Bürokratie bremst Kliniken: DKG fordert Turbo bei Berufsabschlüssen

Benedikt Hübenthal
Krankenhausgesellschaft fordert schnelle Anerkennung für Fachkräfte

Der Mangel an qualifiziertem Personal in Deutschlands Kliniken und Pflegeeinrichtungen spitzt sich weiter zu. Um den drohenden Kollaps in der Patientenversorgung abzuwenden, dringt die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) auf tiefgreifende Reformen bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Die derzeitigen Hürden seien eine untragbare Belastung für das gesamte Gesundheitssystem.

Behörden-Dschungel verhindert schnelle Entlastung

Wer als qualifizierte Pflegefachkraft oder Arzt aus dem Ausland nach Deutschland kommen möchte, sieht sich oft mit jahrelangen bürokratischen Hürden konfrontiert. DKG-Vorstandsvize Henriette Neumeyer warnte davor, dass die Anerkennungsverfahren hierzulande nach wie vor extrem schleppend und unübersichtlich verlaufen. Bislang sind die Zuständigkeiten stark zersplittert: Unterschiedliche Behörden und Landesärztekammern stellen in jedem Bundesland eigene Anforderungen, was Prozesse unnötig in die Länge zieht.

Ebenso gravierend seien die Verzögerungen bei der Visavergabe. Oftmals müssen Fachkräfte monatelang auf einen Termin bei den deutschen Auslandsvertretungen warten. Die Antragsverfahren seien derart komplex, dass Kliniken und Bewerber häufig auf teure Vermittlungsagenturen angewiesen sind, um die bürokratischen Hürden überhaupt bewältigen zu können.

DKG verlangt einheitliche Standards und digitale Prozesse

Um die Verfahren spürbar zu beschleunigen, fordert die Krankenhausgesellschaft ein klares Umdenken in der Verwaltung. Zu den zentralen Kernforderungen gehören:

  • Bundesweit einheitliche Zuständigkeiten: Ein standardisiertes Verfahren statt 16 verschiedener Länderregelungen soll für mehr Transparenz sorgen.
  • Konsequente Digitalisierung: Anträge und Visa-Prozesse müssen volldigital abgewickelt werden können, um Liegezeiten in den Ämtern drastisch zu reduzieren.
  • Pragmatische Zwischenlösungen: Qualifizierte Kräfte sollten schneller im Klinikalltag assistieren dürfen, während die finale Gleichwertigkeitsprüfung noch läuft.

Versorgungssicherheit steht auf dem Spiel

Die DKG betont unmissverständlich, wie sehr das deutsche Gesundheitswesen bereits heute auf zugewanderte Kolleginnen und Kollegen angewiesen ist. Ohne die Unterstützung internationaler Fachkräfte drohen massive Einschränkungen im Versorgungsalltag – von der Schließung einzelner Bettenstationen über verlängerte Wartezeiten bis hin zur Verschiebung planbarer Operationen. Ein Abbau der bürokratischen Barrieren gilt daher als einer der wichtigsten Hebel, um das Gesundheitssystem zukunftssicher und handlungsfähig zu halten.

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