Mehr Sicherheit bei Medikamenten: Wie Krankenhausapotheker Patienten schützen
Für viele chronisch kranke und ältere Menschen gehört die tägliche Einnahme mehrerer Arzneimittel zur Routine. Doch gerade bei einem Wechsel zwischen ambulanter Pflege, Krankenhausaufenthalt und Entlassung steigt das Risiko für Medikationsfehler und gefährliche Wechselwirkungen deutlich an. Anlässlich des weltweiten Tags der Patientensicherheit rückt die lückenlose Überwachung der Arzneimitteltherapie in den Fokus.
Schnittstellen als kritisches Nadelöhr
Werden Patienten stationär in eine Klinik aufgenommen, müssen Ärzte und Pflegekräfte exakt wissen, welche Präparate, Dosierungen und Nahrungsergänzungsmittel zu Hause eingenommen wurden. Häufig fehlen jedoch vollständige Medikationspläne oder Änderungen während des Aufenthalts werden nach der Entlassung nicht nahtlos an den Hausarzt und Pflegedienst weitergegeben.
Experten für Klinische Pharmazie betonen, dass ein strukturierter Abgleich aller Medikamente bereits in der Notaufnahme und bei der regulären Aufnahme zwingend erforderlich ist. Nur so lassen sich Doppelverordnungen, unbeabsichtigte Abbrüche lebenswichtiger Therapien oder schwere Unverträglichkeiten zuverlässig vermeiden.
Klinikapotheker direkt am Krankenbett
Die Einbindung von pharmazeutischem Fachpersonal direkt auf den Stationen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Durch standardisierte Verfahren überprüfen Krankenhausapotheker die Gesamtmedikation, passen Dosierungen an Nieren- und Leberwerte an und beraten das behandelnde Ärzteteam sowie das Pflegepersonal.
Davon profitieren insbesondere polymedizierte Senioren, die fünf oder mehr verschiedene Wirkstoffe gleichzeitig einnehmen müssen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit entlastet Pflegekräfte im Stationsalltag und schützt Pflegebedürftige vor vermeidbaren Komplikationen.
Sicherer Übergang nach der Entlassung
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Entlassmanagement: Bei der Verlegung nach Hause oder in eine Pflegeeinrichtung muss sichergestellt sein, dass der aktualisierte Bundesmedikationsplan transparent vorliegt. Eine verständliche Beratung der Patienten und Angehörigen stellt sicher, dass neue Einnahmehinweise korrekt umgesetzt werden und die Therapie dauerhaft stabil bleibt.
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