Erster Fall von heimischem Sindbis-Fieber in Deutschland bestätigt
In Deutschland ist erstmals eine akute Erkrankung mit dem Sindbis-Virus bei einem Menschen nachgewiesen worden, die hierzulande durch einen Mückenstich übertragen wurde. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilt, betrifft der Fall einen 60-jährigen Mann aus Baden-Württemberg. Zwar ließen sich in der Vergangenheit vereinzelt Antikörper bei Blutspendern sowie das Virus in heimischen Stechmücken und Wildvögeln nachweisen, eine manifeste Erkrankung im direkten Zusammenhang mit einer Ansteckung in Deutschland gab es bislang jedoch nicht.
Was ist das Sindbis-Virus und wie wird es übertragen?
Das Sindbis-Virus gehört zur Familie der Togaviren und ist eng mit dem Chikungunya-Erreger verwandt. Als natürliches Erregerreservoir dienen vor allem Wild- und Zugvögel. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt über den Stich infizierter Stechmücken, insbesondere aus den Gattungen Culex (gemeine Hausmücke) und Aedes. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.
Bislang trat das Sindbis-Fieber in Europa vor allem im Norden – etwa in Schweden und Finnland, wo es auch als Pogosta-Krankheit oder Ockelbo-Krankheit bekannt ist – sowie in Teilen Afrikas, Asiens und Australiens auf. Durch klimatische Veränderungen und milde Witterungsbedingungen finden übertragende Insekten jedoch zunehmend auch in Mitteleuropa günstige Bedingungen vor.
Typische Symptome: Worauf geachtet werden sollte
Laut dem Robert Koch-Institut sollten Mediziner und Pflegekräfte bei unklaren Beschwerden während der Mückensaison auch an eine Infektion mit dem Sindbis-Erreger denken. Typische Anzeichen treten meist innerhalb einer Woche nach dem Stich auf:
- Plötzliches Fieber: Häufig begleitet von allgemeinem Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen.
- Juckender Hautausschlag: Ein fleckiger bis knotiger Ausschlag (Exanthem), der sich meist über Rumpf und Gliedmaßen ausbreitet.
- Ausgeprägte Gelenkschmerzen: Schmerzen und Schwellungen betreffen vor allem Handgelenke, Knöchel, Knie und Finger.
Die Erkrankung verläuft in der Regel gutartig und gilt nicht als lebensbedrohlich. Während Fieber und Hautveränderungen meist nach ein bis zwei Wochen wieder abklingen, können die Gelenkbeschwerden bei einigen Betroffenen über mehrere Wochen oder gar Monate anhalten und den Alltag spürbar beeinträchtigen.
Behandlung und Schutzmaßnahmen
Eine gezielte antivirale Therapie oder eine Impfung gegen das Sindbis-Virus existieren derzeit nicht. Die medizinische Versorgung konzentriert sich auf die Linderung der Beschwerden durch fiebersenkende, schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente.
Die wichtigste Maßnahme gegen eine Infektion bleibt die konsequente Vermeidung von Mückenstichen. Dazu empfehlen Gesundheitsexperten:
- Das Tragen von körperbedeckender, heller und lockerer Kleidung bei Aufenthalten im Freien.
- Die regelmäßige Anwendung geprüfter Insektenschutzmittel (Repellents) auf unbedeckten Hautstellen.
- Die Montage von Insektengittern an Fenstern und Türen im Wohn- und Pflegebereich.
- Das regelmäßige Entleeren und Abdecken offener Wasserstellen wie Regentonnen oder Vogeltränken im Garten, um Brutstätten für Mücken zu reduzieren.
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