Mehr UV-Strahlung in Europa: Warum Sonnenschutz in der Pflege jetzt unverzichtbar ist
Die Intensität der Sonnenstrahlung am Boden nimmt europaweit spürbar zu. Aktuelle Auswertungen unter Beteiligung des Bundesamts für Strahlenschutz belegen erstmals flächendeckend einen kontinuierlichen Anstieg der ultravioletten Strahlung (UV-Strahlung). Als wesentliche Ursache für diese Entwicklung gilt die abnehmende Bewölkung in den Sommermonaten. Was Sonnenanbeter freuen mag, birgt jedoch erhebliche gesundheitliche Risiken – insbesondere für ältere, pflegebedürftige Menschen und Pflegekräfte, die im Freien tätig sind.
Weniger Wolken sorgen für höhere Strahlenbelastung
Bisherige Messungen konzentrierten sich oft auf isolierte Messstationen. Die neuesten Daten zeigen nun ein eindeutiges Gesamtbild: Über weite Teile Europas hinweg trifft immer mehr ungefilterte UV-Strahlung auf die Erdoberfläche. Da Wolken seltener und dünner werden, dringt die gefährliche UV-A- und UV-B-Strahlung ungehindert durch die Atmosphäre. Das erhöht das Risiko für Sonnenbrände, vorzeitige Hautalterung und langfristig für die Entstehung von Hautkrebs drastisch.
Besondere Schutzbedürftigkeit von Senioren
In der Altenpflege erfordert diese Entwicklung erhöhte Wachsamkeit. Die Haut älterer Menschen weist spezifische Besonderheiten auf, die sie anfälliger für Strahlenschäden machen:
- Dünnere Hautbarriere: Mit dem Alter verliert die Haut an Elastizität, Feuchtigkeit und Fettschicht. Die natürliche Schutzfunktion lässt spürbar nach.
- Verzögerte Regeneration: Schäden durch Sonnenbrand heilen im Alter deutlich langsamer ab und können schwere Gewebeschäden hinterlassen.
- Fotosensibilisierende Medikamente: Zahlreiche gängige Arzneimittel, wie bestimmte Blutdrucksenker, Antibiotika oder Diuretika, erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut massiv.
- Verändertes Schmerzempfinden: Viele Seniorinnen und Senioren bemerken die Hitze oder einsetzende Hautrötungen erst, wenn es bereits zu spät ist.
Praktische Maßnahmen für Pflegekräfte und Angehörige
Sowohl in Pflegeeinrichtungen als auch in der häuslichen Pflege sollten Schutzmaßnahmen fest in den Tagesablauf integriert werden. Bei Spaziergängen oder dem Aufenthalt auf dem Balkon empfiehlt es sich, die intensive Mittagssonne zwischen 11 und 16 Uhr konsequent zu meiden.
Textiler Sonnenschutz durch luftige, langärmelige Kleidung, eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe und eine UV-sichere Sonnenbrille bieten die beste Basis. Unbedeckte Hautpartien sollten rechtzeitig mit einem Breitspektrum-Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 30, bei empfindlicher Haut LSF 50+) eingecremt werden. Auch an schattigen Plätzen ist Sonnenschutz unerlässlich, da reflektierte Strahlung weiterhin die Haut erreicht.
Ein bewusster Umgang mit den veränderten Umweltbedingungen schützt vulnerable Gruppen wirksam vor den gesundheitlichen Gefahren der zunehmenden Sonnenintensität.
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