Höhere Mindestmengen bei Knie-OPs: Klinik-Erreichbarkeit bleibt stabil

Dominik Hübenthal
Knie-TEP-Operationen: Neue Mindestmengen verschlechtern Erreichbarkeit kaum

Wenn es um das Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks geht, steht die Behandlungsqualität an erster Stelle. Um diese zu sichern, plant der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine deutliche Anhebung der sogenannten Mindestmengen für Knie-TEP-Operationen (Totalendoprothese). Viele Patienten und Pflegebedürftige befürchten nun, dass sie künftig weite Strecken auf sich nehmen müssen, wenn kleinere Kliniken diese Eingriffe nicht mehr anbieten dürfen. Eine aktuelle Analyse des Science Media Center (SMC) gibt jedoch Entwarnung.

Schrittweise Erhöhung der Mindestmengen

Krankenhäuser müssen eine gewisse Routine nachweisen, um komplexe Operationen sicher und qualitativ hochwertig durchzuführen. Derzeit liegt die gesetzliche Mindestmenge für das erstmalige Einsetzen einer Knie-TEP bei 50 Operationen pro Jahr und Klinik. Werden diese Zahlen nicht erreicht, darf das Krankenhaus die Leistung nicht mehr mit der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen.

In den kommenden Jahren werden die Anforderungen spürbar verschärft:

  • Ab 2028: Die Mindestmenge steigt auf 100 Operationen jährlich.
  • Ab 2030: Kliniken müssen mindestens 150 dieser Eingriffe pro Jahr vorweisen.

Fahrzeiten zur Klinik verlängern sich kaum

Laut den Daten des SMC bieten aktuell rund 915 Krankenhäuser in Deutschland diese Operation an. Würde man die strengen Kriterien für das Jahr 2030 bereits heute anlegen, dürften nur noch knapp 470 Kliniken den Eingriff durchführen – also etwa die Hälfte. Doch was bedeutet diese Ausdünnung der Kliniklandschaft für die Patienten?

Die Analyse zeigt erfreuliche Ergebnisse: Auch wenn künftig deutlich weniger Krankenhäuser Knie-Prothesen einsetzen, würden weiterhin knapp 92 Prozent der Bevölkerung eine geeignete Klinik in unter 30 Autominuten erreichen. Bislang liegt dieser Wert bei knapp 98 Prozent. Für die überwiegende Mehrheit der Menschen in Deutschland ändern sich die Fahrtzeiten somit kaum.

Qualitätssprung für die Patientenversorgung

Laut dem Science Media Center sprechen die Ergebnisse stark für die geplante Reform. Auch wenn in einigen Fällen die Anreise etwas länger ausfällt, profitieren die Patienten von der deutlich höheren Behandlungsqualität in spezialisierten Zentren. Eine höhere Fallzahl bedeutet mehr Routine für das chirurgische Personal und das Pflegeteam, was das Risiko von Komplikationen drastisch senkt.

Welche Regionen sind betroffen?

Lediglich in sehr dünn besiedelten Gebieten und Grenzregionen müssen sich Patienten auf etwas längere Wege einstellen. Dazu zählen unter anderem:

  • Der Westen von Rheinland-Pfalz (an der Grenze zu Belgien)
  • Der Südschwarzwald (an der Grenze zur Schweiz)
  • Der Osten Bayerns und Sachsens
  • Der Norden von Sachsen-Anhalt sowie Teile von Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein

Insgesamt zeigt sich jedoch, dass die Zentralisierung von Knie-TEP-Operationen ein wichtiger Schritt zu mehr Patientensicherheit ist, ohne die flächendeckende Versorgung ernsthaft zu gefährden.

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