Arbeitsunfälle auf neuem Tiefstand: Unfallrisiko sinkt weiter
Prävention zeigt spürbare Wirkung im Arbeitsalltag
Die Sicherheit am Arbeitsplatz in Deutschland verbessert sich kontinuierlich: Im vergangenen Jahr ist die Gefahr, während der Erwerbstätigkeit einen Unfall zu erleiden, erneut messbar gesunken. Das belegen die aktuellen Geschäfts- und Rechnungsergebnisse der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, die der Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) vorgestellt hat. Für Beschäftigte sowie Unternehmen gibt es damit gleich doppelten Grund zur Entlastung, da neben dem Unfallgeschehen auch die finanziellen Beiträge für die Betriebe stabil geblieben sind.
Die Unfallzahlen des Jahres 2025 im Detail
Statistisch gesehen ereigneten sich im Jahr 2025 bezogen auf je 1.000 Vollzeitbeschäftigte lediglich 19,9 meldepflichtige Arbeitsunfälle. Dies entspricht einem Rückgang von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt erfassten die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung 689.922 meldepflichtige Arbeitsunfälle von abhängig Beschäftigten sowie Unternehmerinnen und Unternehmern – ein Minus von 3,1 Prozent.
Besonders erfreulich ist der Rückgang bei den folgenschwersten Ereignissen: Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ging auf 299 Fälle zurück (Vorjahr: 307). Zudem erhielten im vergangenen Jahr 12.645 Versicherte erstmals eine Rente infolge eines Arbeits- oder Wegeunfalls.
Häufigste Gefahrenquellen im Beruf
Die DGUV-Statistik gibt auch präzisen Aufschluss darüber, wo die größten Gefahrenmomente im Arbeitsalltag lauern:
- Kontrollverlust über Werkzeuge oder Gegenstände: Mit 171.638 Fällen die häufigste Ursache für meldepflichtige Arbeitsunfälle.
- Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle (SRS): Mit 163.430 Fällen weiterhin auf einem sehr hohen Niveau und ein zentraler Risikofaktor, unter anderem auch im Pflege- und Gesundheitsbereich.
- Unfälle im innerbetrieblichen Transport: Bei tödlichen Arbeitsunfällen war der Verlust der Kontrolle über ein Transportmittel (101 Todesfälle) gefolgt von Abstürzen (53 Todesfälle) die Hauptursache.
Wegeunfälle und Bildungsbereich weisen leichten Anstieg auf
Ein anderes Bild zeigt sich hingegen auf den Straßen: Die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle – also Unfälle auf dem direkten Weg von oder zur Arbeitsstätte – stieg im Jahr 2025 leicht um 1,0 Prozent auf 170.306 Fälle an. 231 Menschen verloren dabei ihr Leben. Auch an Bildungseinrichtungen wie Schulen und Kindertagesstätten verzeichneten die Unfallkassen einen leichten Anstieg des Unfallgeschehens um gut zwei Prozent.
Stabile Beiträge entlasten Arbeitgeber
Trotz allgemeiner Kostensteigerungen im Gesundheitssystem und bei Rehabilitationsmaßnahmen blieb der finanzielle Aufwand für Unternehmen berechenbar. Der durchschnittliche Beitragssatz zu den gewerblichen Berufsgenossenschaften lag stabil bei 1,08 Euro je 100 Euro Lohnsumme. Laut der DGUV unterstreicht diese Entwicklung, dass konsequente Investitionen in Arbeitsschutz, Ergonomie und betriebliche Prävention nicht nur menschliches Leid verhindern, sondern sich auch wirtschaftlich nachhaltig auszahlen.
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