Neuer Expertenstandard: DNQP plant Konsensus-Konferenz zum Delirmanagement
Ein akuter Verwirrtheitszustand trifft pflegebedürftige und ältere Menschen im Krankenhaus sowie in Pflegeeinrichtungen häufig unvorbereitet. Um die Versorgung bei einem Delir nachhaltig zu verbessern und einheitliche Qualitätsmaßstäbe zu etablieren, kündigt das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) die offizielle Konsensus-Konferenz zum neuen Expertenstandard „Delirmanagement in der Pflege“ an.
Evidenzbasierte Leitlinie für den Pflegealltag
In den vergangenen zwölf Monaten hat eine 16-köpfige Expertengruppe die aktuelle wissenschaftliche Evidenz zum Delirmanagement systematisch aufgearbeitet. Auf dieser Grundlage wurden praxistaugliche und handlungsleitende Empfehlungen entwickelt. Der Entwurf des neuen Expertenstandards wird im Rahmen der Konferenz in Osnabrück erstmals der Fachöffentlichkeit vorgestellt und intensiv diskutiert.
Die Konsensus-Konferenz gilt als zentrales Element im Abstimmungsprozess des DNQP. Pflegefachpersonen und Fachkräfte weiterer Gesundheitsberufe aus allen Versorgungsbereichen haben die Möglichkeit, aktiv Feedback zu geben und den Entwurf vor seiner endgültigen Veröffentlichung mitzugestalten.
Herausforderung Delir in der pflegerischen Versorgung
Ein Delir ist ein plötzlich auftretendes, oft fluktuierendes neuropsychiatrisches Syndrom, das mit Störungen der Aufmerksamkeit, des Bewusstseins und der Orientierung einhergeht. Besonders ältere, vorerkrankte oder frisch operierte Personen sind gefährdet. Vor allem hypoaktive Delir-Formen werden im klinischen Alltag häufig übersehen, was gravierende Konsequenzen für die Betroffenen nach sich ziehen kann:
- Deutlich verlängerte Aufenthalte in Krankenhäusern und Reha-Kliniken
- Erhöhte Anfälligkeit für Komplikationen wie Stürze und Infektionen
- Drohender Verlust der Selbstständigkeit und steigender Pflegebedarf
- Erhöhtes Mortalitätsrisiko und Gefahr langfristiger kognitiver Einschränkungen
Praxisnahe Umsetzung und breite Beteiligung
Mit dem Expertenstandard soll ein flächendeckendes, sektorenübergreifendes Qualitätsniveau erreicht werden – von der systematischen Risikoerfassung über präventive Maßnahmen bis hin zur strukturierten Begleitung betroffener Patienten. Angemeldete Teilnehmer der Fachtagung erhalten vorab Zugang zu den Arbeitstexten sowie der wissenschaftlichen Literaturstudie, um qualifizierte Rückmeldungen und Praxiserfahrungen direkt vor Ort oder im Nachgang als Stellungnahme einzubringen.
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