Gesund altern: Große Mehrheit will aktiv vorsorgen
Der Wunsch nach möglichst vielen gesunden und selbstbestimmten Lebensjahren ist in der Bevölkerung tief verankert. Eine aktuelle, repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit belegt, dass mehr als 70 Prozent der Menschen in Deutschland bereit sind, aktiv etwas für die eigene Gesundheit und ein langes Leben zu tun. Besonders in der Altersgruppe der 60- bis 70-Jährigen spielt das Ziel, dauerhaft fit und vital zu bleiben, für jeden Zweiten eine zentrale Rolle.
Prävention und 'Longevity' als Zukunftsthema
Im Zentrum der aktuellen Debatte steht das Konzept der 'Longevity' – ein Begriff, der das gesunde Altern und das Hinauszögern altersbedingter Einschränkungen beschreibt. Rund zwei Drittel der Befragten sehen darin großes Potenzial, den biologischen Alterungsprozess zu verlangsamen. Zwar ist das Schlagwort selbst erst der Hälfte der Bürgerinnen und Bürger geläufig, die grundlegende Motivation zur Eigeninitiative ist jedoch hoch: Fast drei Viertel der Befragten gaben an, bereit zu sein, regelmäßig Sport zu treiben oder deutlich mehr Bewegung in ihren Alltag einzubinden.
Hürden im Alltag: Zeit, Motivation und Kosten
Obwohl das Bewusstsein für gesundheitliche Eigenverantwortung groß ist, klafft zwischen der Absicht und der tatsächlichen Umsetzung häufig eine Lücke. Laut den Studienergebnissen nennen die Befragten vor allem folgende Hindernisse:
- Zeitmangel: Berufliche und familiäre Verpflichtungen lassen oft wenig Raum für strukturierte Bewegung oder Entspannung.
- Fehlende Motivation: Die langfristigen Vorteile präventiver Maßnahmen treten im Alltag oft hinter kurzfristige Gewohnheiten zurück.
- Finanzielle Hürden: Jeder Fünfte empfindet die Kosten für gezielte Gesundheitsangebote, Kurse oder Fitnessmöglichkeiten als zu hoch.
Gesundheitskompetenz entscheidet über gesunde Lebensjahre
Aus Sicht von Experten und Krankenkassenvertretern geht es beim Thema Longevity nicht darum, ein maximal hohes Lebensalter um jeden Preis zu erzielen. Entscheidend sei vielmehr die Lebensqualität in späten Jahren. Um dies flächendeckend zu erreichen, müsse die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung gezielt gefördert werden.
Gerade vor dem Hintergrund zahlloser neuer Gesundheitstrends und vermeintlicher Wundermittel sei es notwendig, dass Menschen verlässliche, wissenschaftlich fundierte Informationen erhalten. Ziel müsse es sein, wirksame und evidenzbasierte Präventionsangebote unabhängig von Einkommen, Alter oder sozialer Herkunft zugänglich zu machen.
Bedeutung für die Pflege und das Alter
Für den Pflegebereich sind diese Erkenntnisse von enormer Tragweite. Eine frühzeitige, zielgerichtete Vorsorge kann chronische Erkrankungen hinauszögern, Stürzen vorbeugen und die Selbstständigkeit im Alter über viele Jahre erhalten. Wenn es gelingt, präventive Maßnahmen alltagstauglich und barrierearm zu gestalten, entlastet dies nicht nur die Betroffenen und ihre Angehörigen, sondern langfristig auch das gesamte Gesundheitssystem.
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