Pflege zu Hause in Frankfurt: Unterstützung in der Mainmetropole

Pflege zu Hause in Frankfurt: Unterstützung in der Mainmetropole

Pflege zu Hause in Frankfurt: Ein umfassender Ratgeber für die Mainmetropole

Die Entscheidung, den Lebensabend in den eigenen vier Wänden zu verbringen, ist für die meisten Menschen in Frankfurt am Main ein zentraler Wunsch. Ob im lebhaften Nordend, im traditionsreichen Sachsenhausen, im grünen Riedberg oder im ruhigen Zeilsheim – die vertraute Umgebung bietet Sicherheit, Erinnerungen und ein Höchstmaß an Lebensqualität. Doch wenn das Alter, eine Krankheit oder ein plötzlicher Unfall die Selbstständigkeit einschränken, stehen Senioren und ihre Angehörigen oft vor einer großen organisatorischen und emotionalen Herausforderung. Die Pflege zu Hause erfordert eine sorgfältige Planung, das Wissen um finanzielle Unterstützungen und die Auswahl der richtigen Hilfsmittel und Dienstleister.

Dieser detaillierte Ratgeber führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess der Pflegeorganisation in Frankfurt. Wir beleuchten alle Aspekten der häuslichen Versorgung – von der Beantragung eines Pflegegrades über die Auswahl lokaler Pflegedienste und Betreuungsmodelle bis hin zu essenziellen Hilfsmitteln wie dem Hausnotruf, Treppenliften oder der 24-Stunden-Pflege. Unser Ziel ist es, Ihnen als Angehörigem oder Betroffenem das nötige Fachwissen an die Hand zu geben, um fundierte Entscheidungen für eine sichere und würdevolle Pflege in der Mainmetropole zu treffen.

Erste Schritte: Den Pflegebedarf erkennen und handeln

Der Übergang in die Pflegebedürftigkeit verläuft oft schleichend. Häufig sind es die kleinen Dinge des Alltags, die plötzlich schwerfallen: Das Treppensteigen im Frankfurter Altbau wird zur Qual, die Körperpflege wird vernachlässigt oder die Orientierung im eigenen Viertel lässt nach. Der erste und wichtigste Schritt ist es, diese Veränderungen offen anzusprechen und ärztlichen Rat einzuholen.

Sobald Sie feststellen, dass Sie oder ein Angehöriger dauerhaft Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags benötigen, sollten Sie aktiv werden. Warten Sie nicht auf einen Notfall, wie beispielsweise einen Sturz. Eine frühzeitige Pflegeberatung hilft Ihnen, präventive Maßnahmen zu ergreifen und das Wohnumfeld rechtzeitig anzupassen. Der erste offizielle Schritt zur Inanspruchnahme von Leistungen ist immer der Kontakt zur Pflegekasse, die an die jeweilige Krankenkasse angegliedert ist.

Pflegeberaterin sitzt mit einem älteren Ehepaar am Wohnzimmertisch und bespricht Unterlagen

Eine professionelle Pflegeberatung hilft bei den ersten Schritten

Ältere Dame sitzt am Schreibtisch und macht sich handschriftliche Notizen in einem Notizbuch

Ein Pflegetagebuch dokumentiert den genauen Hilfebedarf im Alltag

Der Pflegegrad: Das Fundament der finanziellen Unterstützung

Um Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung zu erhalten, ist ein anerkannter Pflegegrad zwingend erforderlich. Seit der Reform des Pflegesystems wird nicht mehr nur die rein körperliche Einschränkung bewertet, sondern der Grad der Selbstständigkeit. Dies kommt insbesondere Menschen mit demenziellen Erkrankungen zugute.

Der Weg zum Pflegegrad in Frankfurt läuft nach einem standardisierten Verfahren ab:

  1. Antragstellung: Rufen Sie bei Ihrer Pflegekasse an oder stellen Sie den Antrag auf Pflegeleistungen formlos schriftlich. Das Datum der Antragstellung ist entscheidend, da Leistungen rückwirkend zu diesem Tag gewährt werden.

  2. Das Pflegetagebuch: Führen Sie über ein bis zwei Wochen ein detailliertes Pflegetagebuch. Notieren Sie genau, bei welchen Tätigkeiten Hilfe benötigt wird (z. B. Waschen, Anziehen, Nahrungsaufnahme, Arztbesuche).

  3. Die Begutachtung durch den MD Hessen: Der Medizinische Dienst (MD) Hessen (früher MDK) wird einen Termin zur Begutachtung in der häuslichen Umgebung vereinbaren. Der Gutachter bewertet die Selbstständigkeit in sechs verschiedenen Modulen.

  4. Der Bescheid: Nach der Begutachtung erhalten Sie einen schriftlichen Bescheid der Pflegekasse über die Einstufung in einen der fünf Pflegegrade.

Die Begutachtung durch den MD Hessen basiert auf dem sogenannten Neuen Begutachtungsassessment (NBA). Dabei werden Punkte in folgenden sechs Lebensbereichen vergeben:

  • Mobilität: Wie selbstständig kann sich die Person in der Wohnung fortbewegen?

  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten: Können Personen aus dem Umfeld erkannt und Gespräche geführt werden?

  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen: Treten Ängste, Aggressionen oder nächtliche Unruhe auf?

  • Selbstversorgung: Ist die Person in der Lage, sich selbst zu waschen, anzuziehen und zu essen?

  • Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen: Können Medikamente selbstständig eingenommen oder Blutzucker gemessen werden?

  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte: Kann der Tagesablauf noch eigenständig strukturiert werden?

Wichtiger Hinweis: Sollten Sie mit der Entscheidung der Pflegekasse nicht einverstanden sein, haben Sie das Recht, innerhalb von einem Monat Widerspruch einzulegen. Oftmals führt ein gut begründeter Widerspruch, idealerweise mit Unterstützung einer professionellen Pflegeberatung, zu einer höheren Einstufung.

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Leistungen der Pflegekasse: Was steht Ihnen finanziell zu?

Mit einem anerkannten Pflegegrad (ab Pflegegrad 2) öffnet sich der Zugang zu den regulären Leistungen der Pflegeversicherung. Diese Gelder sind essenziell, um die Pflege zu Hause in Frankfurt finanzieren zu können. Die Pflegeversicherung bietet verschiedene Leistungsarten an, die je nach Pflegemodell gewählt oder kombiniert werden können.

1. Das Pflegegeld:
Pflegegeld. Dieses Geld wird dem Pflegebedürftigen direkt auf das Konto überwiesen, und er kann frei darüber verfügen – meist wird es als Anerkennung an die pflegenden Angehörigen weitergegeben. Die monatlichen Beträge staffeln sich wie folgt:

  • Pflegegrad 2: 332 Euro

  • Pflegegrad 3: 573 Euro

  • Pflegegrad 4: 765 Euro

  • Pflegegrad 5: 946 Euro

2. Die Pflegesachleistungen:
ambulanter Pflegedienst mit der Pflege beauftragt, rechnet dieser seine Leistungen (die sogenannten Pflegesachleistungen) direkt mit der Pflegekasse ab. Das Budget für Pflegesachleistungen ist deutlich höher als das Pflegegeld, da professionelle Pflege teurer ist:

  • Pflegegrad 2: 761 Euro

  • Pflegegrad 3: 1.432 Euro

  • Pflegegrad 4: 1.778 Euro

  • Pflegegrad 5: 2.200 Euro

3. Die Kombinationsleistung:
Kombinationsleistung gewählt. Hierbei teilen sich Angehörige und ein ambulanter Pflegedienst die Aufgaben. Ein Beispiel: Ein Pflegedienst kommt morgens zum Waschen und Anziehen, die restliche Betreuung übernehmen die Kinder. Wenn der Pflegedienst beispielsweise nur 60 Prozent des Budgets für Pflegesachleistungen verbraucht, erhält der Pflegebedürftige noch 40 Prozent des jeweiligen Pflegegeldes ausgezahlt.

4. Der Entlastungsbetrag:
Pflegegrad 1 steht jedem Pflegebedürftigen in häuslicher Pflege ein monatlicher Entlastungsbetrag von 125 Euro zu. Dieser Betrag wird nicht bar ausgezahlt, sondern dient der Kostenerstattung für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag. Dazu zählen anerkannte Alltagshilfen, Haushaltshilfen, Begleitdienste zum Einkaufen auf der Zeil oder Spaziergänge am Mainufer sowie die Inanspruchnahme von Tages- oder Nachtpflege.

Für detaillierte und tagesaktuelle rechtliche Rahmenbedingungen können Sie sich auch auf der offiziellen Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit informieren.

Pflegekraft hilft einem Senior beim Anziehen der Jacke im Flur
Pflegekraft und Seniorin bereiten gemeinsam eine Mahlzeit in der Küche vor
Älteres Paar spaziert gemeinsam mit einer Betreuungskraft durch einen grünen Park

Die ambulante Pflege unterstützt zuverlässig bei der Grundpflege

Pflegemodelle in Frankfurt: Maßgeschneiderte Unterstützung

Die Bedürfnisse in der Pflege sind so individuell wie die Menschen selbst. In einer Metropole wie Frankfurt am Main steht Ihnen ein breites Spektrum an Dienstleistungen zur Verfügung, um die häusliche Versorgung sicherzustellen.

Die Ambulante Pflege
Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) und der Behandlungspflege. Die Behandlungspflege umfasst medizinische Leistungen, die von einem Arzt verordnet wurden, wie das Richten von Medikamenten, das Verabreichen von Injektionen (z. B. Insulin), Wundversorgung oder das Anlegen von Kompressionsstrümpfen. Die Kosten für die ärztlich verordnete Behandlungspflege werden von der Krankenkasse (nicht der Pflegekasse) übernommen und belasten somit nicht das Budget der Pflegesachleistungen.

Die 24-Stunden-Pflege (Betreuung in häuslicher Gemeinschaft)
24-Stunden-Pflege eine hervorragende Lösung. Bei diesem Modell zieht eine Betreuungskraft (häufig aus dem osteuropäischen Ausland) mit in den Haushalt des Pflegebedürftigen ein. Sie übernimmt Aufgaben der Grundpflege, führt den Haushalt (Kochen, Putzen, Waschen) und leistet Gesellschaft. Wichtig ist hierbei die rechtliche Absicherung: Seriöse Anbieter arbeiten mit dem Entsendemodell inklusive A1-Bescheinigung, welche die legale Beschäftigung und Sozialversicherung im Heimatland nachweist. Die 24-Stunden-Pflege bietet ein Höchstmaß an Sicherheit und verhindert die Vereinsamung im Alter.

Alltagshilfe und Betreuungsdienste
Alltagshilfe aus, um Senioren das Leben in den eigenen vier Wänden zu erleichtern. Alltagshilfen unterstützen beim wöchentlichen Einkauf auf dem Erzeugermarkt an der Konstablerwache, begleiten zu Arztterminen, helfen bei der Wohnungsreinigung oder sind einfach als Gesprächspartner da. Diese Leistungen können ideal über den monatlichen Entlastungsbetrag von 125 Euro abgerechnet werden, sofern der Dienstleister nach Landesrecht anerkannt ist.

Intensivpflege zu Hause
Intensivpflege. Hierbei übernehmen hochqualifizierte Pflegefachkräfte die Überwachung und Versorgung, oft im Schichtdienst rund um die Uhr. Die Finanzierung dieser sehr kostenintensiven Pflegeform erfolgt primär über die Krankenkasse im Rahmen der häuslichen Krankenpflege.

Hilfsmittel für ein sicheres und barrierefreies Zuhause

Die richtige Ausstattung der Wohnung ist ein entscheidender Faktor, um die Pflege zu Hause in Frankfurt sicher und komfortabel zu gestalten. Medizinische und technische Hilfsmittel fördern die Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen und entlasten die pflegenden Angehörigen körperlich wie psychisch enorm. Für viele dieser Hilfsmittel übernimmt die Pflege- oder Krankenkasse die Kosten oder zahlt hohe Zuschüsse.

Der Hausnotruf: Sicherheit auf Knopfdruck
Hausnotruf. Ein kleiner Sender, der als Armband oder Halskette getragen wird, stellt im Notfall (z. B. nach einem Sturz) sofort eine Verbindung zu einer 24-Stunden-Notrufzentrale her. Die Mitarbeiter der Zentrale können über eine Basisstation im Raum mit dem Gestürzten sprechen und bei Bedarf Angehörige, den Pflegedienst oder den Rettungsdienst alarmieren. Liegt ein Pflegegrad vor, übernimmt die Pflegekasse in der Regel die monatlichen Grundkosten in Höhe von 25,50 Euro für das Basisgerät.

Mobilität in der Wohnung: Treppenlift und Rollstuhl
Treppenlift (Sitzlift, Plattformlift oder Hublift) gibt den Senioren die Freiheit zurück, alle Etagen ihres Zuhauses sicher zu erreichen. Für die Anschaffung eines Treppenlifts kann bei der Pflegekasse ein Zuschuss zur Wohnumfeldverbesserung beantragt werden. Für die generelle Mobilität innerhalb und außerhalb der Wohnung sind maßangepasste Rollstühle essenziell. Ein
bietet Menschen mit stark eingeschränkter Armkraft die Möglichkeit, sich völlig autark zu bewegen. Die Verordnung erfolgt durch den behandelnden Arzt, die Kosten trägt nach Genehmigung die Krankenkasse.

Sicherheit im Badezimmer: Der Badewannenlift
Badewannenlift, der per Fernbedienung sanft in die Wanne hinab- und wieder herauffährt, ermöglicht eine sichere Körperpflege ohne fremde Hilfe. Auch dieses Hilfsmittel kann vom Hausarzt verordnet werden und ist von Zuzahlungen (bis auf den gesetzlichen Eigenanteil) befreit.

Aktiv im Frankfurter Stadtleben: Elektromobile
Elektromobile (Seniorenmobile) eine hervorragende Wahl. Sie sind in verschiedenen Geschwindigkeiten (z. B. 6 km/h oder 15 km/h) erhältlich und einfach zu bedienen. Sie fördern die soziale Teilhabe und verhindern die Isolation im Alter. Bei entsprechender medizinischer Indikation (Gehunfähigkeit) kann auch hier die Krankenkasse einen Teil der Kosten übernehmen.

Lebensqualität durch gutes Hören: Hörgeräte
Hörgeräte sind heute winzig, leistungsstark und können störende Hintergrundgeräusche herausfiltern. Ein regelmäßiger Hörtest beim HNO-Arzt und die anschließende Anpassung durch einen Hörakustiker sind essenziell, um aktiv am gesellschaftlichen Leben in Frankfurt teilnehmen zu können.

Modernes, barrierefreies Badezimmer mit einer ebenerdigen Dusche, Haltegriffen und einem Duschsitz

Ein barrierefreies Bad bietet Sicherheit und mehr Selbstständigkeit

Ein Hausnotruf-Gerät steht auf einem hölzernen Nachttisch direkt neben einem Bett

Der Hausnotruf sorgt für schnelle Hilfe im Notfall

Der barrierefreie Badumbau: Wohnumfeldverbesserung nutzen

Wenn kleine Hilfsmittel wie Haltegriffe oder ein Badewannenlift nicht mehr ausreichen, ist ein kompletter barrierefreier Badumbau oft unumgänglich. Typische Maßnahmen sind der Ausbau der alten Badewanne und der Einbau einer bodengleichen, begehbaren Dusche, die Installation eines unterfahrbaren Waschbeckens sowie die Erhöhung der Toilette.

Die Pflegekasse unterstützt Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes finanziell massiv. Wenn ein Pflegegrad (1 bis 5) vorliegt, gewährt die Kasse einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro pro pflegebedürftiger Person für solche Umbaumaßnahmen. Leben mehrere Pflegebedürftige in einem Haushalt (z. B. ein Ehepaar, das beide einen Pflegegrad hat), kann sich der Zuschuss auf bis zu 8.000 Euro (maximal 16.000 Euro bei vier Personen) summieren.

Wichtig: Der Antrag auf diesen Zuschuss muss zwingend vor Beginn der Umbaumaßnahmen bei der Pflegekasse gestellt und bewilligt werden. Reichen Sie dazu Kostenvoranschläge von Frankfurter Handwerksbetrieben bei der Kasse ein. Zusätzlich zum Pflegekassenzuschuss können oft auch zinsgünstige Kredite oder Investitionszuschüsse der KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) im Rahmen des Programms "Altersgerecht Umbauen" in Anspruch genommen werden.

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Lokale Anlaufstellen und Beratungsangebote in Frankfurt am Main

Die Organisation der Pflege ist komplex, aber Sie müssen diese Aufgabe in Frankfurt nicht alleine bewältigen. Die Stadt bietet ein dichtes Netz an Beratungsstellen, die neutrale und kostenfreie Hilfe anbieten.

Die Pflegestützpunkte Frankfurt
Pflegeberatung. Die Berater helfen beim Ausfüllen von Anträgen, informieren über lokale Pflegedienste und klären über finanzielle Ansprüche auf. Ein bekannter Standort ist beispielsweise das Rathaus für Senioren in der Hansaallee.

Die Leitstelle Älterwerden
Leitstelle Älterwerden. Diese städtische Einrichtung koordiniert Angebote für Senioren, gibt Broschüren heraus und hilft bei der Vermittlung von Nachbarschaftshilfen, Seniorentreffs und kulturellen Angeboten, die speziell auf ältere Bürger zugeschnitten sind.

Freie Träger und Wohlfahrtsverbände

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Wer benötigt die Pflegeberatung?

Entlastung für pflegende Angehörige: Sie müssen nicht alles allein schaffen

Die Pflege eines geliebten Menschen zu Hause ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben überhaupt. Sie fordert körperliche Kraft, emotionale Stabilität und enorm viel Zeit. Um eine Überlastung (das sogenannte Burnout-Syndrom bei Pflegenden) zu vermeiden, sieht der Gesetzgeber spezifische Entlastungsleistungen vor, die Sie unbedingt nutzen sollten.

Verhinderungspflege: Urlaub von der Pflege
Verhinderungspflege. Voraussetzung ist, dass der Pflegebedürftige (mindestens Pflegegrad 2) zuvor bereits sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt wurde. Die Kasse zahlt hierfür bis zu 1.612 Euro pro Kalenderjahr für maximal sechs Wochen. Dieser Betrag kann genutzt werden, um einen ambulanten Pflegedienst für diese Zeit zu beauftragen oder eine private Ersatzkraft zu entlohnen. Zudem kann die Verhinderungspflege auch stundenweise in Anspruch genommen werden, um beispielsweise in Ruhe eigene Arzttermine wahrzunehmen oder einen Abend im Frankfurter Schauspielhaus zu verbringen.

Kurzzeitpflege: Vorübergehende stationäre Betreuung
Kurzzeitpflege mit bis zu 1.774 Euro pro Jahr. Kosten für Unterkunft und Verpflegung (Hotelkosten) müssen in der Regel selbst getragen werden, können aber teilweise über den Entlastungsbetrag refinanziert werden.Tipp zur Budget-Optimierung:
2.418 Euro zur Verfügung steht.

Tagespflege und Nachtpflege in Frankfurt
Tagespflege. Der Pflegebedürftige wird morgens von einem Fahrdienst zu Hause abgeholt, verbringt den Tag in einer Pflegeeinrichtung mit gemeinsamen Mahlzeiten, therapeutischen Angeboten und Gesellschaftsspielen und kehrt am späten Nachmittag zurück. Für die Tagespflege stellt die Pflegekasse ein separates, zusätzliches Budget zur Verfügung, das nicht auf das Pflegegeld oder die Pflegesachleistungen angerechnet wird. Die Höhe richtet sich nach dem Pflegegrad (z. B. 1.298 Euro monatlich bei Pflegegrad 3). In Frankfurt gibt es zahlreiche Tagespflege-Einrichtungen, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind.

Gesprächskreise und Selbsthilfegruppen

Pflege-Leistungsübersicht 2026

Pflegegeld, Sachleistungen, Verhinderungspflege und mehr — unsere Übersicht zeigt Ihnen alle Leistungen der Pflegeversicherung 2026 mit den aktuellen Beträgen.

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Senioren sitzen fröhlich gemeinsam an einem großen Tisch in einer Tagespflege-Einrichtung und spielen ein Gesellschaftsspiel

Die Tagespflege entlastet pflegende Angehörige und bietet Senioren Gesellschaft

Rechtliche Vorsorge: Selbstbestimmung bis zum Schluss

Ein Thema, das bei der Organisation der häuslichen Pflege oft in den Hintergrund rückt, aber von immenser Wichtigkeit ist, ist die rechtliche Vorsorge. Solange Sie oder Ihr Angehöriger bei voller geistiger Gesundheit sind, sollten folgende Dokumente zwingend erstellt werden, um im Ernstfall Handlungsfähigkeit zu garantieren:

  • Die Vorsorgevollmacht: Mit einer Vorsorgevollmacht bestimmen Sie eine Vertrauensperson (z. B. den Ehepartner oder die Kinder), die in Ihrem Namen rechtliche, finanzielle und gesundheitliche Entscheidungen treffen darf, wenn Sie selbst dazu nicht mehr in der Lage sind. Achtung: Ehepartner sind in Deutschland nicht automatisch gesetzliche Vertreter füreinander! Ohne Vorsorgevollmacht muss das Amtsgericht Frankfurt im Ernstfall einen gesetzlichen Betreuer bestellen, was oft ein langwieriger Prozess ist.

  • Die Bankvollmacht: Eine allgemeine Vorsorgevollmacht wird von Banken oft nur zögerlich akzeptiert. Es ist dringend zu empfehlen, direkt bei der Hausbank in Frankfurt eine spezifische Konto- und Depotvollmacht (am besten über den Tod hinaus) zu unterzeichnen.

  • Die Patientenverfügung: In der Patientenverfügung legen Sie schriftlich fest, welche medizinischen Maßnahmen Sie in bestimmten, aussichtslosen Krankheitssituationen wünschen oder ablehnen (z. B. künstliche Beatmung, künstliche Ernährung, Wiederbelebungsmaßnahmen). Die Patientenverfügung richtet sich direkt an die behandelnden Ärzte und entlastet Ihre Angehörigen von der Bürde, diese schweren Entscheidungen für Sie treffen zu müssen.

  • Die Betreuungsverfügung: Sollte trotz Vorsorgevollmacht ein gerichtlich bestellter Betreuer nötig werden, können Sie in der Betreuungsverfügung festlegen, wen das Gericht für diese Aufgabe auswählen soll (und wen auf keinen Fall).

Bewahren Sie diese Dokumente an einem sicheren, aber für die Angehörigen schnell zugänglichen Ort auf. Es empfiehlt sich zudem, die Vorsorgevollmacht im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren zu lassen.

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Häufige Fehler bei der Pflegeorganisation und wie Sie diese vermeiden

Die Pflegegesetzgebung in Deutschland (SGB XI) ist komplex. Im Alltag der Pflegeorganisation in Frankfurt beobachten Experten immer wieder typische Fehler, die zu finanziellen Einbußen oder unnötigem Stress führen. Vermeiden Sie diese Stolperfallen:

1. Zu späte Antragstellung

2. Den MD-Gutachter allein empfangen

3. Entlastungsbetrag verfallen lassen

4. Hilfsmittel selbst kaufen statt verordnen lassen

5. Den eigenen Gesundheitszustand als pflegender Angehöriger ignorieren

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Checkliste: In 10 Schritten die Pflege zu Hause in Frankfurt organisieren

Um Ihnen den Start zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Schritte in einer kompakten Checkliste zusammengefasst:

  1. Bedarf analysieren: Welche Tätigkeiten fallen schwer? (Körperpflege, Haushalt, Mobilität, medizinische Versorgung).

  2. Arztgespräch führen: Den Hausarzt in Frankfurt konsultieren, Diagnosen dokumentieren lassen und mögliche Hilfsmittel (Rezept) besprechen.

  3. Pflegegrad beantragen: Sofort bei der Pflegekasse anrufen und den Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung stellen.

  4. Pflegetagebuch führen: Über 1-2 Wochen minuziös den Hilfebedarf in Minuten dokumentieren.

  5. Beratung einholen: Einen Pflegestützpunkt in Frankfurt aufsuchen oder eine professionelle, private Pflegeberatung in Anspruch nehmen.

  6. Begutachtung vorbereiten: Alle medizinischen Unterlagen (Arztbriefe, Medikamentenplan) sammeln und beim Termin mit dem MD Hessen anwesend sein.

  7. Pflegemodell wählen: Entscheiden Sie, wer die Pflege übernimmt (Angehörige, Ambulanter Dienst, 24-Stunden-Pflege oder eine Kombination).

  8. Hilfsmittel beschaffen: Hausnotruf installieren lassen, Rezepte für Rollstuhl oder Badewannenlift einlösen.

  9. Wohnraum anpassen: Prüfen, ob ein Treppenlift oder ein barrierefreier Badumbau notwendig sind, und Zuschüsse (bis zu 4.000 Euro) bei der Pflegekasse beantragen.

  10. Rechtliche Dokumente ordnen: Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung erstellen, prüfen und sicher hinterlegen.

Zusammenfassung: Sicher und umsorgt in den eigenen vier Wänden

Die Pflege zu Hause in Frankfurt am Main zu organisieren, ist eine Aufgabe, die Weitsicht, Struktur und das Wissen um die eigenen Rechte erfordert. Dank der Leistungen der Pflegeversicherung, beginnend mit der Beantragung eines Pflegegrades, stehen Ihnen umfangreiche finanzielle Mittel zur Verfügung. Ob Pflegegeld, Pflegesachleistungen für einen ambulanten Dienst oder Zuschüsse für die Wohnumfeldverbesserung – das System ist darauf ausgelegt, die häusliche Pflege so lange wie möglich aufrechtzuerhalten.

Besonderes Augenmerk sollte auf der Auswahl der richtigen Hilfsmittel liegen. Ein Hausnotruf bietet unverzichtbare Sicherheit, ein Treppenlift überwindet architektonische Barrieren in Frankfurter Wohnhäusern, und Elektromobile oder Elektrorollstühle garantieren die Fortführung eines aktiven, selbstbestimmten Lebens in der Stadt. Wenn die Pflegeintensität steigt, bieten Modelle wie die 24-Stunden-Pflege oder die Intensivpflege verlässliche Alternativen zum Pflegeheim.

Vergessen Sie bei aller Fürsorge für den Pflegebedürftigen niemals die Entlastung der pflegenden Angehörigen. Nutzen Sie Angebote wie die Tagespflege, die Verhinderungspflege und den Entlastungsbetrag für Alltagshilfen konsequent aus. Zögern Sie nicht, professionelle Pflegeberatung in Anspruch zu nehmen, um das optimale Pflege- und Betreuungsnetzwerk für Ihre individuelle Situation in Frankfurt am Main zu knüpfen. Mit der richtigen Planung und den passenden Partnern an Ihrer Seite wird die würdevolle Pflege zu Hause nicht nur möglich, sondern zu einer erfüllenden gemeinsamen Zeit im vertrauten Zuhause.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Pflege zu Hause in Frankfurt

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