Betrugsmasche bei der 116117: Kriminelle fragen Bankdaten am Telefon ab

Benedikt Hübenthal
116117 Telefonbetrug: Kassenärzte warnen vor gefälschten Anrufen

Bundesweit schlagen Kassenärztliche Vereinigungen Alarm: Kriminelle missbrauchen die bekannte Notfall- und Servicenummer 116 117 für perfide Betrugsversuche. Am Telefon geben sich die Anrufer als medizinisches Personal oder Mitarbeitende des Patientenservice aus und versuchen, gezielt an sensible Bankverbindungen und Zahlungsdaten von Bürgerinnen und Bürgern zu gelangen.

Perfider Trick: Gefälschte Rufnummer im Telefondisplay

Besonders tückisch an der aktuellen Masche ist das sogenannte Call-ID-Spoofing. Bei dieser Methode manipulieren die Betrüger die digitale Rufnummernanzeige so, dass auf dem Festnetz- oder Smartphone-Display tatsächlich die offizielle Servicenummer 116 117 erscheint. Für die Angerufenen entsteht dadurch der Eindruck eines vertrauenswürdigen Anrufs des offiziellen ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

Laut den Kassenärztlichen Vereinigungen häuften sich die Vorfälle zunächst in Hessen und Sachsen, ehe nun Berichte aus weiteren Regionen folgten. Die Kriminellen täuschen am Hörer dringende Rückfragen zu Arztterminen, Krankenakten oder administrativen Gebühren vor, um das Vertrauen von Patientinnen und Patienten zu erschleichen und sie zur Preisgabe vertraulicher Finanzdaten zu bewegen.

Klare Richtlinie: Patientenservice fordert niemals Bankdaten

Die Kassenärztlichen Vereinigungen stellen unmissverständlich klar: Mitarbeitende des Patientenservice oder des ärztlichen Bereitschaftsdienstes fordern am Telefon zu keinem Zeitpunkt Bankverbindungen, Kontonummern, PINs oder TAN-Daten an. Die bundesweite Rufnummer dient ausschließlich der medizinischen Ersteinschätzung, der Terminvermittlung bei Fachärzten und der Vermittlung des Bereitschaftsdienstes außerhalb regulärer Praxisöffnungszeiten – finanzielle Transaktionen finden darüber niemals statt.

So schützen Sie sich und Ihre Angehörigen vor der Betrugsmasche

Gerade ältere oder pflegebedürftige Menschen geraten bei solchen Anrufen schnell unter Druck. Um sich vor finanziellem Schaden zu schützen, sollten Betroffene klare Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  • Sofort auflegen: Sobald ein Anrufer nach Kontodaten, Bankverbindungen oder Zahlungsbestätigungen fragt, sollte das Gespräch unverzüglich beendet werden.
  • Keine Rückruftaste drücken: Rufen Sie verdächtige Nummern niemals über die Anrufliste des Telefons zurück, da Sie dadurch erneut bei den Kriminellen landen können.
  • Selbst manuell wählen: Wer tatsächlich auf einen Rückruf der Vermittlungsstelle wartet, sollte die 116 117 selbst auf der Telefontastatur eingeben und die Angelegenheit direkt nachprüfen.
  • Umfeld warnen: Sprechen Sie mit älteren Angehörigen, Nachbarn und Pflegebedürftigen über diese Masche, um ein Bewusstsein für betrügerische Anrufe zu schaffen.
  • Vorfall unverzüglich melden: Wer Opfer eines Betrugsversuchs geworden ist oder versehentlich Bankdaten weitergegeben hat, sollte umgehend das zuständige Kreditinstitut zur Kontosperrung kontaktieren und Anzeige bei der Polizei erstatten.

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