Mehr Klinikärzte in Sicht: Bundesregierung prognostiziert Ärztezuwachs bis 2035

Djamal Sadaghiani
Ärztemangel im Krankenhaus? Prognose sagt Ärztezuwachs bis 2035 voraus

Trotz der anhaltenden Diskussionen über Personalengpässe im Gesundheitswesen rechnet die Bundesregierung in den kommenden Jahren mit einer spürbaren Zunahme an Ärztinnen und Ärzten in deutschen Kliniken. Bis zum Jahr 2035 könnte die Gesamtzahl der Medizinerinnen und Mediziner im stationären Sektor weiter anwachsen, wie aus einer offiziellen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht.

Steigende Medizinerzahlen im stationären Sektor

Grundlage der Prognosen bildet ein vom Bundesgesundheitsministerium initiiertes Fachkräftemonitoring, das künftige Entwicklungen bei Angebot und Nachfrage im Gesundheitswesen abbildet. Während im Jahr 2024 rund 217.724 Ärztinnen und Ärzte an deutschen Krankenhäusern tätig waren – darunter gut 71.300 in Teilzeit –, wird für die kommenden Dekaden mit einem weiteren Personalaufbau gerechnet.

Für das Jahr 2030 wird die Zahl der stationär tätigen Mediziner in Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen auf rund 229.000 geschätzt. Bis zum Jahr 2035 könnte dieser Wert sogar auf etwa 231.000 Personen ansteigen. In Vollzeitäquivalenten gerechnet entspräche dies knapp 192.000 Vollzeitstellen, was den unvermindert hohen Trend zu flexibleren Arbeitszeit- und Teilzeitmodellen in der Ärzteschaft widerspiegelt.

Gewinner und Verlierer der Fachdisziplinen

Der Zuwachs verteilt sich allerdings nicht gleichmäßig über alle Fachgebiete. Deutliche Unterschiede zeigen sich beim Blick auf die einzelnen Spezialisierungen:

  • Starke Zuwächse: Relative Zuwächse von jeweils rund sechs Prozent bis 2035 werden vor allem in der Inneren Medizin, der Urologie sowie der Augenheilkunde erwartet.
  • Größtes Plus bei Nachwuchskräften: Den stärksten absoluten Zuwachs verzeichnen Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung ohne abgeschlossene Facharztanerkennung. Deren Zahl soll von etwa 99.000 auf rund 102.000 steigen.
  • Rückgang in der Kindermedizin: Eine gegenteilige Entwicklung zeichnet sich in der Kinder- und Jugendmedizin ab. Hier wird ein Rückgang von rund 6.900 Fachärzten im Jahr 2023 auf etwa 6.800 im Jahr 2035 prognostiziert.

Herausforderung durch den demografischen Wandel

Ob das prognostizierte Personalplus ausreicht, um den steigenden Versorgungsbedarf vollständig zu decken, bleibt eine der zentralen Fragen für die Zukunft der Gesundheitsversorgung. Angesichts einer alternden Bevölkerung steigt nicht nur der Behandlungs- und Pflegebedarf in den Kliniken kontinuierlich an, sondern auch das Zusammenspiel zwischen ärztlichem Dienst und Pflegeteams gewinnt weiter an Bedeutung. Eine reine Zunahme von Köpfen garantiert noch keine Entspannung im klinischen Alltag, wenn parallel der Dokumentationsaufwand und die Arbeitsverdichtung hoch bleiben.

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