Mobilität ist im Alter der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und einer hohen Lebensqualität. Wenn die Füße schmerzen oder die Beine schwer werden, schränkt das den Alltag von Senioren massiv ein. Jeder Schritt zur Bäckerei im Dortmunder Kreuzviertel, der Spaziergang im Westfalenpark oder der Weg zum Arzt in der Innenstadt kann dann zur Herausforderung werden. Doch das muss nicht sein. Orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe sind hochwirksame, von den Krankenkassen anerkannte Hilfsmittel, die Schmerzen lindern, die Durchblutung fördern und die Mobilität bis ins hohe Alter erhalten.
In diesem detaillierten und aktuellen Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie im Jahr 2026 über die passgenaue Anfertigung dieser essenziellen Hilfsmittel in Dortmund wissen müssen. Wir erklären Ihnen verständlich, wie moderne 3D-Messtechnik funktioniert, welche Modelle für welche Beschwerden geeignet sind, wie der Prozess von der ärztlichen Verordnung bis zum fertigen Produkt abläuft und welche Kosten die Krankenkasse übernimmt. Dieser Artikel richtet sich direkt an Sie als Betroffene sowie an pflegende Angehörige, die ihre Liebsten bestmöglich unterstützen möchten.
Der menschliche Körper verändert sich im Laufe der Jahrzehnte. Das Bindegewebe verliert an Elastizität, das Fußgewölbe kann absinken und die Venenklappen in den Beinen schließen oft nicht mehr vollständig. Diese natürlichen Alterungsprozesse führen häufig zu chronischen Beschwerden. Konfektionsware aus dem Supermarkt oder dem Internet – wie standardisierte Geleinlagen oder einfache Stützstrümpfe – stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Sie lindern die Symptome meist nur unzureichend und können im schlimmsten Fall sogar Druckstellen oder Durchblutungsstörungen verursachen.
Eine individuelle Maßanfertigung aus einem qualifizierten Sanitätshaus ist daher unerlässlich. Nur ein Hilfsmittel, das exakt auf die anatomischen Besonderheiten Ihres Körpers abgestimmt ist, kann seine medizinische Wirkung voll entfalten. In Dortmund finden Sie ein dichtes Netz an hervorragend ausgestatteten Sanitätshäusern und Orthopädieschuhtechnikern, die Handwerkstradition mit modernster digitaler Technik verbinden.
Moderne Einlagen bieten perfekten Halt.
Unsere Füße tragen uns ein Leben lang und leisten dabei Schwerstarbeit. Im Alter treten häufig Fehlstellungen oder Verschleißerscheinungen auf. Orthopädische Einlagen korrigieren, stützen und betten den Fuß so, dass Fehlbelastungen ausgeglichen und Gelenke geschont werden. Dies wirkt sich nicht nur positiv auf die Füße aus, sondern entlastet auch die Knie, die Hüfte und die Wirbelsäule.
Häufige medizinische Indikationen (Diagnosen) für Einlagen im Alter:
Knick-Senk-Spreizfuß: Dies ist die häufigste Fußfehlstellung bei Erwachsenen. Das Fußlängsgewölbe sinkt ab, der Vorfuß wird breiter. Einlagen mit einer sogenannten Pelotte (einem kleinen Polster) stützen das Quergewölbe und lindern den brennenden Schmerz im Vorfuß.
Fersensporn (Plantarfasziitis): Ein knöcherner Auswuchs am Fersenbein, der bei jedem Auftreten stechende Schmerzen verursacht. Hier helfen spezielle Einlagen mit einer weichen Aussparung im Fersenbereich, um den Druckpunkt komplett zu entlasten.
Hallux valgus (Ballenzeh): Eine schmerzhafte Fehlstellung der Großzehe. Maßgefertigte Einlagen können das Fortschreiten verlangsamen und den Druck im Schuh reduzieren.
Arthrose in den Fußgelenken: Bei Gelenkverschleiß helfen starrere Einlagen, die das betroffene Gelenk ruhigstellen und so den Schmerz bei der Abrollbewegung minimieren.
Diabetisches Fußsyndrom (DFS): Für Diabetiker sind Einlagen oft überlebenswichtig. Durch Nervenschädigungen (Polyneuropathie) spüren sie Druckstellen nicht. Spezielle diabetesadaptierte Fußbettungen (weichpolsternde Einlagen ohne störende Kanten) verhindern die Entstehung von gefährlichen Wunden (Ulcera).
Die Materialien: Von traditionell bis Hightech
Moderne orthopädische Einlagen haben nichts mehr mit den harten, unbequemen Ledersohlen vergangener Jahrzehnte zu tun. Die Wahl des Materials hängt von der ärztlichen Diagnose, dem Körpergewicht und dem bevorzugten Schuhwerk ab:
Weichschaum (EVA): Sehr leicht, stark dämpfend und ideal für empfindliche Seniorenfüße, Rheumatiker und Diabetiker. Sie betten den Fuß weich und verteilen den Druck gleichmäßig.
Kork-Leder-Kombinationen: Der Klassiker. Sie sind atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und bieten eine hervorragende Stabilität für das Fußgewölbe.
Carbon (Kohlefaser): Extrem dünn, federleicht und dennoch enorm formstabil. Carbon-Einlagen eignen sich besonders für elegante, schmale Schuhe, in denen wenig Platz ist.
Entlastung für müde und schwere Beine.
Während Einlagen das Fundament stützen, kümmern sich Kompressionsstrümpfe um den Rücktransport des Blutes zum Herzen. Wenn die Venenklappen schwächeln, versackt das Blut in den Beinen. Die Folge: Schwellungen (Ödeme), Schweregefühl, Besenreiser und im schlimmsten Fall Krampfadern (Varizen) oder offene Beine (Ulcus cruris).
Kompressionsstrümpfe üben einen exakt definierten, von unten nach oben abnehmenden Druck auf das Bein aus. Dieser Druck presst die erweiterten Venen zusammen, sodass die Venenklappen wieder schließen können und das Blut effizienter Richtung Herz gepumpt wird.
Wichtige Unterscheidung: Stützstrümpfe vs. Kompressionsstrümpfe
Verwechseln Sie medizinische Kompressionsstrümpfe nicht mit einfachen Stützstrümpfen aus der Drogerie. Stützstrümpfe haben keine medizinisch geprüfte Druckverteilung und werden nicht von der Krankenkasse bezahlt. Sie eignen sich lediglich für gesunde Menschen, die auf langen Reisen einer Ermüdung vorbeugen wollen. Bei echten Venenleiden ist ein medizinischer Kompressionsstrumpf aus dem Sanitätshaus zwingend erforderlich.
Die vier Kompressionsklassen (KKL):
Kompressionklasse 1 (KKL 1): Leichter Druck. Wird oft bei beginnenden Krampfadern, leichten Schwellungen am Abend oder zur Vorbeugung in der Schwangerschaft eingesetzt.
Kompressionklasse 2 (KKL 2): Mittlerer Druck. Dies ist die am häufigsten verordnete Klasse. Sie wird bei ausgeprägten Krampfadern, nach Venenoperationen, bei tiefen Beinvenenthrombosen und leichten Lymphödemen verschrieben.
Kompressionklasse 3 (KKL 3): Kräftiger Druck. Kommt bei schweren Venenleiden, ausgeprägten Lymphödemen oder nach der Abheilung von offenen Beinen zum Einsatz.
Kompressionklasse 4 (KKL 4): Sehr kräftiger Druck. Wird nur bei extremen Lymphödemen oder ausgeprägten Schwellungen (Elephantiasis) verordnet.
Rundstrick oder Flachstrick? Ein entscheidender Unterschied
In der Kompressionstherapie unterscheidet man zwei Herstellungsverfahren, die für unterschiedliche Krankheitsbilder relevant sind:
Rundgestrickte Kompressionsstrümpfe werden nahtlos auf einem runden Zylinder gestrickt. Sie sind sehr elastisch, optisch kaum von normalen blickdichten Strumpfhosen zu unterscheiden und eignen sich hervorragend für klassische Venenleiden (wie Krampfadern).Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe werden Reihe für Reihe gestrickt und am Ende mit einer flachen Naht zusammengenäht. Sie sind fester, weniger elastisch und bilden eine stabile "Wand" gegen Schwellungen. Sie sind die einzige richtige Wahl bei Lymphödemen und Lipödemen, da sie nicht in die Hautfalten einschneiden.
Präzise 3D-Vermessung im Dortmunder Sanitätshaus.
Die Wirksamkeit von Einlagen und Kompressionsstrümpfen steht und fällt mit der exakten Vermessung. In den vergangenen Jahren hat sich die Technik hier rasant weiterentwickelt. Wenn Sie heute ein modernes Sanitätshaus in Dortmund – sei es in Hombruch, Aplerbeck oder der Innenstadt – betreten, erwartet Sie Hightech statt Gipsabdruck.
1. Die Vermessung für orthopädische Einlagen
Früher mussten Patienten in eine Schaumstoffbox treten (Trittschaum) oder einen Blaupausen-Abdruck machen. Diese Methoden gibt es noch, sie werden heute aber meist durch digitale Verfahren ergänzt oder ersetzt:
Der 2D- und 3D-Fußscanner: Sie stellen sich barfuß auf eine Glasplatte. Ein Laser oder optische Kameras scannen Ihre Fußsohle in Sekundenschnelle. Der Computer erstellt ein hochpräzises, dreidimensionales Modell Ihres Fußes, das auch das Fußgewölbe millimetergenau erfasst.
Die dynamische Fußdruckmessung (Pedographie): Hierbei gehen Sie über eine spezielle Messplatte, die mit Tausenden von Sensoren ausgestattet ist. Der Computer zeichnet auf, wie sich der Druck beim Abrollen des Fußes verteilt. So erkennt der Orthopädieschuhtechniker genau, wo Überbelastungen beim Gehen entstehen – ein unschätzbarer Vorteil, da der Fuß in Bewegung ganz anders reagiert als im Stehen.
Auf Basis dieser digitalen Daten wird am Computer ein virtuelles Modell der Einlage konstruiert. Anschließend fräst eine computergesteuerte CNC-Maschine die Einlage millimetergenau aus einem Materialblock. Zum Schluss erfolgt der Feinschliff per Hand durch den Orthopädiemechaniker, um die Einlage perfekt in Ihren Lieblingsschuh einzupassen.
2. Die Vermessung für Kompressionsstrümpfe
Auch bei Kompressionsstrümpfen hat die Digitalisierung Einzug gehalten, was besonders für Senioren den Prozess deutlich angenehmer macht.
Digitale Beinvermessung (z.B. Bodytronic): Sie stellen sich auf eine kleine, sich langsam drehende Plattform. Ein Infrarot-Kamerasystem scannt Ihre Beine berührungslos von den Zehen bis zur Hüfte. Das System erstellt ein exaktes 3D-Modell und berechnet alle relevanten Umfang- und Längenmaße. Der große Vorteil: Es geht extrem schnell, ist völlig schmerzfrei und absolut fehlerfrei. Messfehler durch ein verrutschtes Maßband gehören der Vergangenheit an.
Manuelle Vermessung: Bei bettlägerigen Patienten oder sehr starken Verformungen (wie extremen Ödemen) greifen die Fachkräfte weiterhin zum Maßband. Dies erfordert viel Erfahrung. Wichtig: Die Vermessung für Kompressionsstrümpfe sollte immer morgens erfolgen! Im Laufe des Tages schwellen die Beine an. Würde man nachmittags messen, wäre der fertige Strumpf zu weit und könnte seine komprimierende Wirkung nicht erfüllen.
Wie kommen Sie oder Ihre Angehörigen nun konkret an diese Hilfsmittel? Der Prozess in Deutschland ist klar geregelt. Befolgen Sie diese Schritte, um eine reibungslose Versorgung zu gewährleisten.
Schritt 1: Der Arztbesuch und das Rezept (Verordnung)
Der erste Weg führt immer zum Arzt. Dies kann Ihr Hausarzt, ein Orthopäde, ein Phlebologe (Venenfacharzt) oder ein Diabetologe in Dortmund sein. Der Arzt stellt die Diagnose und stellt ein Rezept (Muster 16, das rosafarbene Formular) aus. Achtung: Achten Sie darauf, dass der Arzt die Diagnose und das benötigte Hilfsmittel so präzise wie möglich notiert. Bei Einlagen sollte z.B. "Orthopädische Maßeinlagen nach Formabdruck" stehen, bei Kompressionsstrümpfen unbedingt die exakte Länge (z.B. Wadenstrumpf A-D oder Oberschenkelstrumpf A-G) und die Kompressionsklasse (z.B. KKL 2).
Schritt 2: Die Wahl des Sanitätshauses in Dortmund
Mit dem Rezept gehen Sie in ein qualifiziertes Sanitätshaus. Sie haben in Deutschland die freie Wahl der Leistungserbringer. Achten Sie darauf, dass das Sanitätshaus eine Kassenzulassung hat (was bei den etablierten Häusern in Dortmund die Regel ist). Tipp für Pflegebedürftige: Wenn Sie oder Ihr Angehöriger nicht mehr mobil sind (z.B. bei Vorliegen eines Pflegegrades), bieten viele Dortmunder Sanitätshäuser Hausbesuche an. Ein Fachmitarbeiter kommt dann mit mobilem Equipment direkt zu Ihnen nach Hause oder in die Senioreneinrichtung, um die Vermessung vor Ort durchzuführen.
Schritt 3: Vermessung und Beratung
Im Sanitätshaus erfolgt die oben beschriebene Vermessung. Das Fachpersonal wird Sie auch bezüglich der Materialien, der Farben (moderne Kompressionsstrümpfe gibt es in vielen modischen Tönen) und der Handhabung beraten.
Schritt 4: Anfertigung und Anprobe
Nach wenigen Tagen bis Wochen (je nach Aufwand) ist Ihr Hilfsmittel fertig. Bei der Abholung findet zwingend eine Anprobe statt. Die Einlagen werden in Ihre Schuhe eingelegt und Sie machen ein paar Probeschritte. Bei Kompressionsstrümpfen zeigt Ihnen das Personal spezielle Anziehtechniken und empfiehlt ggf. Anziehhilfen, die gerade für Senioren mit eingeschränkter Handkraft extrem wichtig sind.
Transparente Beratung zur Kostenübernahme.
Ein häufiger Grund, warum Senioren auf wichtige Hilfsmittel verzichten, ist die Sorge vor hohen Kosten. Hier können wir Sie beruhigen: Orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe sind anerkannte Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), verankert im § 33 des Fünften Sozialgesetzbuches (SGB V).
Offizielle und detaillierte Informationen zu den gelisteten Hilfsmitteln finden Sie auch immer im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes.
Wie oft haben Sie Anspruch auf eine Neuversorgung?
Orthopädische Einlagen: In der Regel zahlt die Krankenkasse zwei Paar Einlagen pro Jahr. Das erste Paar ist die Erstversorgung, das zweite Paar dient als Wechselversorgung (z.B. ein Paar für Straßenschuhe, eines für Hausschuhe).
Kompressionsstrümpfe: Aus hygienischen Gründen und weil das Material mit der Zeit ausleiert, haben Sie Anspruch auf zwei Paar Kompressionsstrümpfe pro Jahr (in Ausnahmefällen, bei starken Gewichtsschwankungen oder Verschleiß, auch mehr).
Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?
Auch wenn die Krankenkasse die Grundkosten übernimmt, fallen in der Regel zwei Arten von Zuzahlungen an, die oft verwechselt werden:
Die gesetzliche Zuzahlung: Für jedes Hilfsmittel müssen Versicherte der GKV ab dem 18. Lebensjahr eine gesetzliche Zuzahlung leisten. Diese beträgt 10 Prozent des Abgabepreises, jedoch mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro pro Hilfsmittel. Ausnahme: Wenn Sie die Belastungsgrenze erreicht haben (2 Prozent Ihres jährlichen Bruttoeinkommens, bei chronisch Kranken 1 Prozent), können Sie sich von der gesetzlichen Zuzahlung befreien lassen. Reichen Sie hierfür Ihre Quittungen rechtzeitig bei Ihrer Krankenkasse ein.
Die wirtschaftliche Aufzahlung (Mehrkosten): Die Krankenkasse zahlt einen festgelegten Festbetrag, der eine "ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche" Versorgung abdeckt. Wünschen Sie jedoch Extras – wie besonders leichte Carbon-Einlagen, spezielle antibakterielle Bezüge, besonders feine Stoffe bei Kompressionsstrümpfen oder Sonderfarben – müssen Sie die Differenz zum Festbetrag selbst tragen. Diese wirtschaftliche Aufzahlung kann bei Einlagen zwischen 20 Euro und 80 Euro liegen, bei Kompressionsstrümpfen oft zwischen 15 Euro und 50 Euro. Das Sanitätshaus muss Sie darüber im Vorfeld transparent aufklären und Ihnen immer auch eine aufzahlungsfreie (nur mit gesetzlicher Zuzahlung verbundene) Variante anbieten!
Maßgefertigte Hilfsmittel sind hochwertige Medizinprodukte. Damit sie ihre therapeutische Wirkung nicht verlieren, ist die richtige Pflege entscheidend. Besonders für Senioren oder deren Pflegekräfte im Alltag sind folgende Punkte wichtig:
Pflege von orthopädischen Einlagen:
Lüften: Nehmen Sie die Einlagen abends aus den Schuhen, damit die aufgenommene Fußfeuchtigkeit verdunsten kann. Das verhindert Geruchsbildung und schont das Material.
Reinigung: Wischen Sie Leder- oder Kunststoffbezüge bei Bedarf mit einem leicht feuchten Tuch ab. Verwenden Sie milde Seife. Wichtig: Legen Sie Einlagen niemals auf die Heizung oder in die pralle Sonne! Das Material kann sich verformen und die orthopädische Wirkung ist zerstört.
Kontrolle: Prüfen Sie die Einlagen regelmäßig auf abgelaufene Stellen. Wenn der Bezug stark durchgescheuert ist oder das Material spürbar nachgibt, ist es Zeit für ein neues Rezept.
Pflege von Kompressionsstrümpfen:
Tägliches Waschen: Kompressionsstrümpfe müssen nach jedem Tragen gewaschen werden! Hautschuppen, Schweiß und Körperlotionen greifen die elastischen Fasern an. Durch das Waschen ziehen sich die Fasern wieder zusammen, und der Strumpf erhält seinen notwendigen Druck zurück.
Waschmaschine oder Handwäsche: Sie können die Strümpfe bei 30 bis 40 Grad im Schonwaschgang waschen (am besten in einem Wäschenetz).
Absolutes Verbot von Weichspüler: Verwenden Sie niemals Weichspüler! Dieser verklebt die feinen Elasthan-Fasern und zerstört die Kompressionswirkung sofort. Nutzen Sie Feinwaschmittel oder spezielle Strumpfwaschmittel aus dem Sanitätshaus.
Trocknen: Nicht in den Wäschetrockner geben (außer es ist auf dem Etikett ausdrücklich erlaubt). Legen Sie die Strümpfe flach auf ein Handtuch zum Trocknen. Nicht auswringen und nicht auf die Heizung legen.
Selbst das beste Hilfsmittel nützt nichts, wenn es falsch angewendet wird. Aus der Praxis der Pflegeberatung wissen wir, dass sich oft typische Fehler einschleichen:
Fehler 1: Die falschen Schuhe für die Einlagen Orthopädische Einlagen benötigen Platz. Wenn Sie die Einlage in einen engen Schuh pressen, in dem sich bereits ein fest verklebtes Fußbett befindet, wird der Fuß nach oben gegen das Leder gedrückt. Das führt zu schmerzhaften Druckstellen und Blasen. Lösung: Kaufen Sie Schuhe mit herausnehmbarer Innensohle (Wechselfußbett). Nehmen Sie die Sohle des Schuhherstellers heraus und legen Sie stattdessen Ihre orthopädische Einlage hinein. Nehmen Sie Ihre Einlagen immer zum Schuhkauf mit!
Fehler 2: Kompressionsstrümpfe werden zu spät angezogen Viele Senioren ziehen ihre Kompressionsstrümpfe erst nach dem Frühstück oder nach dem Duschen an. In dieser Zeit ist das Blut bereits in die Beine gesackt und die Beine sind leicht geschwollen. Der Strumpf lässt sich nun extrem schwer anziehen und schnürt ein. Lösung: Ziehen Sie die Strümpfe morgens direkt nach dem Aufstehen an, wenn die Beine noch schlank und entstaut sind.
Fehler 3: Faltenbildung beim Kompressionsstrumpf Wenn der Strumpf nicht gleichmäßig am Bein hochgestrichen wird, entstehen Falten – besonders in der Kniekehle oder am Knöchel. Diese Falten wirken wie Abschnürungen (Tourniquet-Effekt) und behindern den Blutfluss extrem. Lösung: Verwenden Sie spezielle Gummihandschuhe (Noppenhandschuhe) aus dem Sanitätshaus. Damit haben Sie perfekten Grip und können das Material gleichmäßig und faltenfrei am Bein verteilen, ohne die Fingernägel in den Stoff zu bohren.
Wertvolle Unterstützung durch Angehörige im Alltag.
Wenn die Fingerkraft nachlässt oder die Beweglichkeit durch Arthrose oder Rückenleiden eingeschränkt ist, wird das Anziehen von Kompressionsstrümpfen für viele Senioren zu einem täglichen Kraftakt. Hier sind pflegende Angehörige oder ambulante Pflegedienste gefragt.
Sprechen Sie den Arzt aktiv auf Anziehhilfen an. Es gibt metallene Gestelle, über die der Strumpf gespannt wird, sodass der Patient nur noch mit dem Fuß hineingleiten muss. Auch Gleitsocken aus Fallschirmseide erleichtern das Anziehen von Strümpfen mit offener Fußspitze enorm. Diese Anziehhilfen können ebenfalls vom Arzt auf Rezept verordnet werden und werden von der Krankenkasse bezahlt (Hilfsmittelnummerngruppe 02).
Sollte das An- und Ausziehen der Strümpfe trotz Hilfsmitteln nicht selbstständig möglich sein, kann der Hausarzt eine Verordnung für Häusliche Krankenpflege (HKP) ausstellen. Dann kommt ein ambulanter Pflegedienst morgens und abends zu Ihnen nach Hause in Dortmund, um diese Aufgabe zu übernehmen. Dies ist eine Leistung der Krankenkasse und belastet nicht das Budget der Pflegekasse (Pflegegrad).
Um Ihnen den Ablauf so einfach wie möglich zu machen, haben wir die wichtigsten Punkte in einer Checkliste zusammengefasst. Drucken Sie sich diese gerne aus oder notieren Sie sich die Punkte für Ihren nächsten Termin in Dortmund.
Beim Arzt:
Habe ich meine genauen Beschwerden geschildert (Wann tritt der Schmerz auf? Wie lange kann ich schmerzfrei gehen?)
Wurde das Rezept präzise ausgefüllt (Diagnose, Art der Einlage, Kompressionsklasse, Länge)?
Sind für Kompressionsstrümpfe auch Anziehhilfen verordnet worden, falls ich diese benötige?
Habe ich nach einem Rezept für ein Wechselpaar gefragt (falls das Jahr bereits fortgeschritten ist)?
Im Sanitätshaus in Dortmund:
Wurde die Vermessung für Kompressionsstrümpfe am Vormittag durchgeführt?
Wurden meine Füße für die Einlagen modern (z.B. per 3D-Scan) vermessen?
Habe ich meine Alltagsschuhe mitgebracht, um die Einlagen direkt anzupassen?
Wurde ich transparent über mögliche wirtschaftliche Aufzahlungen (Mehrkosten) informiert und wurde mir eine aufzahlungsfreie Alternative gezeigt?
Habe ich eine Anleitung zur Pflege (Waschen, Trocknen) der Hilfsmittel erhalten?
Wurde mir gezeigt, wie ich die Kompressionsstrümpfe richtig anziehe (ggf. mit Anziehhilfe)?
Orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe sind weit mehr als nur Bequemlichkeit – sie sind hochwirksame medizinische Hilfsmittel, die Schmerzen lindern, gefährlichen Erkrankungen wie Thrombosen vorbeugen und die Mobilität von Senioren entscheidend erhalten. Konfektionsware ist bei echten Beschwerden keine Lösung; eine passgenaue Maßanfertigung ist unerlässlich.
In Dortmund steht Ihnen ein breites Angebot an qualifizierten Sanitätshäusern zur Verfügung, die mit modernster 3D-Messtechnik und digitaler Sensorik arbeiten. Der Prozess ist einfach: Mit einer ärztlichen Verordnung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für in der Regel zwei Paar Einlagen und zwei Paar Kompressionsstrümpfe pro Jahr. Sie tragen lediglich die gesetzliche Zuzahlung von maximal 10 Euro pro Hilfsmittel, sofern Sie sich nicht für aufpreispflichtige Sondermaterialien entscheiden.
Achten Sie im Alltag auf die richtige Pflege Ihrer Hilfsmittel – tägliches Waschen der Strümpfe ohne Weichspüler und das tägliche Lüften der Einlagen garantieren eine lange Lebensdauer. Nutzen Sie bei Bedarf Anziehhilfen oder die Unterstützung eines Pflegedienstes, um die Therapie konsequent im Alltag umzusetzen. Nehmen Sie Ihre Fuß- und Beingesundheit ernst, lassen Sie sich fachgerecht in Dortmund beraten und genießen Sie jeden Schritt in Ihrem Alltag mit neuer Leichtigkeit.
Wichtige Antworten zu Einlagen und Kompressionsstrümpfen