Neue Kassenleistung rettet Leben: Jetzt Anspruch auf Lungenkrebs-Screening prüfen
Lungenkrebs gilt in Deutschland nach wie vor als eine der tückischsten und am häufigsten tödlich verlaufenden Tumorerkrankungen. Das liegt vor allem daran, dass Betroffene oft erst dann Symptome bemerken, wenn der Krebs bereits fortgeschritten ist. Anlässlich des weltweiten Lungenkrebsmonats im November schlägt der Bundesverband Selbsthilfe Lungenkrebs e.V. nun Alarm: Obwohl seit April eine wegweisende Vorsorgeuntersuchung als reguläre Leistung der gesetzlichen Krankenkassen zur Verfügung steht, wissen viele anspruchsberechtigte Menschen noch gar nichts von dieser lebensrettenden Möglichkeit.
Ein Meilenstein in der Krebsvorsorge
Lange Zeit gab es für Lungenkrebs kein flächendeckendes Früherkennungsprogramm für gesetzlich Versicherte. Das hat sich mit dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) grundlegend geändert. Gesetzliche Krankenkassen tragen die Kosten für eine sogenannte Niedrigdosis-Computertomografie (Low-Dose-CT), wenn ein entsprechendes Risikoprofil vorliegt. Das Verfahren ermöglicht es, selbst millimeterkleine Rundherde im Lungengewebe sichtbar zu machen – und das bei deutlich reduzierter Strahlenbelastung im Vergleich zu einer herkömmlichen CT-Untersuchung.
Wer hat Anspruch auf die Untersuchung?
Die Früherkennung richtet sich gezielt an Personen, die durch langjährigen Tabakkonsum ein statistisch stark erhöhtes Risiko tragen. Um an dem Screening teilnehmen zu können, müssen laut Vorgaben der Krankenkassen und des G-BA folgende Kriterien erfüllt sein:
- Alter: Sie sind zwischen 50 und 75 Jahre alt.
- Raucherhistorie: Sie haben mindestens 25 Jahre lang aktiv geraucht.
- Konsummenge: Sie kommen auf mindestens 15 sogenannte Packungsjahre (Pack Years). Das bedeutet beispielsweise, dass 15 Jahre lang täglich eine Packung Zigaretten geraucht wurde oder über 30 Jahre hinweg eine halbe Schachtel pro Tag.
- Rauchstopp: Falls Sie das Rauchen aufgegeben haben, darf der Rauchstopp nicht länger als zehn Jahre zurückliegen.
So läuft der Weg zur Untersuchung ab
Die Untersuchung selbst ist schmerzfrei, dauert nur wenige Minuten und erfolgt liegend. Der erste Schritt führt Betroffene in die hausärztliche, internistische oder arbeitsmedizinische Praxis. Dort wird in einem ausführlichen Beratungsgespräch geprüft, ob die Kriterien erfüllt sind und ob das Screening individuell sinnvoll ist. Liegt die Berechtigung vor, erfolgt die Überweisung an eine dafür qualifizierte radiologische Praxis oder Klinik.
Sollten bei der Computertomografie verdächtige Auffälligkeiten entdeckt werden, greift ein strukturiertes Folgekonzept: Fachärztinnen und Fachärzte klären zeitnah ab, ob es sich um gutartige Veränderungen oder einen frühen Tumor handelt. Wird ein Tumor frühzeitig entdeckt, bestehen oft sehr gute Heilungschancen durch eine operative Entfernung oder gezielte Therapien.
Pflegende und Angehörige als wichtige Vermittler
In vielen Familien und im Pflegealltag sind es oft Angehörige oder aufmerksame Pflegekräfte, die ältere Menschen ermutigen, Vorsorgeangebote wahrzunehmen. Der Bundesverband Selbsthilfe Lungenkrebs e.V. appelliert deshalb an das gesamte Umfeld von Raucherinnen und Rauchern: Sprechen Sie Angehörige aktiv auf das neue Früherkennungsprogramm an. Gleichzeitig bleibt festzuhalten: Die beste Maßnahme gegen Lungenkrebs ist und bleibt der Rauchstopp. Dennoch bietet das neue Kassenangebot all jenen, die über Jahrzehnte geraucht haben, eine reale zweite Chance auf ein langes, gesundes Leben.
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