Hoffnung für Long-COVID-Patienten: Neues Stufenmodell verspricht schnelle Hilfe

Dominik Hübenthal
Long-COVID & ME/CFS: Neues UKE-Versorgungsmodell bringt Hilfe

Für viele Menschen, die an Long-COVID, ME/CFS oder anderen Formen des Postakuten Infektionssyndroms (PAIS) leiden, ist der Alltag eine enorme Herausforderung. Oftmals finden sie keine bedarfsgerechte medizinische Versorgung und irren monatelang im Gesundheitssystem umher. Ein neues Konzept am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) soll diese Versorgungslücke nun schließen und Betroffenen deutlich schneller und unkomplizierter helfen.

Der lange Weg zur Diagnose soll verkürzt werden

Wer an den Spätfolgen einer Virusinfektion leidet, steht oft vor einem kräftezehrenden Hürdenlauf. Wie Gesundheitsexperten der politischen Regierungskoalition betonen, stellt der Weg zur richtigen Diagnose und einer passenden Behandlung für viele Patienten bis heute einen langen Leidensweg dar. Ziel einer neuen Initiative ist es daher, die medizinische Versorgung künftig viel besser zu verzahnen und den Zugang zu hochspezialisierter Diagnostik und Therapie drastisch zu erleichtern.

So funktioniert das neue dreistufige Versorgungsmodell

Um eine klare und effiziente Versorgungsstruktur zu schaffen, wurde am UKE ein innovatives Stufenmodell entwickelt. Dieses setzt an drei zentralen Punkten an:

  • Stärkung der Hausärzte: Die hausärztliche Versorgung bildet das Fundament und wird gezielt unterstützt, um als erste Anlaufstelle besser agieren zu können.
  • Lotsenfunktion für Betroffene: Um Patienten im komplexen Gesundheitssystem nicht alleinzulassen, sollen spezielle Lotsen bei der Orientierung und der Koordinierung der Behandlung helfen.
  • Spezialisierte Diagnostik: Für besonders schwere und komplexe Krankheitsverläufe öffnet sich das UKE, um mit modernsten Methoden eine gezielte Therapie zu ermöglichen.

Durch diese klare Struktur erhalten Betroffene genau die spezialisierte Behandlung, an der es bislang vielerorts noch mangelt. Das Modell schafft nicht nur Entlastung für die Patienten, sondern auch für die überlasteten Hausarztpraxen.

Ausblick: Wichtige Entscheidung im September

Damit das UKE die Patienten künftig auch im ambulanten Rahmen umfassend behandeln darf, benötigt das Klinikum eine sogenannte Institutsermächtigung zur ambulanten Versorgung. Über den entsprechenden Antrag für das neue Versorgungsmodell wird die Hamburgische Bürgerschaft in ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause am 2. September entscheiden. Wird das Konzept bewilligt, könnte es als wegweisendes Vorbild für die flächendeckende Versorgung von PAIS-Patienten in ganz Deutschland dienen.

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