Ärzte warnen: Geplante Tabak- und Alkoholsteuer viel zu niedrig
Die Politik plant, die Steuern auf Alkohol und Tabak anzuheben. Doch was als gesundheitspolitischer Meilenstein gefeiert werden könnte, stößt bei Medizinern auf scharfe Kritik. Laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sind die aktuellen Pläne der Regierung schlichtweg nicht weitreichend genug. Anstatt die Bürger durch spürbare Preissteigerungen zu einem gesünderen Lebensstil zu bewegen, droht die Maßnahme als reiner Tropfen auf den heißen Stein zu verpuffen.
Prävention verfehlt ihr Ziel
Der eigentliche Sinn einer Genusssteuer liegt in ihrer präventiven Lenkungswirkung. Wenn Zigaretten und alkoholische Getränke teurer werden, so die Theorie, überlegen sich Konsumenten zweimal, ob sie zugreifen. Die Vertragsärzte bemängeln nun jedoch, dass die vorgesehenen Aufschläge viel zu moderat ausfallen, um einen echten abschreckenden Effekt zu erzielen. Wer ohnehin raucht oder regelmäßig Alkohol trinkt, wird sich von minimalen Cent-Beträgen kaum von seiner Gewohnheit abbringen lassen.
Folgen für das Gesundheitssystem und die Pflege
Besonders im Hinblick auf die Pflege und das ohnehin stark belastete Gesundheitssystem sind Genussmittel ein massiver Kosten- und Risikofaktor. Ein ungesunder Lebensstil beschleunigt den Weg in die Pflegebedürftigkeit enorm.
- Chronische Erkrankungen: Krankheiten wie COPD, Leberzirrhose oder schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind direkte Folgen extremen Konsums.
- Steigende Pflegekosten: Patienten mit diesen Leiden benötigen oft jahrelang intensive medizinische und pflegerische Betreuung.
- Personalmangel: Jeder vermeidbare Pflegefall bindet wertvolle Ressourcen, die an anderer Stelle dringend gebraucht werden.
Was die Mediziner jetzt von der Politik fordern
Um das Gesundheitssystem langfristig vor dem Kollaps zu bewahren, fordern die Mediziner ein mutigeres Vorgehen der Entscheidungsträger. Es brauche drastische Preissprünge, die im Geldbeutel wirklich schmerzen. Nur so ließe sich vor allem der Jugendschutz stärken, da besonders junge Menschen sehr sensibel auf hohe Preise reagieren und somit der Einstieg in eine mögliche Sucht effektiv verhindert werden kann.
Letztlich geht es den Ärzten nicht darum, den Bürgern den Genuss zu verbieten, sondern die gesellschaftlichen Folgekosten realistisch abzubilden. Bleibt die Politik bei ihren zaghaften Erhöhungen, wird die Rechnung am Ende nicht an der Supermarktkasse, sondern in den Kliniken und Pflegeheimen bezahlt.
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