ePA-Offensive: Apotheken und Software-Anbieter machen die Patientenakte endlich alltagstauglich
Die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen nimmt weiter Fahrt auf. Nun haben sich die Apotheken und die Entwickler von Apotheken-Software zusammengetan, um die elektronische Patientenakte (ePA) im täglichen Einsatz deutlich intuitiver und effizienter zu gestalten. Ein entsprechender Pakt verspricht nicht nur weniger Bürokratie für das Personal, sondern auch mehr Sicherheit für die Patienten.
Gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet
Der Deutsche Apothekerverband (DAV) und der Bundesverband Deutscher Apotheken-Softwarehäuser (ADAS) haben eine offizielle Absichtserklärung, einen sogenannten „Letter of Intent“, geschlossen. Das Ziel dieser Kooperation ist es, die ePA so in den Apothekenalltag zu integrieren, dass sie den mehr als 16.000 Apotheken in Deutschland einen echten Mehrwert bietet.
Dieser Schritt erfolgt im Rahmen der neuesten ePA-Ausbaustufe, deren Pilotphase Mitte Juli 2026 gestartet ist. Laut dem DAV möchte man sich nicht nur mit der Erfüllung von rein gesetzlichen Mindestanforderungen zufriedengeben, sondern die Digitalisierung aktiv und praxisnah im Sinne der Patienten mitgestalten.
Der elektronische Medikationsplan im Fokus
Ein zentraler Bestandteil der neuen Ausbaustufe ist die Erweiterung der elektronischen Medikationsliste (eML), die bisher automatisch mit E-Rezepten befüllt wurde. Nun wird zudem der elektronische Medikationsplan (eMP) eingeführt. Für Patienten, Senioren und Pflegekräfte bedeutet das eine enorme Erleichterung, da alle Medikamente übersichtlich und digital an einem Ort gebündelt sind.
Die Zusammenarbeit von DAV und ADAS zielt darauf ab, konkrete Alltagsprobleme bei der Einlösung von Rezepten zu lösen. Zu den geplanten Verbesserungen gehören unter anderem:
- Schnellere Erkennung von Wechselwirkungen: Der Medikationsplan soll so nahtlos in den Abgabeprozess integriert werden, dass riskante Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten der Software sofort auffallen.
- Einfache Anpassungen bei Lieferengpässen: Wenn ein Medikament nicht lieferbar ist und durch ein wirkstoffgleiches Präparat ausgetauscht werden muss, sollen die Dosierungsangaben in der ePA künftig mit minimalem Aufwand angepasst werden können.
- Reibungslose Abläufe: Die sieben Mitgliedsunternehmen des ADAS werden einheitliche technische Standards in ihren Systemen umsetzen, um komplizierte Bedienwege für das Apothekenpersonal zu vermeiden.
Mehr Sicherheit durch intuitive Technik
Laut dem DAV-Vorsitzenden Dr. Hans-Peter Hubmann gehe es im Kern darum, dem Apothekenpersonal einen nutzerfreundlichen Umgang mit den sensiblen Medikationsdaten zu ermöglichen. Nur wenn die Software im Hintergrund reibungslos und ohne große Hürden funktioniere, könne die elektronische Patientenakte ihr volles Potenzial entfalten und die Arzneimitteltherapiesicherheit nachhaltig erhöhen.
Ein Gewinn für die Pflege und Betreuung
Besonders für pflegende Angehörige und ambulante Pflegedienste ist eine funktionierende und stets aktuelle elektronische Patientenakte ein Segen. Wenn Apotheken durch verbesserte Software-Schnittstellen Fehler bei der Medikamentenabgabe noch zuverlässiger vermeiden können, sinkt das gesundheitliche Risiko für pflegebedürftige Menschen drastisch. Die aktuelle Initiative der Apotheker und Software-Anbieter ist somit ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zu einem modernen, sicheren und digitalen Gesundheitswesen.
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