Digitaler Boom in der Arztpraxis: Videosprechstunden steigen um fast 18 Prozent

Djamal Sadaghiani
Trendreport zeigt: 17,9 % mehr Videosprechstunden in Deutschland

Der digitale Wandel in der medizinischen Versorgung schreitet zügig voran und wird von Patientinnen und Patienten hervorragend angenommen. Immer mehr Menschen in Deutschland entscheiden sich für den bequemen digitalen Arztbesuch vor dem heimischen Bildschirm, anstatt im klassischen Wartezimmer Platz zu nehmen. Wie aktuelle Zahlen belegen, hat sich die Videosprechstunde mittlerweile fest im medizinischen Praxisalltag etabliert.

Ein massiver Schub für die Telemedizin

Im vergangenen Jahr verzeichneten die Arztpraxen bundesweit einen beachtlichen Anstieg bei den digitalen Konsultationen. Laut dem aktuellen Trendreport zur Entwicklung der vertragsärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen, der vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) herausgegeben wird, stieg die Zahl der abgehaltenen Videosprechstunden im Vergleich zum Vorjahr 2024 um beachtliche 17,9 Prozent an. Diese deutliche Entwicklung verdeutlicht, dass sowohl das medizinische Personal als auch die Patienten zunehmend Vertrauen in telemedizinische Angebote fassen und die technischen Hürden erfolgreich abgebaut wurden.

Zuwächse bei Psychotherapie und Impfungen

Doch nicht nur die digitale Kommunikation via Webcam boomt. Der umfassende Report zeigt zudem erfreuliche Zuwächse bei den durchgeführten Impfungen sowie in der ambulanten Psychotherapie. Gerade im Bereich der seelischen Gesundheit scheint die Hemmschwelle weiter gesunken zu sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen – ein Trend, der durch flexiblere, oft auch digitale Beratungsangebote maßgeblich begünstigt wird.

Warum die digitale Sprechstunde immer beliebter wird

Die Vorteile der Videosprechstunde liegen für viele Versicherte, aber auch für pflegende Angehörige auf der Hand:

  • Zeitersparnis: Lange Anfahrtswege, die Parkplatzsuche und zähe Wartezeiten in der Praxis entfallen komplett.
  • Infektionsschutz: Besonders in der herbstlichen und winterlichen Erkältungssaison wird das Risiko einer Ansteckung im vollen Wartezimmer effektiv minimiert.
  • Barrierefreiheit: Ältere Menschen, Pflegebedürftige oder Personen mit eingeschränkter Mobilität erhalten deutlich leichteren Zugang zu ärztlichem Rat, ohne das Haus verlassen zu müssen.

Gesundheitsexperten gehen fest davon aus, dass sich dieser Aufwärtstrend in den kommenden Jahren weiter fortsetzen wird. Die Videosprechstunde gilt längst nicht mehr als bloße Notlösung, sondern hat sich als zentraler, unverzichtbarer Baustein einer modernen und patientennahen Gesundheitsversorgung bewiesen.

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