und Drittanbieter: Lassen Sie beim Mobilfunkanbieter sofort eine sogenannte Drittanbietersperre einrichten. Dies verhindert, dass durch versehentliches Klicken auf Werbebanner teure Abonnements abgeschlossen werden.
Die Anschaffung eines hochwertigen Tablets ist mit Kosten verbunden. Die Preisspanne für vernünftige Geräte liegt im Jahr 2026 zwischen 200 Euro und 600 Euro. Hinzu kommen eventuelle monatliche Kosten für den Mobilfunktarif (ca. 10 bis 20 Euro monatlich) sowie Ausgaben für Zubehör wie Hüllen oder Ladekabel.
Zuschüsse durch die Pflegekasse (Digitale Pflegeanwendungen - DiPA) Ein enorm wichtiger, aber oft übersehener Aspekt ist die finanzielle Unterstützung durch die gesetzliche Pflegeversicherung. Seit der Einführung der Digitalen Pflegeanwendungen (DiPA) nach § 39a SGB XI haben Pflegebedürftige einen gesetzlichen Anspruch auf finanzielle Zuschüsse für digitale Helfer.
Wenn bei der betroffenen Person ein anerkannter Pflegegrad (von Pflegegrad 1 bis Pflegegrad 5) vorliegt, übernimmt die Pflegekasse Kosten für zertifizierte Pflege-Apps in Höhe von bis zu 50 Euro pro Monat. Diese Anwendungen (DiPA) helfen beispielsweise bei der Sturzprävention durch gezielte Übungsvideos, bieten Gedächtnistraining bei beginnender Demenz oder unterstützen Angehörige bei der Organisation der Pflege.
Wichtig: Die Pflegekasse zahlt in der Regel nicht die Hardware (das Tablet) selbst, es sei denn, das Tablet ist integraler Bestandteil eines zertifizierten Hilfsmittelsystems (wie bei einigen modernen, displaybasierten Hausnotrufsystemen). Dennoch lohnt sich die Anschaffung des Tablets privat, um die monatlich finanzierten Gesundheits-Apps kostenfrei nutzen zu können. Sprechen Sie hierzu gerne die Pflegeberater von PflegeHelfer24 an, um individuelle Fördermöglichkeiten in Ihrer spezifischen Pflegesituation zu prüfen.
Im Jahr 2026 ist die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens weit fortgeschritten. Ein Senioren-Tablet ist nicht nur ein Unterhaltungsgerät, sondern der direkte Draht zur medizinischen Versorgung. Die Bundesregierung und das Bundesgesundheitsministerium haben in den vergangenen Jahren verbindliche Standards geschaffen, die den Alltag von Senioren massiv erleichtern.
Das E-Rezept (Elektronisches Rezept) Der rosa Papierzettel gehört der Vergangenheit an. Ärzte stellen Rezepte digital aus. Über das Tablet und die entsprechende App der Krankenkasse können Senioren ihre Medikamente direkt bei der örtlichen Apotheke vorbestellen oder bei Online-Apotheken ordern und sich bequem nach Hause liefern lassen. Dies erspart gerade mobilitätseingeschränkten Menschen beschwerliche Wege.
Die elektronische Patientenakte (ePA) Seit 2025 ist die ePA für alle gesetzlich Versicherten der Standard. Auf dem Tablet können Senioren (oder deren bevollmächtigte Angehörige) Arztbriefe, Befunde, den Medikationsplan und den Impfpass einsehen. Bei einem Arztwechsel oder einem Notfall sind alle lebenswichtigen Informationen sofort griffbereit auf dem Bildschirm verfügbar.
Videosprechstunden Der Weg ins Wartezimmer ist besonders in der Erkältungssaison oder bei schlechtem Wetter beschwerlich. Über das Tablet können Routinebesprechungen, die Besprechung von Blutwerten oder die Erneuerung von Rezepten per sicherer Videosprechstunde mit dem Hausarzt durchgeführt werden. Ein gutes Senioren-Tablet mit einer hochauflösenden Frontkamera ist hierfür die perfekte technische Basis.
Videosprechstunden ermöglichen den unkomplizierten Arztbesuch bequem von zu Hause aus.
Ein weiterer entscheidender Vorteil moderner Senioren-Tablets ist die Integrationsmöglichkeit mit weiteren Hilfsmitteln. PflegeHelfer24 berät täglich Familien zur Installation eines Hausnotrufs. Moderne Hausnotrufsysteme lassen sich im Jahr 2026 intelligent mit dem Tablet vernetzen.
So können Angehörige über eine App auf dem Tablet den Status des Hausnotrufs einsehen. Einige Tablets dienen sogar selbst als Erweiterung des Notrufsystems, indem sie bei einem ausgelösten Alarm automatisch eine Videoverbindung zur Notrufzentrale oder zu den Angehörigen aufbauen. Auch Smart Home-Anwendungen lassen sich integrieren: Das Tablet wird zur Kommandozentrale, mit der Senioren vom Sessel aus das Licht dimmen, die Heizung regulieren oder sehen können, wer an der Haustür klingelt (über eine digitale Türklingel mit Kamera).
Die digitale Welt bietet viele Vorteile, zieht aber leider auch Kriminelle an. Senioren sind eine häufige Zielgruppe für Online-Betrug. Als Angehöriger ist es Ihre Pflicht, das Tablet so sicher wie möglich zu konfigurieren, bevor Sie es übergeben.
Die größten Gefahren und wie Sie sie abwehren:
Phishing und der Enkeltrick 2.0: Betrüger kontaktieren Senioren über Messenger-Dienste wie WhatsApp oder per SMS ("Hallo Mama, das ist meine neue Nummer..."). Klären Sie Ihre Angehörigen intensiv darüber auf, dass Banken niemals Passwörter per E-Mail abfragen und Geldüberweisungen an angebliche Verwandte immer durch einen persönlichen Anruf unter der alten, bekannten Nummer verifiziert werden müssen.
Schadsoftware (Viren und Trojaner): Auf einem Apple iPad ist die Gefahr von Viren durch das geschlossene System extrem gering. Bei Android-Tablets sollten Sie darauf achten, dass Apps ausschließlich aus dem offiziellen Google Play Store heruntergeladen werden dürfen. Deaktivieren Sie in den Einstellungen die Installation aus "unbekannten Quellen".
Automatische Updates: Richten Sie das Tablet so ein, dass Betriebssystem-Updates und App-Aktualisierungen nachts automatisch im Hintergrund durchgeführt werden. Dies schließt Sicherheitslücken, ohne den Nutzer mit ständigen Update-Meldungen zu belästigen.
Sichere Passwörter und Biometrie: Das Eintippen von langen Passwörtern ist mühsam. Nutzen Sie die biometrischen Funktionen moderner Tablets. Die Entsperrung über den Fingerabdruck (Touch ID) oder die Gesichtserkennung (Face ID) ist nicht nur wesentlich komfortabler für Senioren, sondern auch deutlich sicherer als ein einfaches Passwort wie "123456".
Das richtige Zubehör macht die Nutzung des Tablets erst richtig komfortabel und sicher.
Die Schutzhülle (Case) Ein Tablet fällt früher oder später herunter. Eine robuste Schutzhülle (oft als Bumper bezeichnet) mit verstärkten Ecken ist absolute Pflicht. Achten Sie darauf, dass die Hülle eine integrierte Aufstellfunktion (Standfuß) hat. So kann das Tablet bei Videoanrufen oder beim Anschauen von Mediatheken-Inhalten bequem auf den Tisch gestellt werden, ohne dass es dauerhaft in der Hand gehalten werden muss.
Eingabestifte (Stylus) Für Senioren mit dicken Fingern oder starkem Tremor (Zittern) ist die Bedienung des Touchscreens oft frustrierend. Ein spezieller Eingabestift mit einer weichen Gummispitze (schon für unter 10 Euro erhältlich) wirkt hier Wunder. Er ermöglicht ein präzises Tippen und hält zudem das Display frei von störenden Fingerabdrücken.
Blendschutz-Folien Spiegelungen auf dem Display durch Deckenlampen oder Sonnenlicht strengen die Augen stark an. Eine matte Displayschutzfolie reduziert diese Reflexionen erheblich und schützt das Glas zusätzlich vor Kratzern.
Eine robuste Hülle mit Standfuß schützt das Gerät vor Stürzen.
Übergeben Sie niemals ein originalverpacktes Tablet an einen Technik-Neuling. Die Ersteinrichtung mit dem Anlegen von Benutzerkonten, dem Akzeptieren von Datenschutzrichtlinien und dem Einrichten von WLAN-Passwörtern ist selbst für erfahrene Nutzer oft lästig. Für Senioren ist es eine unüberwindbare Hürde.
Gehen Sie bei der Einrichtung nach dieser Checkliste vor:
Konto erstellen: Legen Sie eine neue, seriöse E-Mail-Adresse für den Senior an (z.B. vorname.nachname@anbieter.de) und erstellen Sie damit die Apple ID oder das Google-Konto. Notieren Sie sich alle Passwörter in einem sicheren Passwortmanager für sich selbst und schreiben Sie sie für den Senior gut lesbar in ein kleines Notizbuch.
WLAN und SIM einrichten: Verbinden Sie das Gerät mit dem Heimnetzwerk und legen Sie gegebenenfalls die SIM-Karte ein. Deaktivieren Sie die PIN-Abfrage der SIM-Karte, damit das Tablet bei einem Neustart sofort hochfährt, ohne dass eine vierstellige PIN gesucht werden muss.
Aufräumen: Löschen oder verstecken Sie alle vorinstallierten Apps, die nicht benötigt werden (Aktien-Apps, komplexe Spiele, Systemwerkzeuge).
Startbildschirm gestalten: Platzieren Sie nur die wichtigsten Apps auf der ersten Seite. Nutzen Sie die größtmögliche Symboldarstellung. Ein Foto der Familie als Hintergrundbild schafft eine emotionale Bindung zum Gerät.
Kontakte einspeichern: Speichern Sie alle wichtigen Familienmitglieder, Freunde und Ärzte mit einem Profilbild im Adressbuch ab. Bei Videoanrufen erscheint dann sofort das vertraute Gesicht.
Fernwartung einrichten: Installieren Sie eine App zur Fernwartung (wie z.B. TeamViewer). Sollte der Senior ein Problem haben ("Das Bild ist plötzlich weg" oder "Hier ist eine komische Meldung"), können Sie sich von Ihrem eigenen Smartphone oder PC aus auf das Senioren-Tablet schalten und das Problem aus der Ferne lösen, ohne vor Ort sein zu müssen.
Die gemeinsame Einrichtung durch Angehörige schafft Vertrauen und technische Sicherheit.
Nach der Übergabe beginnt die eigentliche Lernphase. Auch wenn das Tablet seniorengerecht eingerichtet ist, bedarf es einer Begleitung. Planen Sie in den ersten Wochen regelmäßige "Tablet-Stunden" ein. Üben Sie konkrete Szenarien: "Wie rufe ich meine Tochter per Video an?", "Wie suche ich nach einem Rezept für Apfelkuchen?", "Wie schaue ich die Tagesschau vom Vortag?".
Wenn Sie als Angehöriger nicht die Zeit oder die Geduld haben (was völlig normal und menschlich ist), gibt es in Deutschland hervorragende externe Hilfsangebote. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) bietet umfangreiche Materialien und Wegweiser für ältere Menschen im digitalen Raum. Zudem bieten fast alle Volkshochschulen (VHS) spezielle Kurse wie "Tablet für Senioren – Schritt für Schritt" an. Solche Kurse haben zudem den positiven Nebeneffekt, dass Senioren unter Gleichgesinnten sind und soziale Kontakte knüpfen können.
Auch ehrenamtliche Initiativen wie die "Digital-Kompass"-Standorte bieten bundesweit kostenlose Sprechstunden an, in denen geduldige Helfer bei Problemen mit dem Tablet zur Seite stehen.
Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Punkte dieses Ratgebers in einer kompakten Checkliste zusammengefasst. Gehen Sie diese Punkte durch, bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen:
1. Zweck definieren: Wofür soll das Tablet hauptsächlich genutzt werden? (Nur Videotelefonie oder auch E-Rezept, DiPA und Surfen?)
2. Displaygröße: Ist das Display mindestens 10 Zoll groß und ausreichend hell?
3. Gewicht: Wiegt das Gerät unter 600 Gramm, damit es bequem gehalten werden kann?
4. Benutzeroberfläche: Bietet das Gerät einen Senioren-Modus oder lässt sich ein Launcher mit großen Symbolen installieren?
5. Internetzugang: Ist WLAN vorhanden oder wird ein Modell mit SIM-Karte (LTE/5G) benötigt?
6. Audioqualität: Sind die Lautsprecher laut genug und nach vorne gerichtet? Ist Bluetooth für Hörgeräte vorhanden?
7. Zubehör: Wurden eine stoßfeste Hülle mit Standfunktion und eventuell ein Eingabestift mitbestellt?
8. Sicherheit: Wurden automatische Updates aktiviert und eine Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter eingerichtet?
9. Fernwartung: Ist eine App installiert, mit der Angehörige bei Problemen aus der Ferne helfen können?
10. Fördermittel prüfen: Wurde bei vorhandenem Pflegegrad geprüft, ob digitale Pflegeanwendungen (DiPA) durch die Pflegekasse bezuschusst werden können?
Ein Senioren-Tablet ist im Jahr 2026 weit mehr als nur ein nettes Spielzeug. Es ist das Tor zur digitalen Teilhabe, ein wichtiges Instrument gegen die soziale Isolation im Alter und ein unverzichtbares Werkzeug für die moderne Gesundheitsversorgung rund um E-Rezept und Telemedizin. Die Auswahl des richtigen Geräts erfordert Sorgfalt: Ein ausreichend großes Display, ein geringes Gewicht und vor allem eine stark vereinfachte, intuitive Bedienoberfläche sind die Grundpfeiler für eine erfolgreiche Nutzung.
Egal ob Sie sich für ein spezielles Senioren-Tablet von Marken wie Doro oder Emporia entscheiden, oder ob Sie ein Standard-Tablet von Apple oder Samsung seniorengerecht umrüsten: Der wichtigste Faktor bleibt die menschliche Begleitung. Nehmen Sie sich die Zeit für eine saubere Ersteinrichtung, befreien Sie das Gerät von unnötigem Ballast und führen Sie Ihre Angehörigen geduldig an die neue Technik heran. Die leuchtenden Augen beim ersten erfolgreichen Videoanruf mit der Familie sind der schönste Lohn für diese Mühe.
Zögern Sie nicht, sich bei Fragen zur Finanzierung von digitalen Pflegeanwendungen (DiPA) oder zur Verknüpfung des Tablets mit einem modernen Hausnotrufsystem an die Experten von PflegeHelfer24 zu wenden. Wir unterstützen Sie gerne dabei, den Alltag für Sie und Ihre Angehörigen sicherer, komfortabler und digitaler zu gestalten.
Die wichtigsten Antworten rund um Kauf, Einrichtung und Finanzierung.