Bremer Klinikverbund Geno will 500 Stellen abbauen

Dominik Hübenthal
Geno Bremen: Abbau von 500 Stellen gegen drohende Insolvenz

Der größte kommunale Krankenhausbetreiber im Bundesland Bremen steht vor drastischen Einsparungen. Um eine akute Schieflage und eine drohende Insolvenz abzuwenden, plant die Geschäftsführung des Klinikverbundes Gesundheit Nord (Geno) den Abbau von rund 500 Stellen. Ein entsprechendes Sanierungskonzept wurde dem Aufsichtsrat vorgelegt und soll nun in den politischen Gremien beraten werden.

Finanzielle Schieflage zwingt zu hartem Sparkurs

Hintergrund des weitreichenden Sparprogramms ist ein massives wirtschaftliches Defizit. Wie aus Unternehmenskreisen verlautet, belasten stark gestiegene Betriebskosten für Sachmittel und Energie sowie eine zunehmende Verlagerung von Behandlungen in den ambulanten Sektor die Bilanzen der Kliniken erheblich. Ohne Gegenmaßnahmen drohe dem Verbund, der in Bremen einen Marktanteil von rund 60 Prozent hält, eine Zahlungsunfähigkeit.

Um den Betrieb aufrechtzuerhalten und den laufenden Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, ist der Verbund auf eine Erweiterung seines Betriebsmittelkredits durch die Stadt Bremen angewiesen. Zeitgleich soll das nun vorgelegte Sanierungskonzept die Ausgaben drastisch senken.

Spezialisierung der Standorte: Somatik verlässt Bremen-Ost

Neben dem Personalabbau sieht das Konzept einen tiefgreifenden strukturellen Umbau des gesamten Klinikverbunds vor. Die einzelnen Standorte sollen sich künftig deutlich stärker auf definierte Schwerpunktbereiche konzentrieren:

  • Klinikum Bremen-Ost: Dieser Standort soll zu einem spezialisierten Zentrum für psychische Gesundheit und Maßregelvollzug ausgebaut werden. Die Versorgung körperlicher Erkrankungen soll dort vollständig entfallen. Fachbereiche wie Neurologie, Altersmedizin, Chirurgie sowie die Notaufnahme sollen an andere Häuser verlagert werden.
  • Klinikum Bremen-Mitte und Klinikum Bremen-Nord: Diese beiden Standorte sollen künftig den Großteil der stationären somatischen Versorgung übernehmen und die Patienten aus den umstrukturierten Kliniken auffangen.
  • Klinikum Links der Weser: Der Standort soll wie bereits zuvor geplant weiter zu einem ambulanten Zentrum mit Schwerpunkt auf ambulanten Operationen umgestaltet werden.

Ungewissheit für Pflegepersonal und Beschäftigte

Wie genau sich der Stellenabbau auf die einzelnen Berufsgruppen wie Pflegefachkräfte, medizinisches Personal oder die Verwaltung verteilen wird, ist derzeit noch Gegenstand von Beratungen. Für die Beschäftigten bedeutet die Ankündigung jedoch eine erhebliche Verunsicherung, da die Arbeitsbelastung in vielen Versorgungsbereichen bereits seit Jahren als hoch gilt.

Über das weitere Vorgehen und die notwendigen finanziellen Rahmenbedingungen berät nun der Bremer Senat. Die politischen Entscheidungsträger stehen unter erheblichem Zeitdruck, um eine geordnete Sanierung des kommunalen Gesundheitsversorgers auf den Weg zu bringen.

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