STIKO ändert Corona-Richtlinie: Basisimpfung für Erwachsene entfällt

Dominik Hübenthal
Neue STIKO-Empfehlung 2026: Corona-Basisimpfung entfällt

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlungen für die Impfung gegen das Coronavirus grundlegend überarbeitet. Für die allermeisten gesunden Erwachsenen in Deutschland bedeutet dies eine deutliche Abkehr von den bisherigen Vorgaben: Die Empfehlung zum Aufbau einer sogenannten Basisimmunität durch Impfungen wird gestrichen.

Warum die Basisimpfung für Erwachsene entfällt

Bislang riet die STIKO allen Personen ab 18 Jahren zu mindestens drei Kontakten mit dem Coronavirus – idealerweise durch eine Kombination aus Impfung und Genesung –, um eine solide Grundimmunität aufzubauen. Diese Vorgabe ist nun Geschichte.

Nach aktuellen Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) verfügen mittlerweile mehr als 95 Prozent der Erwachsenen in Deutschland über eine breite und belastbare Immunität. Diese wurde im Laufe der vergangenen Jahre durch durchgemachte Infektionen und vorangegangene Impfungen erworben. Gesunde Erwachsene sind dadurch in der Regel sehr gut vor schweren Verläufen einer COVID-19-Erkrankung geschützt. Eine formelle Empfehlung für weitere Basisimpfungen ist aus Sicht der Experten daher nicht mehr notwendig. Dies gilt auch für Schwangere ohne Grunderkrankungen.

Neue Altersgrenze: Auffrischungsimpfung künftig erst ab 75 Jahren

Auch bei den jährlichen Auffrischungsimpfungen (Booster) gibt es weitreichende Anpassungen. Bislang galt die Empfehlung für eine routinemäßige Auffrischung im Spätsommer oder Frühherbst für alle Personen ab 60 Jahren. Diese Altersgrenze wurde nun deutlich angehoben.

Die STIKO empfiehlt die jährliche Auffrischung als Standard nun erst für Menschen ab 75 Jahren. Die epidemiologische Datenlage der letzten Jahre zeige eindeutig, dass schwere Krankheitsverläufe, die zu Krankenhausaufenthalten oder gar zum Tod führen, mittlerweile fast ausschließlich in dieser hohen Altersgruppe auftreten.

Was gilt für Risikogruppen und Pflegepersonal?

Trotz der Lockerungen für die gesunde Allgemeinbevölkerung bleibt der Schutz vulnerabler Gruppen ein zentrales Anliegen. Für bestimmte Personengruppen rät die STIKO weiterhin dringend zu einer jährlichen Auffrischungsimpfung im Herbst:

  • Bewohner in Pflegeeinrichtungen: Aufgrund des Alters und oft bestehender Vorerkrankungen bleibt das Risiko in Heimen stark erhöht.
  • Personen mit Grunderkrankungen: Unabhängig vom Alter sollten Menschen mit relevanten Vorerkrankungen ihren Impfschutz weiterhin jährlich auffrischen lassen.
  • Medizinisches und pflegerisches Personal: Wer in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder ambulanten Diensten direkten Patientenkontakt hat, sollte sich weiterhin impfen lassen, um sich selbst und die anvertrauten Patienten bestmöglich zu schützen.

Ein weiterer Schritt in die Endemie

Die neuen Richtlinien der STIKO unterstreichen den vollständigen Übergang von der pandemischen Ausnahmesituation hin zu einem endemischen Zustand. Das Coronavirus zirkuliert zwar weiterhin in der Bevölkerung, hat aber für die breite, gesunde Masse seinen Schrecken verloren. Der Fokus der medizinischen Prävention liegt nun zielgenau auf denjenigen, die den Schutz am dringendsten benötigen.

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