Impfen als vierte Säule: Wie Vakzine unser Herz schützen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Um das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu minimieren, setzen Ärzte traditionell auf drei bewährte Säulen der Prävention: eine gesunde Lebensweise, die Kontrolle des Blutdrucks und die Senkung der Cholesterinwerte. Doch Kardiologen rücken nun eine weitere, oft vernachlässigte Maßnahme in den Fokus, die Leben retten kann: Schutzimpfungen.
Die unterschätzte Gefahr: Infektionen belasten das Herz
Der Zusammenhang zwischen schweren Atemwegsinfektionen und kardiovaskulären Ereignissen ist in der medizinischen Forschung längst belegt. Wenn Viren oder Bakterien den Körper attackieren, reagiert das Immunsystem mit einer starken Entzündungsreaktion. Diese systemische Entzündung kann gefährliche Folgen für die Blutgefäße haben: Bereits bestehende, aber bislang unauffällige Ablagerungen (Plaques) in den Arterien können aufbrechen und Blutgerinnsel bilden. Die Folge ist nicht selten ein akuter Herzinfarkt oder ein Schlaganfall.
Zudem bedeutet hohes Fieber und die intensive Abwehrarbeit des Immunsystems puren Stress für das Herz-Kreislauf-System. Der Herzmuskel benötigt mehr Sauerstoff, schlägt schneller und wird stark beansprucht – eine lebensgefährliche Belastungsprobe für ein ohnehin vorgeschädigtes Herz.
Impfen als "vierte Säule" der Prävention
Auf der jüngsten Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) wurde mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass Impfungen einen hochwirksamen Bestandteil der Herzvorsorge darstellen. Experten betonen, dass Schutzimpfungen als feste "vierte Säule" in der kardiovaskulären Prävention verankert werden müssen. Bislang wird dieses enorme Potenzial in der alltäglichen medizinischen und pflegerischen Versorgung jedoch noch unzureichend ausgeschöpft.
Welche Impfungen sind für Herzpatienten besonders wichtig?
Für ältere Menschen, Pflegebedürftige und Patienten mit bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen raten medizinische Fachgesellschaften dringend zur regelmäßigen Überprüfung des Impfstatus. Folgende Impfungen stehen dabei besonders im Fokus:
- Influenza (Grippe): Die jährliche Grippeimpfung senkt das Risiko für Herzinfarkte während der winterlichen Grippesaison signifikant.
- Pneumokokken: Eine Lungenentzündung durch Bakterien ist für Herzpatienten extrem gefährlich. Die Impfung bietet hier einen essenziellen Schutzschild.
- COVID-19: Auch das Coronavirus greift nachweislich die Blutgefäße an und erhöht das Risiko für Thrombosen sowie Herzmuskelentzündungen.
- RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus): Besonders für Senioren stellt RSV eine ernstzunehmende Gefahr für Herz und Lunge dar, der nun präventiv begegnet werden kann.
Ein Appell an Pflegekräfte und Angehörige
Gerade im Pflegealltag sollte der Prävention durch Impfungen mehr Beachtung geschenkt werden. Pflegekräfte und pflegende Angehörige spielen eine absolute Schlüsselrolle, wenn es darum geht, Senioren auf Impflücken aufmerksam zu machen und entsprechende Arzttermine zu organisieren. Ein kurzer Blick in den Impfpass kann im Ernstfall Leben retten und das Herz vor irreparablen Schäden bewahren. Es ist an der Zeit, dass Impfungen nicht mehr nur als reiner Infektionsschutz, sondern als aktiver und essenzieller Herzschutz verstanden werden.
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