Grippesaison steht bevor: Experten und Politik rufen zur Impfung auf

Djamal Sadaghiani
Grippeimpfung im Herbst: Schutz für Senioren und Pflegekräfte

Mit den sinkenden Temperaturen im Herbst steigt das Risiko für Infektionskrankheiten der Atemwege wieder deutlich an. Um schweren Krankheitsverläufen in den kälteren Monaten vorzubeugen, rät die Gesundheitspolitik der Bevölkerung zu einer zeitnahen Grippeschutzimpfung. Vor allem für ältere Menschen, Pflegebedürftige, chronisch Kranke und Personen in Pflegeberufen ist die Immunisierung ein wichtiger Baustein für die eigene Gesundheit und den Schutz des Umfelds.

Influenza nicht unterschätzen: Risiken für ältere Menschen

Eine echte Virusgrippe (Influenza) unterscheidet sich gravierend von einer gewöhnlichen Erkältung. Plötzlich auftretendes hohes Fieber, starke Muskel- und Gliederschmerzen sowie ein ausgeprägtes Schwächegefühl sind typische Symptome. Bei Menschen mit Vorerkrankungen oder einem altersbedingt geschwächten Immunsystem kann eine Infektion zu schwerwiegenden Komplikationen wie einer Lungenentzündung oder Herz-Kreislauf-Problemen führen.

Gesundheitsexperten betonen regelmäßig, dass die Influenza eine ernstzunehmende Erkrankung darstellt, deren Tragweite oft verkannt wird. Eine frühzeitige Impfung bereitet das Abwehrsystem gezielt auf die zirkulierenden Virenstämme der aktuellen Saison vor und senkt die Wahrscheinlichkeit für schwere oder gar lebensbedrohliche Verläufe erheblich.

Wer sich jetzt impfen lassen sollte

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die jährliche Grippeimpfung insbesondere folgenden Personengruppen:

  • Personen ab 60 Jahren: Für diese Altersgruppe steht in der Regel ein speziell hochdosierter Impfstoff zur Verfügung, der eine stärkere Immunantwort auslöst.
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen: In Gemeinschaftseinrichtungen können sich Erreger besonders schnell verbreiten.
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen: Dazu zählen unter anderem Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma oder chronische Nierenleiden.
  • Medizinisches und pflegendes Personal: Pflegekräfte und Ärzte schützen durch die Impfung nicht nur sich selbst, sondern verhindern auch die Weitergabe der Viren an vulnerable Patienten.
  • Schwangere: Zum Schutz der werdenden Mutter und des Neugeborenen ab dem zweiten Trimester (bei Vorerkrankungen ab dem ersten Trimester).

Der beste Zeitpunkt für den Piks

Die Monate Oktober und November gelten als optimaler Zeitraum für die Grippeimpfung. Nach der Verabreichung benötigt das körpereigene Immunsystem rund zehn bis 14 Tage, um einen wirksamen Schutz aufzubauen. Da die Grippewelle in Deutschland meist nach dem Jahreswechsel ihren Höhepunkt erreicht, sorgt eine Impfung im Frühherbst für eine verlässliche Abdeckung während der gesamten Hochphase.

Hausärzte, Betriebsärzte sowie viele Apotheken bieten die Schutzimpfung unkompliziert an. Oftmals lässt sich der Termin auch mit weiteren Auffrischungsimpfungen, beispielsweise gegen COVID-19 oder Pneumokokken, kombinieren. Wer unsicher ist, sollte sich rechtzeitig in der hausärztlichen Praxis individuell beraten lassen.

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