Michael Hose übernimmt Vorsitz der Corona-Enquetekommission im Bundestag

Djamal Sadaghiani
Corona-Enquetekommission: Michael Hose ist neuer Vorsitzender

Die parlamentarische Aufarbeitung der Pandemiejahre geht mit einem personellen Wechsel an der Spitze in die nächste Phase. Der Thüringer Bundestagsabgeordnete Michael Hose (CDU) ist neuer Vorsitzender der Corona-Enquetekommission des Deutschen Bundestages. Nach der parlamentarischen Sommerpause eröffnete er die jüngste öffentliche Sitzung des Gremiums, nachdem ihn die Mitglieder in das Amt gewählt hatten.

Wechsel an der Kommissionsspitze

Hose übernimmt die Leitung von seiner Parteikollegin Franziska Hoppermann, die zuvor den Vorsitz innehatte und das Amt infolge ihrer Ernennung zur CDU-Generalsekretärin abgab. Der neue Vorsitzende würdigte das Engagement seiner Vorgängerin und hob hervor, dass Hoppermann die teils kontroversen Beratungen der vergangenen Monate mit großer Sachkunde und Weitsicht geführt habe.

Der aus Weimar stammende Politiker vertritt den Wahlkreis Erfurt-Weimar-Grammetal und war vor seinem Einzug ins Parlament als Schulleiter tätig. Neben seiner Tätigkeit in der Corona-Enquetekommission engagiert sich Hose im Familienausschuss sowie in der Kinderkommission des Bundestages, was ihm insbesondere bei der Betrachtung gesellschaftlicher Folgen von Schutzmaßnahmen ein wichtiges Anliegen ist.

Soziale Ungleichheit und vulnerable Gruppen im Fokus

Inhaltlich widmete sich die Kommission direkt zum Auftakt nach der Sommerpause den Auswirkungen der Pandemiepolitik auf besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Beratungen beleuchteten, wie stark soziale Rahmenbedingungen über den Infektionsschutz und gesundheitliche Folgen entschieden haben.

Sachverständige wiesen in der Anhörung darauf hin, dass künftige Pandemie- und Krisenpläne soziale Determinanten zwingend von Beginn an berücksichtigen müssen. Schutzmaßnahmen im Gesundheitswesen, in der Pflege und im Bildungswesen müssten sich an den realen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen orientieren. Armut und prekäre Lebensumstände hatten sich während der Krisenjahre als erhebliche Risikofaktoren erwiesen, weshalb für künftige Notlagen ein deutlich stärkerer Fokus auf praxistaugliche und niedrigschwellige Schutzangebote gefordert wird.

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