Spätfolge von COVID-19: Deutlich erhöhtes Risiko für Augenerkrankungen

Dominik Hübenthal
COVID-19 Spätfolgen: Erhöhtes Risiko für Augenerkrankungen nach Infektion

Auch Jahre nach der akuten Pandemie-Phase rücken die Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion weiter in den Fokus der medizinischen Forschung. Während Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Beschwerden bereits gut dokumentiert sind, zeigt eine neue, gewaltige Untersuchung nun einen weiteren, bisher oft übersehenen Bereich auf: unsere Augen. Wer an COVID-19 erkrankt war, trägt offenbar ein signifikant höheres Risiko, im Nachgang verschiedene Augenerkrankungen zu entwickeln.

Mega-Studie liefert eindeutige Beweise

Laut einer aktuellen Publikation im renommierten Fachmagazin British Journal of Ophthalmology haben Forscher in einer binationalen Kohortenstudie die Gesundheitsdaten von über 30 Millionen Menschen ausgewertet. Diese gigantische Datenmenge stammt aus Südkorea und Japan. Verglichen wurden Personen, die eine Corona-Infektion durchgemacht hatten, mit einer nicht-infizierten Kontrollgruppe. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Infektion hinterlässt bei vielen Betroffenen langfristige Spuren an den Sehorganen.

Welche Augenerkrankungen besonders häufig auftreten

Die Wissenschaftler stellten fest, dass das generelle Risiko für Augenerkrankungen nach einer überstandenen Infektion um rund 23 Prozent erhöht ist. Besonders auffällig waren die Steigerungen bei folgenden Krankheitsbildern:

  • Glaukom (Grüner Star): Ein erhöhter Augeninnendruck, der unbehandelt den Sehnerv schädigen kann.
  • Hornhaut- und Bindehauterkrankungen: Entzündungen und strukturelle Veränderungen der empfindlichen Augenoberfläche.
  • Netzhauterkrankungen (Retinopathie): Schäden an den Blutgefäßen der Netzhaut, die das Sehvermögen massiv einschränken können.
  • Lidentzündungen (Blepharitis) und Uveitis: Schmerzhafte entzündliche Prozesse im und am Auge.
  • Neuro-ophthalmologische Erkrankungen: Störungen im komplexen Zusammenspiel von Auge und Gehirn.

Schweregrad der Infektion ist entscheidend

Ein weiterer zentraler Befund der Studie: Je schwerer der Verlauf der COVID-19-Erkrankung war, desto ausgeprägter war auch das anschließende Risiko für die Augen. Interessanterweise spielte es dabei kaum eine Rolle, mit welcher Virusvariante sich die Patienten infiziert hatten. Ob in der frühen Phase der Pandemie, während der Delta-Welle oder in der Omikron-Ära – das Risiko blieb über alle Phasen hinweg konstant erhöht.

Die gute Nachricht für Betroffene ist jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit, neu an den Augen zu erkranken, mit zunehmendem zeitlichen Abstand zur Corona-Infektion allmählich wieder abnimmt.

Was das für den Pflege- und Betreuungsalltag bedeutet

Für Pflegekräfte, pflegende Angehörige und Senioren bedeutet dies eine wichtige Sensibilisierung im Alltag. Sehstörungen, verschwommenes Sehen, brennende Augen oder neu auftretende Schmerzen nach einer durchgemachten Corona-Infektion sollten keinesfalls auf die leichte Schulter genommen oder vorschnell auf das Alter geschoben werden.

Gesundheitsexperten raten dazu, bei anhaltenden Symptomen frühzeitig einen Augenarzt aufzusuchen. Eine regelmäßige Kontrolle, insbesondere für Menschen, die mit einem schweren COVID-19-Verlauf im Krankenhaus behandelt werden mussten, kann helfen, ernste Sehschäden durch eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung effektiv zu verhindern.

Brauchen Sie Unterstützung bei der Pflege?

PflegeHelfer24 ist Ihr verlässlicher Partner. Entdecken Sie unsere Ratgeber oder lassen Sie sich kostenlos zu Pflegehilfsmitteln, Treppenliften und Zuschüssen beraten.