Apotheken rüsten auf: Impfangebot vor massiver Ausweitung

Djamal Sadaghiani
Apotheken bauen Impfangebot aus: Schutzimpfungen direkt um die Ecke

Der Gesundheitsschutz im Alltag soll für die Menschen in Deutschland noch unkomplizierter erreichbar werden. Die Zahl der Apotheken, die eigene Schutzimpfungen anbieten, könnte sich schon in naher Zukunft verdoppeln. Durch gesetzliche Neuregelungen erhalten die pharmazeutischen Fachkräfte vor Ort erweiterten Spielraum, um über die bisherigen Vakzine hinaus aktiv zur Immunisierung der Bevölkerung beizutragen.

Mehr Möglichkeiten für die pharmazeutische Versorgung

Bislang konzentrierten sich die Angebote in den Apotheken vor allem auf die saisonale Grippe- und die COVID-19-Schutzimpfung. Mit neuen gesetzlichen Weichenstellungen, insbesondere durch das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz, dürfen die Teams in den Offizinen künftig weitere wichtige Impfungen durchführen. Nach Angaben der Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände stößt dieser Ausbau auf großes Interesse, sodass ein deutlicher Zuwachs an teilnehmenden Filialen erwartet wird.

Das pharmazeutische Personal durchläuft für diese Aufgaben spezielle Schulungen, um den hohen medizinischen Sicherheits- und Qualitätsstandards bei der Aufklärung, Verabreichung und Dokumentation gerecht zu werden.

Große Erleichterung für Pflegekräfte und Angehörige

Gerade für den Pflegealltag bringt das erweiterte Angebot handfeste Vorteile mit sich. Pflegende Angehörige, Seniorinnen und Senioren sowie ambulante Pflegekräfte stehen häufig unter enormem Zeitdruck und scheuen lange Wartezeiten in überfüllten Arztpraxen. Die wohnortnahe Apotheke fungiert hier als vertrauter und barrierearmer Knotenpunkt der Gesundheitsversorgung.

  • Kurze Wege: Impftermine lassen sich oft flexibel in den Tagesablauf oder alltägliche Besorgungen integrieren.
  • Entlastung der Hausärzte: Wenn Standardimpfungen in Apotheken erfolgen, gewinnen Praxen mehr Zeit für komplexe Behandlungsfälle.
  • Schutz für Risikogruppen: Eine höhere Durchimpfungsrate im Umfeld von Pflegebedürftigen schützt vor schweren Infektionsverläufen.

Schrittweiser Ausbau im Bundesgebiet

Die Umsetzung soll schrittweise erfolgen, sobald die organisatorischen und regionalen Rahmenbedingungen flächendeckend greifen. Neben der klassischen Grippe- und Coronavorsorge könnten künftig beispielsweise auch Auffrischimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie oder Keuchhusten direkt am Apothekentresen nachgefragt werden. Für das deutsche Gesundheitssystem bedeutet dieser Schritt eine spürbare Stärkung der ambulanten Prävention.

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