Pflege im Klimawandel: Neues Modellprojekt schützt Senioren und Klima

Dominik Hübenthal
Pflege im Klimawandel: Modellprojekt für Senioren | PflegeHelfer24

Die zunehmenden Wetterextreme und Hitzewellen der vergangenen Jahre machen deutlich: Der Klimawandel ist längst nicht mehr nur ein ökologisches, sondern auch ein massives gesundheitliches Problem. Besonders ältere und pflegebedürftige Menschen leiden unter den veränderten Umweltbedingungen. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) nun das zukunftsweisende Modellprojekt „Gemeinsam für Pflege & Planetare Gesundheit“ ins Leben gerufen.

Warum Klimaschutz in der Pflege überlebenswichtig wird

Das zugrundeliegende Konzept der „Planetaren Gesundheit“ geht davon aus, dass die menschliche Gesundheit untrennbar mit einer intakten Umwelt verbunden ist. Laut der BAGSO und ihren Projektpartnern gefährden Umweltbelastungen wie zunehmende Hitze, Lärm oder Luftverschmutzung das gesunde Altern erheblich. Gleichzeitig bietet der Pflege- und Gesundheitssektor enorme Potenziale, um selbst nachhaltiger und widerstandsfähiger zu werden.

Genau hier setzt das neue Vorhaben an: Es zielt darauf ab, die Gesundheit von Senioren, pflegenden Angehörigen und professionellen Pflegekräften zu stärken, während gleichzeitig ein aktiver Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit und Klimaresilienz in den Kommunen geleistet wird.

Fünf Pilotkommunen machen den Anfang

Das Projekt, welches von der Krankenkasse BARMER gefördert wird, ist als groß angelegte Kooperation konzipiert. Neben der BAGSO sind die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V. (KLUG) sowie der Volkssolidarität Bundesverband e. V. maßgeblich an der Umsetzung beteiligt.

Aus rund 60 Bewerbungen wurden fünf Pilotkommunen ausgewählt, die nun als Vorreiter fungieren:

  • Kreis Berchtesgadener Land (Bayern)
  • Kreis Südwestpfalz (Rheinland-Pfalz)
  • Stadt Wolfenbüttel (Niedersachsen)
  • Stadt Neu-Isenburg (Hessen)
  • Gemeinde Horgenzell (Baden-Württemberg)

In diesen Regionen werden in den kommenden Monaten und Jahren gemeinsam mit lokalen Akteuren aus Politik, Pflege und Umwelt praxisnahe Ansätze erarbeitet und erprobt.

Die vier zentralen Handlungsfelder

Um den Alltag in teilstationären Pflegeeinrichtungen und in der kommunalen Seniorenarbeit zukunftsfähig zu gestalten, konzentriert sich das Modellprojekt auf vier konkrete Bereiche:

  • Hitzeschutz: Aufbau von Schutzplänen und klimaresilienten Strukturen, um Senioren vor gefährlichen Hitzewellen zu bewahren.
  • Ernährung: Förderung von gesunden, nachhaltigen und pflanzenbetonten Mahlzeiten, die sowohl dem Körper als auch der Umwelt guttun.
  • Bewegung: Erhaltung der Mobilität im Alltag sowie gezielte Sturzprävention durch aktive Bewegungsförderung.
  • Mentale Gesundheit: Stärkung der psychischen Resilienz und der sozialen Teilhabe im Alter, um Isolation vorzubeugen.

Ein Vorbild für die bundesweite Pflege

Was in den fünf Pilotkommunen erprobt wird, soll keine isolierte Maßnahme bleiben. Das langfristige Ziel ist es, die erfolgreichen Strategien und Schulungskonzepte auf andere Städte und Landkreise in ganz Deutschland zu übertragen. So soll ein bundesweites Netzwerk entstehen, das Prävention und Klimaschutz in der Pflege als neuen Standard etabliert.

Für die Pflegebranche bedeutet dies einen wichtigen Schritt in die Zukunft: Wer heute die Umwelt schützt, schützt morgen die Gesundheit der vulnerabelsten Gruppen unserer Gesellschaft.

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